Zweiter Anlauf zum ersten Heimsieg 2005

18.02.2005


Am Sonntag erwartet der FC Anker um 14 Uhr im heimischen Kurt-Bürger-Stadion den Tabellenachten Türkiyemspor aus Berlin. Die Begegnung zwischen dem FC Anker Wismar und Türkiyemspor Berlin im Kurt-Bürger-Stadion ist das Aufeinandertreffen zweier leidgeprüfter Mannschaften. Während der FC Anker in der Rückrunde mit Ausnahme des am grünen Tisch errungenen Sieges gegen die Cottbuser Amateure noch ohne Punkte dasteht, ergatterten die Berliner immerhin schon zwei Punkte bei zwei Unentschieden.

Doch das Glücksgefühl des Sieges ist bei beiden Teams schon fast gänzlich in Vergessenheit geraten. Ankers letzter Sieg war das 2:0 gegen Optik Rathenow am 20. November, und auch Türkiyemspors letzte drei Punkte liegen fast ein Vierteljahr zurück. Ein folgenreicher Aderlass in der Winterpause macht es den (West-)Berlinern schwer, an die guten Leistungen zu Saisonbeginn anzuknüpfen. Zur Winterpause verließen neben dem Stürmer Levent Demiray auch die erfahrenen Hüsevin Gül (beide zum BAK 07) und Ali Emrah (zu TeBe) die Blau-Weißen. Die insgesamt sechs Abgänge können durch die drei Neuzugänge Cemil, Cihan und Ekrem kaum kompensiert werden, zumal es sich bei diesen Spielern um echte Nachwuchskräfte handelt. Auf Türkiyemspor-Trainer Thomas Herbst wartet also eine Menge Arbeit, um seine Kreuzberger mit den veränderten Rahmenbedingungen vertraut zu machen.

Die neuen Verhältnisse in Berlin kennt Anker-Trainer Axel Rietentiet genau: „Türkiyemspor hat wichtige Spieler verloren. Ich denke also, ein Sieg ist machbar.“ Doch die letzte Anker-Niederlage beim Berliner AK hat ihre Spuren hinterlassen. „Mein Team ist besser, als es zurzeit spielt“, erklärt der Trainer. „Wenn alle Leistungsträger wieder kontinuierlich trainieren können, werden wir automatisch stärker“, spielt Rietentiet auf die Einsätze der lange Zeit verletzten Aldinger, Hildebrandt und Müller an, die sich erst wieder im Oberliga-Geschäft orientieren müssen. Der eigentliche Schwachpunkt im Wismarer Spiel scheint jedoch der verlorene Glaube an die eigene Stärke zu sein. „Uns fehlt das Selbstvertrauen. Wenn wir einmal zurückliegen, geht das Geflatter hinten los“, umschreibt Rietentiet die anfällige Defensive. Doch trotz aller Misserfolge hofft man in der Hansestadt nun endlich wieder auf bessere Zeiten. Denn obwohl die Reise zum Berliner Athletik Klub mit einer Niederlage endete, hat die zweite Halbzeit Anker-Trainer Axel Rietentiet „Mut gemacht“. Sollten die Wismarer von weiterem Verletzungspech verschont bleiben, ist Rietentiet fest von Erfolgen und „den notwendigen Punkten“ zum Klassenerhalt überzeugt.

Der Anker-Trainer setzt auf die Stärke seiner besten Formation, die in Berlin auflief und auch vor dem Türkiyemspor-Spiel vor Verletzungen verschont geblieben ist. Vor allem der erste Einsatz von Beginn an für Neuzugang Sebastian Mahnke, der zugleich auch für den FC Anker erfolgreich war, gibt Anlass zur Hoffnung. Entscheidende Bedeutung für drei Punkte im Kurt-Bürger-Stadion kommt jedoch der aktiveren, selbstbewussteren Spielgestaltung zu. Axel Rietentiet hofft auf „Spielzüge, in denen wir durch gewonnene Zweikämpfe oft Überzahl schaffen können und so zu vermehrten Chancen kommen“. Schließlich ist nach einer langen Leidenszeit der FC Anker wieder an der Reihe, als Sieger vom Platz gehen zu dürfen.

Eckart Glende