Verbandsliga - 29. Spieltag: FC Anker Wismar - Torgelower SV Greif 3:2 (2:1)

05.06.2004

Der FC Anker Wismar hat sich am Samstag erfolgreich für die 1:3 Niederlage aus dem Hinspiel gegen die Mannschaft aus Torgelow revanchiert. Vor 1300 Zuschauern besiegte die Ankercrew den Konkurrenten um den Oberligaaufstieg im heimischen Kurt-Bürger-Stadion mit 3:2 Toren. Auch von einem 0:1-Rückstand nach etwa zwanzig gespielten Minuten ließ sich unsere Mannschaft nicht beirren und konnte nach dem Ausgleich mit dem Halbzeitpfiff sogar in Führung gehen. Mit dem 99. Saisontor des FC Anker fiel dann die Vorentscheidung in diesem spannenden Aufstiegsduell. Kurz vor Spielende mussten die Anker-Fans, die ihre Mannschaft lautstark unterstützten, allerdings noch einmal zittern, als die Gäste aus Torgelow zum 3:2 einschossen.

Thomas Glaubitz brachte den FC Anker auf die Siegesstraße

Um 16.51 brach er los, der große Jubel unter den weit über 1000 Wismarer Fußballfans. Warum: Just in diesem Augenblick hatte Schiedsrichter Norman Herzberg das Spitzenspiel zwischen Tabellenführer Torgelower SV Greif und dem gastgebenden FC Anker Wismar abgepfiffen und die Platzherren gingen als 3:2-Sieger vom Platz und stehen nun mit einem Bein in der Amateuroberliga. Entschieden ist aber noch nichts, denn trotz des Einpunktevorsprungs muss die Ankercrew das letzte Punktspiel am nächsten Sonntag auf der Rostocker Stadtweide gegen den SV Hafen Rostock gewinnen, um auch das zweite Bein nachzuziehen.

In der Anfangsphase hatte die Vorpommern spielerische Vorteile und starten vor allem über die rechte Seite gefährliche Angriffe. Michael Kotula zeigte sich sehr dribbelstark und wendig und machte der Abwehr der Gastgeber mehr Probleme als ihnen lieb war. In der 16. Minute wurde ein solcher Angriff über die rechte Seite belohnt, denn die Flanke fast von der Eckfahne beförderte Marcin Flejter per Kopf in die Maschen. Aber auch dieser Rückstand warf siegeshungrige Ankerelf nicht aus der Bahn. Nachdem Lars Sperling in der 18. Minute im Strafraum das Leder nicht unter Kontrolle bringen konnte und so eine Riesenchance vergab, war es in der 22. Minute Andre Hildebrandt vorbehalten, den Ausgleich zu erzielen. Nach einer Ecke von Philipp Aldinger wuchtete er die Kugel per Kopf ins Tor. Bis auf eine Chance für Flejter, der den Ball aus Nahdistanz am langen Pfosten vorbei ins Aus köpfte (27.) dominierten jetzt nur noch die Gastgeber. So schlug Steffen Passow einen Schuss von Rene Ratke von der Linie (28.) bevor Youngster Thomas Glaubitz kurz vor dem Halbzeitpfiff die Ankerfans jubeln ließ. Philipp Aldinger zirkelte einen Freistoß aus dem Mittelfeld auf den Kopf des Manndeckers und der zirkelte die Kugel ins Dreiangel, unhaltbar für Toralf Dreyer im Tor der Greifen.

Dieser Treffer so kurz vor der Pause schien den Gästen schwer im Magen zu liegen, denn nach dem Seitenwechsel wuchs die Dominanz der Platzherren noch. Obwohl Mittelfeldmotor Stephan Müller mit einer Innenbanddehnung im Knie in der Kabine bleiben musste, für ihn kam mit Enrico Maaßen ein dritter Stürmer, stürmte jetzt nur noch die Ankercrew. In der 56. Minute wurde sie dafür belohnt, als Enrico Maaßen und Thomas Haese in Überzahl auf das Torgelower zuliefen, Maaßen uneigennützig die Kugel auf Haese spielte und der zum umjubelten 3:1 einnetzte. Nur drei Minuten später hätte der Ankertorjäger die Partie entscheiden können, denn erneut stand er frei vor dem Torgelower Gehäuse, traf diesmal aber nur den rechten Pfosten. „Hätte ich dieses Tor gemacht, wäre es nicht nur unser 100. Saisontreffer gewesen, sondern auch der Sieg wäre endgültig perfekt gewesen. So blieb es bis in die Schlußphase hinein offen, vor allem, als Karsten Eggert einen Fehler des eingewechselten Andre Priebe ausnutzte. Jetzt flatterten den Gastgebern doch die Nerven, die Greifen warfen einschließlich Keeper Dreyer allses nach vorne, doch als ein Eckball in der 92. Minute geklärt werden konnte und Schiedsrichter Herzberg kurz darauf die Partie abpfiff, gab es nur noch ein rot-weißes Farbenknäuel auf dem Platz und auf der Wechselbank zu sehen.

„Wir machen es wie der Grevesmühlener FC und der FSV Mainz 05, die auch im dritten Anlauf den Aufstieg geschafft haben“, freute sich auch Stadionsprecher Andreas Knothe. Von der Seitenline musste sich Manndecker Mario Peter dieses Spiel ansehen, aber er war genau so schweißgebadet, als wenn er selbst auf dem Platz gestanden hat. „Auf der Bank ist alles noch viel schlimmer als auf dem Feld“, sagte er nach dem Spiel sichtlich erleichtert. „Jetzt kann ich im alles entscheidenden Spiel auch noch meinen Beitrag leisten“, freute er sich. Überglücklich auch Trainer Axel Rietentiet, der wieder im Rollstuhl am Spielfeldrand saß. „Diese Mannschaft hat es wirklich verdient aufzusteigen. Das Spiel lief ähnlich der Partie in Torgelow ab. Da haben wir schnell geführt, vergaben unsere Chancen und waren nach der Pause dann chancenlos. Nach meinem Geschmack haben die Torgelower zu wenig für den Angriff gemacht, erst als sie mit 1:3 hinten lagen wachten Sie etwas auf. Aber nur Oefele hat mit seinen Angriffen über die rechte Seite Druck gemacht, das war zu wenig. Jetzt lassen wir uns den Aufstieg nicht mehr nehmen“, freute er sich mächtig über diesen Sieg. Nach dem Abpfiff feierten die Fans dann noch mit der Mannschaft und den Sponsoren bei Bratwurst und Bier den Sieg noch lange nach dem Spiel.

Schiedsrichter: Norman Herzberg (Rostock)
Zuschauer: 1.320

Torschützen: 0:1 (16.) Marcin Fletjer, 1:1 (22.) Andre Hildebrandt, 2:1 (45.) Thomas Glaubitz, 3:1 (56.) Thomas Haese 3:2 (89.) Karsten Eggert

Besondere Vorkommnisse: 82. Rote Karte für Marcel Oefele (Torgelow) wegen grobem Foulspiel