Verbandsliga - 24.Spieltag: Parchimer FC 92 – FC Anker Wismar 1:3 (1:2)

26.04.2004

Der FC Anker Wismar bleibt weiter an den Torgelower Greifen dran. Durch einen hochverdienten 3:1-Auswärtssieg beim Tabellenletzten in Parchim bleibt es bei Rückstand von vier Punkten auf Spitzenreiter Torgelow. Die Spiele gegen die Eldestädter waren grundsätzlich sehr von Hektik geprägt, die spielerische Linie kam meist zu kurz.

Ankercrew vergab gleich zwei Foulelfmeter

In den letzten Jahren gelang dem FC Anker in Parchim erst ein Sieg (3:0 im Aufstiegsjahr 1999/00), in der Saison 2001/2002 vergab der FC Anker beim 2:2 zwei wichtige Punkte, die am Ende die Aufstiegsträume platzen ließen. So forderte Ankertrainer Axel Rietentiet, er saß im Rollstuhl am Spielfeldrand, vollste Konzentration und Durchsetzungsvermögen. Spielerische Glanzpunkte waren nicht gefordert, wichtig waren alleine der Sieg und die drei Pluspunkte.

Und es schien, als wolle sein Team seine Weisungen befolgen, denn bereits in der 10. Minute ging der FC Anker durch Rene Ratke mit 1:0 in Führung. Für den gesperrte Enrico Maaßen in die Startelf gerückt, nahm „Renner“ die Kugel am Fünfmeterraum an, drehte sich und beförderte den Ball ins Netzt. Ein kapitaler Abwehrfehler ließ aber nur vier Minuten später die Gastgeber jubeln, als sich nach einem Freistoß keiner für Torjäger Jörn Hähn zuständig sah und dieser zum Ausgleich einnetzen konnte. Damit waren die turbulenten Minuten aber noch nicht vorbei, denn erneut nur gut eine Minute später zeigte der Unparteiische nach einem Foul an Ratke auf den Strafstoßpunkt. Der sonst so sichere Vollstrecker Thomas Haese zeigte an diesem nachmittag aber Nerven und drosch die Kugel in die Wolken.

An diesem Nachmittag wollte Haese dann nichts mehr gelingen. In der 45./ 59./ 77. und 88. Minute hatte „Haesi“ vier weitere Hochkaräter auf dem Fuß, aber an diesem Nachmittag gelang ihm einfach nichts. „In der nächsten Woche muss ich wohl eine Extraschicht Torschüsse einlegen. Aber zum Glück haben heute meine Nebenleute getroffen und das reicht ja auch. Es gibt Tage, da sollte man lieber im Bett bleiben“, freute er sich trotz seiner Trefferflaute über den wichtigen Erfolg. Dadurch drückte sich die Überlegenheit der Gäste dann zur Pause aber nur sehr mager aus, denn mehr als das 2:1 durch Stephan Müller nach der besten Kombination der ersten Hälfte sprang nicht heraus. Thomas Glaubitz hatte sich in der eigenen Hälfte das Leder erkämpft und zu Marcel Prehn gespielt. Dieser startete ein gelungenes Solo über den halben Platz, spielte quer auf den mitgelaufenen Müller und dieser ließ Norman Warnke im Tor der Platzherren mit einem Schuss ins lange Eck keine Abwehrchance.

Nach der Pause das gleiche Bild, die Gäste waren optisch überlegen und erarbeiteten sich klare Einschussmöglichkeiten. Trotzdem waren die Platzherren nicht gewillt, das Spiel kampflos abzugeben. Allerdings stand in dieser 2. Halbzeit die Abwehr des FC Anker recht ordentlich und ließ keine klaren Chancen der Gastgeber zu. Die haderten indes immer mehr mit Schiedsrichter Ingolf Söllig, vor allem, als er in der 78. Minute nach einem Foul an Haese erneut auf den Elfmeterpunkt zeigte. Diesmal trat Müller an, doch auch er bugsierte das Leder über die Latte. Zwei verschossenen Elfmeter in einem Spiel, daran konnte sich auch Co- Trainer Manfred „Theo“ Körner nicht erinnern, und der ist seit Gründung des FC Anker bei der Verbandsligaelf. In der Regel rächt sich dieser fahrlässige Umgang mit den Torchancen, doch an diesem Nachmittag nicht. Philipp Aldinger hatte sich bis zur Grundlinie durchgetankt und seine Eingabe drückte der gerade eingewechselte Andre Priebe gekonnt über die Linie (84.). Ein indirekter Freistoß von der 5-Meterline von Thomas Haese landete in der 88. Minute an der Latte, während Warnke in der 90. Minute einen Eckball von Aldinger gerade noch aus dem Kasten kratzen konnte. Der Nachschuss von Andre Hildebrandt wurde dann auch noch von der Linie geholt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gastgeber aber nur noch zu zehnt auf dem Feld, denn Frank Tomuschat hatte in der 86. Minute wegen Schiedsrichterbeleidigung die rote Karte gesehen. Im Abstiegskampf ein Bärendienst für seine Mannschaft.

„Noch einmal können wir nicht so viele Chancen vergeben. Für uns war am Ende aber der Sieg wichtig und der ist uns gelungen. Jetzt gilt die Konzentration dem nächsten Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den FSV Malchin, und das die nicht zu unterschätze sind, zeigt ihr 1:0-Auswärtssieg beim SV Waren“, blickte Rietentiet bereits voraus.

FC Anker Wismar mit: Trommer – Diallo (46. Sperling) – Peter, Glaubitz – Aldinger, Hildebrandt, Müller, Prehn (77. Priebe), Goebel – Ratke (77. Rietz), Haese.

Tore: 0:1 (10.) Rene Ratke, 1:1 (14.) Jörn Hähn , 1:2 (27.) Stephan Müller, 1:3 (84.) Andre Priebe

Zuschauer: 100
Schiedsrichter: Söllig (Rostock)