Unglückliche Heimpleite des FC Anker
14.09.2008
So ungerecht kann Fußball sein, denn durch ein Eigentor von Lars Kanter unterlag der FC Anker Wismar am Sonnabend dem Sievershäger SV mit 0:1-Toren. Es war zwar nicht Freitag der Dreizehnte, sondern Sonnabend, aber das Pech, dass die Hansestädter an diesem Nachmittag hatten, ähnelte diesem Tag doch sehr. Und dann fing das Unglück auch noch in der 13. Minute an, denn nach einem Angriff über die rechte Seite setzte sich Christoph Lüth gegen Patrick Oldendorf, er kam für den gesperrten Steffen Hildebrandt ins Team, durch, flankte nach innen und Lars Kanter beförderte die Kugel unhaltbar für Johannes Bröcker über die eigene Linie. Unglücklicher hatte der Start für den Neuzugang des FC Anker nicht beginnen, denn der Ex-HSV-Spieler bestritt an diesem Nachmittag seine erste Partie für die Hansestädter. Bevor er den Ball überhaupt einmal parieren konnte, lag er schon in den eigenen Maschen.
Das Ankerteam ließ sich von diesem Rückstand aber nicht beeindrucken und suchte über schöne Kombinationen und Direktspiel den schnellen Ausgleich. Doch die Gäste, die mit einem Fünfer-Mittelfeld und einer Vierer-Abwehrkette agierten, standen in der Abwehr sehr kompakt. Trotzdem ergaben sich gute Möglichkeiten für die Hausherren, beide für Fabian Bröcker. Doch der hatte an diesem Nachmittag viel Pech. Nach einer Flanke von David Rosinski köpfte er die Kugel um Zentimeter am kurzen Pfosten vorbei ins Aus (21.) und in der 38. Minute setzte er einen an Maik Kerinn verursachten Foulelfmeter an den linken Pfosten. Die Gäste, die sich nur auf blitzschnelle Konterangriffe verlegten, die dann aber gefährlich vorgetragen wurden, hatten erst in der 45. Minute eine weitere Gelegenheit, doch diesmal konnte sich Höcker auszeichnen.
Diese Überlegenheit setzte sich auch nach dem Seitenwechsel fort und in der 52. Minute brannte es das nächste Mal lichterloh vor dem Sievershäger Gehäuse, als Andre Hildebrandt nach einer Ecke die Latte traf, Fabian Bröcker's erster Schuss auf der Linie geklärt wurde, der Nachschuss an der Latte landete und die Sievershäger den Ball irgendwie aus der Gefahrenzonen herausschlagen konnten. Ein Schuss von Rosinski (59.), ein Kopfball von Lars Kanter an das Außennetz (63.), ein gefährlicher Versuch von Bröcker, den Evers im SSV-Tor nur mit Mühe zur Ecke abwehren konnte (81.) und ein Kopfball vom eingewechselten Martin Nienkarken (82.), die Möglichkeiten für das Ankerteam waren da, nur das Fortune fehlte ihnen bei dieser Partie. In der Schlussphase dezimierten sich die Gäste noch selbst, zuerst sah Tino Capito Rot (wegen Treten, 90. +1), dann Tobias Steputat gelb/ rot (90. +2) wegen unsportlichem Verhalten. Den Gastgebern nutzte es nichts mehr, die nächsten Gegner werden davon profitieren.
„Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat an diesem Nachmittag alles versucht, war aber etwas vom Glück verlassen. Es ist schade für unsere Zuschauer, doch dass sie mit unserem Spiel zufrieden waren, zeigte der Beifall für die gezeigte Leistung nach dem Spiel. Wir sind trotz der Niederlage auf dem richtigen Weg", so Ankertrainer Bego Catic. Auch SSV-Trainer Jens Hillringhaus betonte ganz klar das Glück, was seine Elf gehabt hatte und zollte den Gastgebern Respekt. „Zum Glück für uns war der Elfmeter nicht drin, sonst hätte wir den Vorsprung wohl kaum über die Zeit gebracht", so Hillringhaus. Trösten werden diese Worte die Ankermannschaft aber kaum, denn diese drei Punkte bleiben, wenn auch unverdient, auf dem Konto der Randrostocker.
FC Anker Wismar mit: Höcker - Gierahn, Kanter, Laumann (65. Taflo), A. Hildebrandt (76. Schnöckel), Oldendorf - Rosinski, Bröcker, Heine - Kerinn, Charaffe (65. Nienkarken).
von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)




