TSG und FC Anker gehen gemeinsame Wege

30.01.2003

Sportlich anspruchsvollere Ziele, die angespannte wirtschaftliche Situation und die zu erwartenden geburtenschwachen Jahrgänge lassen die Abteilung Fußball der TSG und den FC Anker Wismar in Zukunft gemeinsame Wege gehen. Gestern Abend besiegelten beide Seiten die Fusion im Sportlerheim am Jahnplatz.

Insgesamt 30 Vorstandsmitglieder, Trainer und Funktionäre beider Vereine verständigten sich auf die Bildung von Arbeitsgruppen für den Jugendbereich, den Trainerstab, das Schiedsrichterwesen, den Herrenbereich sowie für Vorstand/Strukturen. Mitte März sollen die Ergebnisse auf dem Tisch liegen. In Zukunft soll dem Publikum ein leistungsorientierterer Fußball geboten werden. Anker-Präsident Gerhard Raabe meinte gegenüber OZ: „Wir werden jeden einzelnen Fußballer der TSG mit offenen Armen empfangen, unabhängig von seiner Leistungsfähigkeit bzw. der Alters- und Spielklasse. Wir werden die Mannschaften im wesentlichen so belassen, wie sie auch jetzt in der TSG gespielt haben und bieten natürlich jedem Ehrenamtlichen die Möglichkeit, sich in unserem Verein wie in der TSG Wismar zu engagieren. Dabei werden wir bei der Zusammenführung darauf achten, dass es auf beiden Seiten keine Verlierer gibt.“

TSG-Präsident Horst Diethert ergänzte: „Wir freuen uns, gerade den Sportlern im Jugendbereich nunmehr eine Fußballkarriere bis in die Verbandsliga – bei den neu gebündelten Möglichkeiten vielleicht sogar im nächsten oder übernächsten Jahr in der Amateuroberliga – bieten zu können.“ Beide Präsidenten verwiesen auf die wirtschaftliche Situation als einen wesentlichen Beweggrund für die Fusion. Während sich Horst Diethert jetzt etwas mehr Spielraum für den großen Rest der TSG mit noch neun Abteilungen erhofft, sieht Gerhard Raabe einen wachsenden Konkurrenzkampf in der ersten Mannschaft und die Möglichkeit, sich von zwei bis vier Spielern aus Rostock im Bedarfsfall trennen zu können. Das Ziel bleibe, so Raabe, der Aufstieg in die Oberliga, und das möglichst mit Spielern aus der Region. Der frühere Jugendamtsleiter Martin Ahlert, der gemeinsam mit den Funktionären beider Vereine seit Wochen an dem Deal gebastelt und die Koordination zwischen den ehemaligen sportlichen Kontrahenten im Jugendbereich übernommen hatte, freut sich insbesondere, „dass durch die Zusammenlegung einerseits teure Doppelfahrten vermieden werden können, andererseits durch das erhöhte Spielerpotenzial interner Wettbewerb in den Nachwuchsmannschaften zu erhöhter Leistungsfähigkeit führen wird.“

Die Meldung über die Fusion ist gestern an den Fußballverband gegangen. Gestern sah es danach aus, als wenn vier Männermannschaften für die neue Saison gemeldet werden. Letztlich sollen die paritätisch besetzten Arbeitskreise Klarheit darüber schaffen. Gerhard Raabe machte zudem deutlich, dass im Kinder- und Jugendbereich je nach Anzahl der Aktiven Mannschaften gebildet werden. In Übereinstimmung mit dem Präsidium der TSG hatte die Abteilung Fußball der TSG am 15. Januar 2003 die Ausgliederung beschlossen mit dem Ziel, sich dem FC Anker anzuschließen.