Tabellennachbarn wollen aus Krise heraus

05.11.2005


Am Sonntag trifft der FC Anker Wismar im Kurt-Bürger-Stadion (14 Uhr) auf den Berliner AK. Beide Teams warten seit Wochen auf einen Sieg. Vier Oberliga-Spieltage sind bis zur Winterpause noch auszutragen. Die Spannung ist greifbar. Für den FC Anker Wismar (12.) und den Berliner AK (11.) geht es darum, sich weiter von den Abstiegsrängen fernzuhalten. Enver Alisic und Christian Backs wirken dementsprechend angespannt.

Sportlich läuft es nämlich nicht rund bei den Tabellennachbarn. Nur zwei Punkte trennen beide Mannschaften von den Abstiegsplätzen. Der Oberligaverbleib ist in Gefahr. Einem der beiden Kontrahenten könnte allerdings am Sonntag im Wismarer Kurt-Bürger-Stadion (Anstoß 14 Uhr) der ersehnte Befreiungsschlag gelingen. Der Berliner Coach Christian Backs tut sich schwer, die Wismarer einzuschätzen: „Anker ist für mich eine große Unbekannte, da die Mannschaft bisher sehr unterschiedliche Leistungen abgeliefert hat.“ Ähnlich schwer tun sich die Wismarer, den BAK einzuordnen: Einerseits stürzte die Backs-Elf am vergangenen Sonntag den MSV Neuruppin mit einem 0:0-Unentschieden von der Tabellenspitze, andererseits wartet der Berliner Athletik Klub seit anderthalb Monaten auf einen Sieg. Eine weitere Statistik dürfte den seit drei Partien sieglosen Alisic-Schützlingen viel Mut machen: Der BAK hat alle fünf Auswärtsspiele verloren. Doch Backs versichert: „Wir wollen nach einer so langen Fahrt bestimmt nicht noch einmal mit leeren Händen dastehen.“

Kollege Enver Alisic ist die Bedeutung des Spiels bewusst. „Wir besinnen uns auf unsere Stärken. Und die liegen im kämpferischen Bereich“, macht Ankers Coach deutlich. Seine größte Sorge ist und bleibt die Abwehr: Abwehrchef Steffen Hildebrandt ist gelb-rot-gesperrt und Innenverteidiger Alexander Klann verließ den Verein aus beruflichen Gründen in dieser Woche nach Österreich. Wer die beiden Eckpfeiler ersetzen wird, hat Alisic noch nicht entschieden. Außerdem werden Sebastian Mahnke (Beschwerden am Fuß), Torhüter Laszlo Zsigry (Muskelfaserriss) und Florian Zysk (Gelb-Rot-Sperre) fehlen. Doch es gibt auch ein hoffnungsvolles Zeichen in der Hansestadt: Mittelfeldspieler Mark Weidemann wird wohl nach überstandener Muskelzerrung in den Kader zurückkehren.

Während die Gastgeber personell angeschlagen sind, kam beim BAK Unruhe im Umfeld auf: Die „Dienstwagen-Affäre“ bestimmte in dieser Woche die Oberliga-Schlagzeilen in der Bundeshauptstadt. Demnach haben BAK-Verantwortliche den vom Verein bereitgestellten Pkw ihres scheidenden Managers Erdogan Dogan am Sonntag mit dem Zweitschlüssel weggefahren. Doch damit nicht genug: Dogan behauptet, sein Laptop hätte sich noch im Wagen befunden, ein Vereinssprecher wies dies zurück. Dass diese Querelen sich negativ auf seine Spieler auswirken könnten, wollte BAK-Trainer Christian Backs nicht ausschließen: „Ich glaube das nicht, aber man steckt nicht drin.“ Sorgen macht ihm der Druck, mit dem seine jungen Spieler nur schwer umgehen könnten. Der Druck könnte für beide Mannschaften kaum größer sein.

Robert Schwarz