Stoppt der FC Anker die Siegesserie von Spitzenreiter 1. FC Neubrandenburg?
11.09.2009
Tabellenzweiter gegen Tabellenersten! Der FC Anker Wismar trifft auf den 1. FC Neubrandenburg. Wer bleibt auf der Strecke, wenn der Oberliga-Schiedsrichter Andreas Becker (Rostock) nach 90 Minuten die Partie abgepfiffen hat? Das Spitzenspiel findet morgen im Kurt-Bürger-Stadion statt. Anstoß: 14 Uhr. Das Team vom 1. FC Neubrandenburg ist genauso wie der FC Anker Wismar glänzend in die neue Saison gestartet. Beide Mannschaften wollen in die Oberliga aufsteigen. Diesem Anspruch sind sie in den ersten vier Spielen auch gerecht geworden.
Achtzehn Treffer in den bisherigen vier Spielen sprechen eine sehr deutliche Sprache und lassen die Handschrift von Neubrandenburgs Trainer Jürgen „Fluppi" Decker klar erkennen, der ab Saisonbeginn die Mannschaft der Viertorestädter übernommen hat.
Die Torausbeute der morgigen Gäste ist umso bemerkenswerter, da die Neubrandenburger analog dem FC Anker bisher bereits drei Auswärtspartien absolviert haben. Nach einem klaren 5:0-Auftaktsieg in Polz gab es beim Rostocker FC mit 6:0 noch eine Steigerung, bevor die Decker-Truppe dann auch der HSG Greifswald (vormals VSG Weitenhagen) beim 5:2 keine Siegchance ließ. „Diese klaren Siege sind zwar für das Selbstvertrauen durchaus gut, aber wir werden nicht an jedem Wochenende einen solchen „Hurra-Fußball" spielen können. Manchmal muss auch ein knappes 1:0 für die drei Siegpunkte reichen", so Jürgen Decker. Beim letzten Heimspiel gab es dann auch nur einen 1:0-Erfolg gegen Aufsteiger TSV Graal-Müritz. Doch dieser knappe Sieg reichte den Neubrandenburgern, um die Tabellenführung vor dem FC Anker zu behaupten.
Aber auch die Hansestädter sind gerüstet für dieses Fußball-Highlight und wollen ihre Erfolgsserie fortsetzen. Seit dem 11. März ist das Ankerteam in den Punktspielen inzwischen unbesiegt und will diese Serie auch gegen die Neubrandenburger fortsetzen. „Wir müssen natürlich in der Abwehr sehr konzentriert stehen und im Angriff effektiver werden als in den letzten Begegnungen. Es ist ein Spiel auf Augenhöhe. Ich bin mir sicher, dass die Tagesform entscheiden wird", meint Anker-Cheftrainer Timo Lange.
Die Gastgeber erwarten zu diesem Spitzenspiel eine große Zuschauerkulisse, da sich auch etliche Fans aus Neubrandenburg angesagt haben. „Vielleicht knacken wir die Bestmarke der vergangenen Saison, als wir im Punktspiel gegen Schönberg fast 700 Zuschauer begrüßen konnten", hofft Anker-Geschäftsstellenleiter Jörg Broberg. Dass die Zuschauer in Scharen durch die Tore des Kurt-Bürger-Stadions strömen werden, hofft auch Cheftrainer Timo Lange. „Es ist wichtig, dass der Funke von den Zuschauerrängen auf den Platz überspringt, das erhöht die Motivation der Spieler zusätzlich. Nur mit den Fans zusammen können wir unser Ziel, den Oberligaaufstieg, erreichen", ist sich Lange sicher.
In der vergangenen Saison trennten sich beide Teams zweimal Remis, in Neubrandenburg 1:1, während es in Wismar ein 2:2 gab. Während die Gästeelf mit einem solchen Resultat sicher zufrieden wäre, streben die Gastgeber natürlich einen vollen Erfolg an. „Auf eigenem Platz wollen und können wir uns keine Ausrutscher erlauben, da zählt jeder verschenkte Punkt doppelt", zeigte Timo Lange eindeutig die Marschrichtung für dieses Spiel auf.
Personell kann der Trainer diesmal nicht aus dem Vollen schöpfen. Mit Steffen Seering hat sich am vergangenen Sonntag beim Landespokalspiel in Pampow ein Führungsspieler verletzt. Sein Einsatz entscheidet sich erst kurz vor dem Spiel. Außerdem fällt mit Andre Hildebrandt ein Mittelfeldspieler nach seiner gelb-roten Karte im Spiel bei Eintracht Schwerin aus. „Jammern gilt nicht. Dann müssen eben die anderen in die Bresche springen", meint der Ankertrainer.
Hinter dem bisher verlustpunktfreien Spitzenduo haben sich mit dem FC Vorwärts Drögeheide, dem FC Schönberg und dem Sievershäger SV drei Teams etabliert, die jeweils drei Siege auf ihrem Konto haben und nur auf Ausrutscher des Spitzenduos warten. Alle drei Mannschaften stehen vor lösbaren Heimaufgaben. Während die Vorpommern aus Drögeheide den Tabellenelften aus Waren erwarten, gastiert der Malchiner SV in Sievershagen. Beide Mannschaften gehen dabei als Favoriten in die Begegnung. Der FC Schönberg hat am Sonntag dagegen eine sehr knifflige Aufgabe zu lösen, dann im Jahnstadion kommt es zum ewig jungen Derby gegen Eintracht Schwerin.
von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)




