Sieben auf einen Streich

08.12.2008

Im letzten Heimspiel dieses Jahres hat der FC Anker Wismar am Sonnabend im Kurt-Bürger-Stadion seine Fans noch einmal verwöhnt. Gegen den Tabellenletzten aus Pasewalk gelang den Hansestädtern ein hoher 7:1-Sieg. Beim 6:1 gingen dem „Nummerngirl" allerdings die Zahlen aus. Spontan holte Ordner Hans-Jürgen Stalder die Tafel mit den Ziffern sieben und acht aus der Gerätekammer. Unter dem Beifall der 220 Zuschauern lief er eine halbe Stadionrunde zur großen Anzeigetafel. Wenig später war dann das richtige Ergebnis zu sehen: 7:1!

Die Partie gegen die Vorpommern begann zuvor mit einem Paukenschlag, denn nach nur 21 Sekunden lag die Kugel bereits zum ersten Mal im Netz von Pasewalks Keeper Kai Michalak. Nachdem der erste Angriff der Gäste abgeblockt wurde, kam ein langer Ball auf Angreifer El Mouadan Charaffe. Dessen Gegenspieler rutschte weg, und der Stürmer überlistete den PFV-Schlussmann mit einem Heber. Doch die nötige Sicherheit gab dieser Treffer vorerst nicht, und die Gäste konnten bereits in der 6. Minute den Ausgleich erzielen. Nachdem Ankerkeeper Johannes Höcker einen Schuss von der linken Seite gerade noch zur Ecke klären konnte, entstand aus diesem Eckball der überraschende Ausgleich durch Michael Kipp. Zwar hatten die Gastgeber dann durch einen Lattenkopfball von Niels Laumann, einen Schuss von Fabian Bröcker übers Tor und einen Pfostenschuss von René Rydlewicz in kürzester Zeit weitere gute Einschussmöglichkeiten. Doch der nächste Treffer fiel erst in der 27. Minute, als Bröcker im Nachschuss nach einem Freistoß von Rydlewicz ins Schwarze traf. In der ersten Halbzeit dann noch zwei tolle Flankenläufe von Niels Laumann, die die Zuschauer begeisterten. Während Marcel Heine in der 42. Minute nach dem ersten Grundliniedurchbruch von Laumann die Kugel noch übers Tor bugsierte, machte er es drei Minuten später besser, als er nach einem Eckball aus 20 Metern abzog und die Kugel unten links ins Eck zischte.

In der zweiten Hälfte gab es dann Einbahnstraßenfußball in Richtung Gästetor. Die Elf von Trainer Dietmar Drabow kam in dieser zweiten Halbzeit kaum noch aus dem eigenen Strafraum heraus. Torwart Kai Michalak und der Ex-Torgelower Enrico Beck hatten jetzt alle Hände voll zu tun, standen den Angriffen der Hansestädter letztlich aber machtlos gegenüber.

Bereits in der 51. Minute schlug es wieder im Kasten der Gäste ein, als sich diesmal Marcel Heine über rechts durchgesetzt hatte, der zu Rydlewicz flankte, von dem die Kugel zu Rosinski kam und der aus spitzem Winkel vollenden konnte. Und dieses muntere Scheibenschießen setzte sich bis zur 78. Minute fort. Mannschaftskapitän Fabian Bröcker nutzte die Vorarbeit des sehr agilen Charaffe zum 5:1 (62.). Marcel Heine knallte die Kugel aus spitzem Winkel von links zum 6:1 in die Maschen (66.), bevor dem eingewechselten Maik Kerinn der Treffer zum 7:1-Endstand gelang. Fast hätte sich neben Bröcker und Heine auch der eingewechselte Maik Kerinn als zweifacher Torschütze ausgezeichnet, doch sein Kopfballtreffer zum 8:1 wurde auf Grund einer angeblichen Abseitsstellung nicht anerkannt.

Nach dem Spiel bedankte sich Mannschaftskapitän Fabian Bröcker noch auf dem Feld bei den treuen Ankerfans. Er versprach ihnen und den Sponsoren, auch in der zweiten Halbserie derart erfrischenden Angriffsfußball zu präsentieren.

„Wir haben durch die beiden Feldverweise in der vergangenen Woche in Polz die Abwehr umstellen müssen, aber das hat sich heute kaum negativ bemerkbar gemacht. Im Vorwärtsgang haben wir endlich wieder überzeugen können. Ich hoffe, dass wir jetzt auch einmal auswärts an diese Leistung anknüpfen können und uns am nächsten Sonnabend in Malchin nicht wieder so schwer tun, wie beim 2:2 in der Vorwoche in Polz", sagte Ankertrainer Bego Catic nach dem Spiel.

FC Anker Wismar: Höcker - Gierahn, Oldendorf (73. Taflo), A. Hildebrandt, Laumann - Bröcker, Rosinski (73. Martens), Rydlewicz, Heine - Charaffe, Moussa (66. Kerinn).

von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)