Sebastian Mahnke trifft auf seinen Ex-Klub

24.02.2006


Die Heimschwächsten empfangen die Auswärtsschwächsten: In der Fußball-Oberliga trifft der Torgelower SV Greif am Sonntag auf den FC Anker Wismar. Die Alisic-Elf will wieder Anschluss gewinnen. Wismar, 4. September 2005: Der FC Anker führte nach 25 Minuten bereits mit 2:0 gegen den Torgelower SV Greif. Der zweite Heimsieg in Folge hätte den Sprung in das obere Tabellendrittel der Oberliga bedeutet. Aber noch vor der Pause gaben die Wismarer die Führung aus der Hand. Am Ende hieß es 3:4. Damit begannen die Turbulenzen beim FC Anker.

„Am Ende hätten wir noch höher gewinnen können“, erinnert sich Torgelows Trainer Eckhard Ehrke, „Wismar konnte unserem Druck nicht mehr standhalten.“ Für Ankers Trainer Enver Alisic „spielt das Hinspiel keine Rolle mehr“, zumal mit Zysk, Goreta, Donner und Zsigry nur vier Spieler aufgelaufen waren, die auch jetzt noch im Anker-Kader stehen. Einen der vielen Abgänger hat es in der Winterpause ausgerechnet nach Torgelow gezogen: Sebastian Mahnke spielt jetzt dort. Der Stürmer wird wohl auch am Sonntag (14 Uhr, Kunstrasenplatz Torgelow) gegen seinen Ex-Klub auflaufen. „Ich kenne ihn ja schon lange, habe bereits seinen Vater trainiert", erklärt Ehrke, der viel von seinem Offensivmann hält. Im letzten Vorbereitungsspiel, das die Torgelower mit 8:0 gegen Verbandsligist VfL Bergen gewannen, netzte Mahnke dreimal ein. Die Anker-Defensive ist gewarnt.

Offenbar wollen die Wismarer wieder zur Vierer-Abwehrkette zurückkehren. Darauf haben sich Alisic und sein Feldtrainer Bego Catic in dieser Woche geeinigt. Zweikampf- und Techniktraining, aber auch mentale Vorbereitung stand nach der 0:1-Niederlage gegen den SV Falkensee/Finkenkrug auf dem Trainingsplan. „Die Mannschaft hat selbst das Gespräch mit uns Trainern gesucht. Wir haben das Falkensee-Spiel besprochen und abgehakt. Von nun an zählt nur die nächste Aufgabe“, sagt Alisic. Der Fußball-Lehrer kann auf alle Spieler zurückgreifen, die auch am vergangenen Wochenende im Kader standen. Minja Radovic konnte im Laufe der Woche nach einer Bänderdehnung ebenso ins Training einsteigen wie Ante Simunac, der eine Prellung am Oberschenkel erlitten hatte.

Die gastgebenden Torgelower haben größere Personalsorgen, besonders im Mittelfeld. Neben dem gelb-gesperrten Martens fällt womöglich auch der im Hinspiel überragende Koziel wegen Knieproblemen aus. Nach Union Berlin und Babelsberg hat der Torgelower SV den besten Zuschauerschnitt der Oberliga. Die traditionell heimstarken „Greifen“ haben in dieser Saison jedoch mit einem „Heimkomplex“ zu kämpfen. „Mit einer Ausnahme haben wir alle Spiele aber sehr ausgeglichen gestaltet“, erläutert Eckhard Ehrke. Nur fünf Punkte wurden bei Heimspielen eingefahren, auswärts waren es zehn. Bei Anker Wismar verhält es sich andersherum. Die Hansestädter stellen die einzige Mannschaft der Liga, die noch kein Auswärtsspiel gewinnen konnte. Wenn diese Negativserie bricht, würde der Wismarer Rückstand zum letzten Nichtabstiegsplatz auf einen Punkt schmelzen. Denn diesen begehrten Rang nimmt zurzeit der Gegner aus Torgelow ein.

Robert Schwarz