Schönbergs Ex-Trainer jetzt Jugendobmann beim FC Anker

17.08.2010

Beim FC Schönberg trainierte Dinalo Adigo die Verbandsliga-Männer, in Wismar gilt sein Augenmerk den Nachwuchskickern. Grün und Weiß: Die Farben des FC Schönberg 95 haben das Leben von Christiano Dinalo Adigo elf Jahre lang entscheidend mit bestimmt. 1999 wechselte der Mann, der aus dem afrikanischen Benin stammt, vom SSV Reutlingen zu den Westmecklenburgern und schnürte bis 2007 für den Verein die Töppen. Er feierte dort einen Meistertitel in der Oberliga und holte viermal den Landespokal. Und von Beginn engagierte er sich als Trainer, zunächst im Nachwuchsbereich. Nachdem er eine Saison lang als Co-Trainer der ersten Männermannschaft im Einsatz war, übernahm er 2007 beim Verbandsligisten den Posten als Cheftrainer. Mit Erfolg. Nach zwei Jahren standen ein Vizemeister- und ein Meistertitel zu Buche. „Ich war noch nie so lange bei einem Verein", stellt der 38-Jährige fest. Doch nachdem sein Ende Juni auslaufender Vertrag im gegenseitigen Einvernehmen nicht verlängert wurde, ist das Schönberger Kapitel für Adigo jetzt abgeschlossen. Der Herrnburger, der seit 2002 deutscher Staatsbürger und von Beruf Kaufmann ist, hat ein neues aufgeschlagen - mit den Farben Weiß und Rot des FC Anker Wismar.

Allerdings steht Benins zweimaliger Fußballer des Jahres und 32-facher Nationalspieler dort nicht beim Oberligateam an der Seitenlinie. Dinalo Adigo ist der neue Jugendobmann des Clubs und in Zusammenarbeit mit den Trainern für die 14 Juniorenmannschaften verantwortlich. „Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen macht mir Spaß", betont der Vater von zwei Töchtern und einem Sohn mit einem Lächeln. Er dankt Gott für seine Gabe, „dass ich die Menschen für Fußball begeistern kann".

Darum geht es ihm auch bei seinem neuen Verein. „Ich möchte die jungen Fußballer für den FC Anker begeistern." Sowohl sie als auch die Trainer und Eltern sollen sich mit dem Club identifizieren, an einem Strang ziehen. „Die erste Männermannschaft ist zwar das Aushängeschild, aber der Nachwuchs ist die Zukunft des Vereins." An dieser will er mitarbeiten. „Bei Anker sieht man, dass etwas machbar ist. Wenn wir es schaffen, den einen oder anderen an das Männerteam heranzuführen, sind wir auf einem guten Weg", so Adigo.

Um das zu erreichen, sei die vorrangige Aufgabe, jeden Nachwuchskicker weiterzuentwickeln. Das will er keinesfalls vom Büro aus tun. „Ich bin für die Trainer da und unterstütze sie dabei, noch mehr Qualität ins Training zu bringen." Wobei er feststellt, dass er sich nicht in die tägliche Arbeit einmische. Als eine seiner weiteren Aufgaben sieht Adigo die Kooperation mit Schulen und Kitas, um „Talente aus der Region früher zu entdecken".

Dass der FC Anker auf ihn zugekommen und er nun dort Jugendobmann ist, sei für ihn eine Ehre, so Dinalo Adigo. Von seinen Fähigkeiten verspricht sich auch Cheftrainer Timo Lange eine Menge. „Für den Club ist es wichtig, dass es im Nachwuchsbereich stetig vorangeht und sich die Kinder und Jugendlichen fußballerisch weiterentwickeln." Es wäre schön, wenn die A- oder B-Junioren mal den Sprung in die Regionalliga schaffen und dort die Anker-Farben Rot und Weiß vertreten.

von Sven Asmus (Ostsee-Zeitung)