Rostocker Randalierer angezeigt

14.03.2007

Die Wismarer Polizei nahm am Sonntag drei Rostocker fest, die beim Verbandsligaspiel des FC Anker im Fanblock des Sievershäger SV randalierten. Sie erhielten eine Anzeige. Sie haben dem Verein keine Ehre gemacht: Bei der Verbandsliga-Begegnung zwischen dem FC Anker Wismar und dem Sievershäger SV am vergangenen Sonntag in Wismar musste die Polizei zehn Randalierer aus Rostock aus dem Kurt-Bürger-Stadion vertreiben.

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Die jungen Männer hatten im Gästeblock von Beginn an mächtig Betrieb gemacht: ihre Mannschaft ununterbrochen lautstark angefeuert und sich – zum Vergnügen der Wismarer Fans – Mitte der ersten Halbzeit bis auf die Unterhosen ausgezogen. Kurz darauf wurde die Sache allerdings plötzlich sehr ernst: Die Rostocker zündeten eine Rauchbombe, ignorierten die Ordnungsrufe des Stadionsprechers, beschimpften und bespuckten die Ordnungskräfte.

„Solche Vorkommnisse haben wir in dieser Liga noch nicht gehabt“, sagt Hans-Georg Herkt vom Polizeirevier Wismar. Gegen halb drei Uhr stürmten acht Polizeibeamte mit drei Hunden den Gästefanblock. Für einige der Sievershäger „Fans“ war das noch nicht genug. Sie ignorierten den Platzverweis, versuchten quer über die Zuschauerbänke zu flüchten, erkletterten den Zaun zum Spielfeld. Noch vor der Halbzeitpause nahm die Polizei einen 17-Jährigen und zwei 18-Jährige vorläufig fest – sie wurden wegen Sachbeschädigung und Hausfriendensbruch angezeigt.

Er habe von der ganzen Randale kaum was mitbekommen, sagt Steffen Wegner, Trainer der Sievershäger Mannschaft. Der Verein werde sich zu dem Vorfall erst äußern, wenn ein ausführlicher Polizeibericht vorliege. Auf die gut hundert Meter Entfernung zwischen Trainerbank und Gästeblock sei ihm jedoch keiner der Randalierer bekannt vorgekommen. „Ich glaube nicht, dass die Vereinssachen von uns anhatten.“ Auch Hauptkommissar Herkt vermutet, dass die Randalierer eher aus dem Dunstkreis des FC Hansa stammen könnten. In der ersten und zweiten Bundesliga hätten mittlerweile viele Hooligans ein Stadionverbot – diese suchten nun nach einem neuen Schauplatz für ihre Randale.

„Die Sache muss ausgewertet werden“, fordert Gerhard Matthies, Bürgermeister von Lambrechtshagen. Zu Hause seien die Fans eigentlich immer friedlich gewesen. Er selber habe viele Heimspiele der Sievershäger gesehen. „Aber das geht natürlich nicht, dass die woanders Randale machen.“ Solche Vorfälle schadeten dem Ansehen des Vereins – und dem der Gemeinde.

Rund eine Million Euro habe diese gerade locker gemacht für einen neuen, zweiten Fußballplatz neben dem Gemeindezentrum. 2008 soll der Rasen eingeweiht werden. „Dafür verlangen wir aber, dass alles sportlich und sauber abläuft. Das ist Ehrensache.“