Reinhart Kny will Wismars Fußball aus Krise führen
20.09.2007
Eine große Überraschung beim FC Anker Wismar: Reinhart Kny (62) ist neuer Präsident des größten Fußballvereins der Hansestadt. Der Geschäftsführer der Ingenieur und Maschinenbau GmbH Rostock wurde gestern Abend während der Mitgliederversammlung des FC Anker in der Hanse-Küche gewählt.
Außerdem gehören neben Kny dem für zwei Jahre gewählten Vorstand an: als Vizepräsidenten: Thomas Cröplin (35, Immobilienfachwirt, zugleich Pressebeauftragter), Michael Berkhahn (50, Bausenator), Stefan Säuberlich (Geschäftsführer Finanzen bei Aker Werft), Schatzmeister: Manfred Krebs (41, in Geschäftsführung Wismarer Korrosionsschutz), Sportlicher Leiter, Bereich Männer und Frauen: Heinz Baade (60, Betriebsingenieur bei Aker MTW), Sportlicher Leiter, Bereich Kinder und Jugend: Dieter Zimmermann (63, Rentner), Recht und Ordnung: Dr. Karsten Simoneit (45, Rechtsanwalt). Als Beisitzer fungieren Bernd Kryczanowsky (46, selbstständiger Unternehmer), Stephan Roolf (26, Diplom-Betriebswirt, Jura-Student) und Nils Steinhagen (42, Geschäftsführer Glas Zentrum). Die Sportfreunde wurden einstimmig gewählt. Außerdem gab es auch eine Neubesetzung des Aufsichtsrates. Diesem für vier Jahre gewählten Gremium gehören nun Prof. Dr. Bernd Romeike, Karl-Heinz Sturbeck, Gerhard Raabe, Prof. Rolf Eggert, Uwe Fink, Hans-Joachim Fietz, Andreas Grzesko, Detlef Algie und Uwe Bauer an.
Die Mitgliederversammlung des FC Anker, sie dauerte zwei Stunden, stieß auf großes Interesse. 73 Interessierte kamen ins Gewerbegebiet Wismar-West, um zu schauen, in welche Richtung der neue Vorstand den Verein führen will. Eine so große Beteiligung an einer Mitgliederversammlung soll es seit der Vereinsgründung 1997 nicht mehr gegeben haben.
Vor den Wahlen ließ der scheidende Anker-Präsident die vergangenen Monate Revue passieren. „Der Verein hat zwei harte Jahre durchlebt“, meinte Bernd Kryczanowsky. Besonders die letzten zwölf Monate seien aufgrund der nötigen Sparmaßnahmen „sehr hart“ gewesen. „Wir mussten die finanziellen Daumenschrauben anziehen, haben alle Kräfte mobilisiert, damit der Verein weiter besteht.“ Es sei gelungen, die Finanzen zu konsolidieren, die Kinder- und Jugendabteilung zu stärken und den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. „Trotz finanzieller Schwierigkeiten und weniger Sponsoren sind wir nun wieder in stabilem Fahrwasser.“ Leider sei durch die Sparmaßnahmen der sportliche Erfolg auf der Strecke geblieben. „Leistungsträger, die die erste Mannschaft gebraucht hätte, mussten nach Hause gehen. Es bringt jedoch nichts, wenn wir Augenwischerei betreiben und oben mitspielen wollen und das Fundament ist nicht in Ordnung.“ Außerdem, so gab Kryczanowsky, der zwei Jahre lang Anker-Präsident war, zu bedenken, trage der Verein pädagogische und soziale Verantwortung. „Der FC Anker ist auch eine Begegnungsstätte, wo Kinder und Jugendliche sozialen Halt erfahren.“
Nicht alle Anker-Mitglieder waren mit diesen Äußerungen einverstanden. Der sportliche Bereich sei vernachlässigt worden und man habe sich nicht genug um die Nachwuchsarbeit gekümmert, so der ehemalige Vereins-Geschäftsstellenleiter, Jürgen Prüter.
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