Pokalüberraschung verpasst

14.04.2009

Der FC Anker Wismar verlor am Sonnabend das Viertelfinalspiel gegen den Oberligisten Torgelow SV Greif und verpasste somit eine Pokalüberraschung. Der Traum vom Finale bleibt den Hansestädtern verwehrt. Der FC Anker Wismar hat nach dem Erfolg gegen Bentwisch die nächste Pokalüberraschung verpasst, denn das Team von Trainer Timo Lange verlor das Viertelfinalspiel gegen den Oberligisten aus Torgelow vor 503 Zuschauern mit 0:2-Toren. Damit blieb den Hansestädtern in dieser Saison der erneute Traum vom Finale verwehrt.

Die Niederlage ist umso bitterer, da der Oberligist am Ende letztlich nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft war. Die Torgelower können am 30. April im Semifinale den zweiten Finaleinzug nach 2004 perfekt machen. Bereits vor dem Spiel am Sonnabend hatten die einen Trumpf mehr in der Hand. Während ihr Torjäger Daniel Pankau wieder rechtzeitig zu diesem Highlight fit war, musste auf Wismarer Seite Mittelfeldregisseur Fabian Bröcker wegen eines Infektes passen, der ihn die ganze Woche über geplagt hatte. Zwar saß der sonstige Mannschaftskapitän mit auf der Bank, aber im Interesse seiner Gesundheit sah Cheftrainer Timo Lange doch von einem Einsatz ab.

Über die gesamte Spielzeit hinweg war kein Klassenunterschied zwischen beiden Teams zu erkennen. Die Torgelower, die sich für die Saison 2009/2010 den Aufstieg in die Regionalliga als Ziel gesetzt haben, konnten in der ersten Halbzeit nur eine klare Chance für sich verbuchen. Nachdem ein Angriff über Sissoko Moussa von der Gästeabwehr geblockt wurde, folgte ein blitzsauberer Konter der Gäste über die rechte Seite. Der Ball kam zu Daniel Pankau, der bediente Alexander Allert, doch dieser schoss die Kugel rechts am Ankertor vorbei (18.). Bis zur Pause hatte dann nur noch die Ankerelf gute Chancen. In der 21. Minute ging Dirk Taflo fast bis zur Grundlinie, spielte auf Andre Hildebrandt zurück, doch der traf den Ball nicht richtig, so dass der Schuss über das Tor ging. Die beste Chance der Hausherren: David Rosinski tanzte in der Torgelower Hälfte seine Gegenspieler aus, zog bis in den Strafraum der Gäste und hob den Ball auch über den herauslaufenden Torgelower Keeper Marcin Makewicz vorbei Richtung langes Eck. Doch das Glück fehlte dem Ankerteam, denn die Kugel strich um Zentimeter am langen Pfosten vorbei ins Aus. Auch die Zehenspitzen des mitgelaufene Marcel Heine waren zu kurz, so dass diese Riesenchance nicht zur Ankerführung reichte. Ein Glücksgriff von Torgelows Coach Dieter Timme brachte nach der Pause die entscheidende Wende. Er und brachte mit Philipp Schikora und Timur Özgöz zwei frische Spieler. Letzterer war es, der mit einem Doppelschlag in der 71. und 74. Minute die Entscheidung zu Gunsten der Gäste besorgte. Zuerst schmetterte er den Ball aus fast unmöglichen Winkel ins Ankertor, danach überwand er Johannes Höcker mit einem strammen Distanzschuss.

Zwar sprach der Torgelower Coach Dieter Timme auf der Pressekonferenz von einem „verdienten" Sieg seiner Mannschaft - eine Einschätzung, der lautstark widersprochen wurde. „Sicher nicht besser, sondern cleverer, denn wenn wir in der ersten Halbzeit unsere Chancen genutzt hätten, dann wären wir als Sieger vom Feld gegangen", so Anker-Chefcoach Timo Lange. „Nach dem 0:1 kam leider Unordnung in das zentrale Mittelfeld, was die Gäste dann eiskalt ausgenutzt haben. Trotzdem bin ich mit der Leistung meiner Elf nicht unzufrieden, denn mit etwas mehr Glück hätten auch wir im Halbfinale stehen können."

FC Anker Wismar mit: Höcker - Gierahn, S. Hildebrandt, Kanter, Laumann - Rosinski, Taflo (72. Charaffe), S. Hildebrandt, Heine - Ohl (77. Wulff), Moussa (82. Kerinn).

Torgelower SV Greif mit: Markiewicz - Schwertfeger, Gude, Mista, Grzegorczyk - Köhn, Freyer (46. Schikora), Wagner (46. Özgöz), Jager - Allert (75. Simsek), Pankau.

von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)