Oberliga - 9. Spieltag: FC Anker Wismar - FV Motor Eberswalde 1:1 (0:0)
17.10.2004
In einem schwachen Spiel zweier schwacher Mannschaften verschenkte unsere Mannschaft drei Minuten vor dem Abpfiff zwei wertvolle Punkte. Kurz nach Beginn von Hälfte Zwei, ging der FC Anker durch ein Tor von Daniel Köhn mit 1:0 in Führung, versäumte es danach aber, "den Sack zuzumachen". Unsere Mannschaft zog sich immer weiter zurück und brachte die Gäste so wieder ins Spiel und kassierte dann kurz vor Schluß noch den Ausgleich.
Der Elf von Wismars Trainer Axel Rietentiet gelang es gestern nicht, an die guten Leistungen der vergangenen zwei Spiele anzuknüpfen. Nach 90 Minuten musste Rietentiet und die 330 zahlenden Zuschauer sogar noch um das Unentschieden bangen. Zu sehr hatte sich der FC Anker gegen die Gäste aus Eberswalde in die eigene Hälfte drücken lassen. Demzufolge war Rietentiet in der anschließenden Pressekonferenz auch sehr dünnhäutig. „Wir sind heute mit diesem einem Punkt gut bedient worden. Die Euphorie nach den Siegen gegen Tennis Borussia Berlin und FC Schönberg war im Umfeld zu groß. Mit diesem Erfolgsdruck konnte meine Mannschaft nicht umgehen. Jetzt sind wir wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und befinden uns nach wie vor im harten Abstiegskampf. Die Mannschaft aus Eberswalde hat sich den einen Punkt verdient und ich bin mit diesem nicht unzufrieden“, so Rietentiet. Aus seiner Mannschaft wollte der Anker-Trainer jedoch keinen Spieler herausheben. „Einige Führungsspieler haben ihre Leistung nicht gebracht“, meinte er auf eine entsprechende Frage. Dennoch machte er seiner Mannschaft keinen Vorwurf: „So ist eben Fußball.“
Für den Gäste-Trainer Gerd Pröger war das 1:1 aus seiner Sicht zu wenig: „Am Ende war für meine Mannschaft mehr möglich.“ Das konnte man aber in den ersten 30 Minuten nicht voraussehen, denn da bestimmten die Wismarer eindeutig das Geschehen auf dem Platz. Die besten Chance hatte dabei Thomas Haese nach Zuspiel von Daniel Köhn, aber der zweifache Torschütze der letzten Woche kam einen Schritt zu spät. Nur kurze Zeit später stockte den Zuschauern, soweit sie Anhänger des FC Anker waren, der Atem. Nach einer Flanke von der rechten Seite durch Martin Falk köpfte Manndecker Alexander Klann die Kugel an das Dreiangel des eigenen Tores. Auch die letzte Chance der ersten Halbzeit hatten die Gäste, doch Keeper Mathias Trommer und Tino Goebel klärten in der 45. Minute gemeinsam auf der Torlinie.
In der Pause forderte Ankertrainer Axel Rietentiet noch mehr Biss und weniger Fehlabspiele im Mittelfeld. Und seine Worte schienen gefruchtet, denn bereits in der 47. Minute lag das Streitobjekt im Netz des Eberswalder Tores. Philipp Aldinger hatte von der rechten Seite geflankt, Rene Ratke geriet im Kopfballduell zwar ziemlich arg mit seinem Gegenspieler zusammen, doch der Ball flog Richtung Tor, wo ihn Mittelfeldspieler Daniel Köhn nur noch über die Linie drücken musste. „Vielleicht wäre der Ball auch so ins Netz gegangen, aber sicher ist sicher“, so der Schütze nach dem Spiel. Doch die nötige Sicherheit brachte dieser Treffer nicht in die Reihen der Gastgeber, so dass sich die Ankerspieler bei Keeper Mathias Trommer bedanken konnten, dass er in der 60. Minute gegen den frei durchgelaufenen Rafet Ates klären konnte. Nach vorne gelang den Platzherren in der Schlussphase kaum noch etwas. Die beste Möglichkeit hatte der eingewechselte David Rosinski, doch nach einem Paß von Haese kam er einen Schritt zu spät. Am Ende wurden die Gäste für ihre Bemühungen noch belohnt. Eine hohe Flanke in den Strafraum konnte von der Anker-Hintermannschaft nicht geklärt werden, Ates schob die Kugel zu Aßmann und der vollendete sicher.




