Oberliga - 8. Spieltag: FC Schönberg 95 - FC Anker Wismar 1:2 (0:0)

10.10.2004

Wir haben heute etwas Glück gehabt, aber gewonnen. Das ist wichtig, auf den Sieg bin ich stolz“, beendete Anker-Trainer Axel Rietentiet bestens gelaunt sein Statement in der Pressekonferenz im Schönberger Sportlerheim. Seine Mannen hatten den FC Schönberg mit 2:1 besiegt.

FC Anker glücklicher Sieger im Prestigeduell

Beide Tore schoss – irgendwie musste es so kommen – der ehemalige Schönberger Thomas Haese. Erst nahm er sich in der 55. Minute nach einem Handelfmeter selbstbewusst den Ball und verlud Schönbergs Keeper Sven Schmidtke, etwa 20 Minuten später brauchte er nach einem Konter über den schnellen und erneut sehr stark aufspielenden Daniel Köhn nur noch den Fuß hinzuhalten. „Wie die Tore fallen, war mir komplett egal. Hauptsache, ich habe nach der langen Durststrecke wieder einen eingenetzt“, freute sich Doppel-Torschütze Thomas Haese und setzt hinzu: „An meiner alten Wirkungsstätte ist das natürlich um so schöner.“

Die erste Halbzeit (0:0) war seitens der Wismarer etwas mau, „da fehlte irgendwie der letzte Biss“, musste auch Daniel Köhn feststellen. Schönberg besaß mehr Chancen. Die allergrößte vergab Kapitän Sven Wittfot. Schiedsrichter Herzberg aus Rostock pfiff ein Foul von Anker-Keeper Mathias Trommer. Dieser beteuerte zwar mürrisch, „da habe ich den Ball gespielt“, allerdings war das vollkommen wertlos. Denn: Trommer parierte Wittfots Schuss. Gewusst hätte er nicht, wo der Libero hinschießt. Sein Erfolgsrezept: „Ich habe einfach links angetäuscht und bin nach rechts gesprungen.“ Glück für Anker, ein erster Dämpfer für Schönberg. „Nach der ersten Halbzeit hätten wir führen müssen“, trauerte FC-Trainer Heiko Tegge den vergebenen Chancen hinterher. „Ich habe in der Pause deutliche Worte finden müssen“, plauschte Trainer Rietentiet von seiner wohl wenig zimperlichen Ansprache.

Und der Trainer brachte seine Elf auf den richtigen Weg. Sie spielte in der zweiten Hälfte zwar nicht wirklich gut, aber viel besser. Spätestens nach dem 2:0 ließen die Schönberger Spieler die Köpfe hängen. Die Einwechslung vom lange ausgefallenen Hendrik Völzke brachte nochmals neuen Schwung bei den Gastgebern, doch keinen Punkt mehr. „So ist das eben, wenn man da unten steht, dann hat man kein Glück“, hätte Axel Rietentiet das Phrasenschwein mit drei Euro füttern müssen, nach dem Nachschlag von Heiko Tegge wäre es geplatzt: „Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken, im Fußball kann viel passieren und die Saison ist noch lang.“ Für Anker Wismar geht sie am nächsten Sonntag gegen Motor Eberswalde weiter. Die stehen genauso im Keller wie Schönberg. Das Rezept muss trotzdem anders lauten: Aggressiver nach vorn spielen. „Wenn wir so spielen wie hier in der ersten Halbzeit, dann wird das nichts“, brachte es Anker-Coach Axel Rietentiet auf den Punkt.