Oberliga - 7. Spieltag: FC Anker Wismar - Tennis Borussia Berlin 2:1 (1:1)

27.09.2004

Der FC Anker Wismar hat gestern den so genannten „Veilchen“ von Tennis Borussia Berlin ein blaues Auge verpasst: Mit 2:1 gewann der absolute Außenseiter gegen die bis dato an der Tabellenspitze stehenden Hauptstädter, die durch ihre zweite Niederlage auf Platz 5 zurückfielen.

FC Anker schickte „Veilchen“ mit blauem Auge nach Hause

Kampf, Kampf und nochmals Kampf hat Anker-Geschäftsführer Wilfried Firgt in seinem Vorwort im Stadionheft gefordert – die Spieler scheinen das Heft schon vor dem Spiel gelesen zu haben. Anders als zuletzt in Neuruppin zeigte sich die Elf von Axel Rietentiet couragiert, kompakt und vor allem engagiert, gar aufopferungsvoll kämpfend. „Wir sind Aufsteiger, wir können nicht schön spielen. Wir müssen beißen und den Hintern aufreißen“, macht Rietentiet klar, „genau das haben wir heute gezeigt.“

Selbiges hatte der Trainer der Berliner Theo Gries von seinem Team gefordert, umgesetzt hat sie es kaum bis gar nicht: „So kann man hier nicht spielen. Wir wussten, was mit Anker auf uns zu kommt. Mir war klar, dass die alles geben, sich bis zum letzten Moment voll reinhauen. Da muss man gegenhalten“, hat Gries entsprechendes Zweikampfverhalten von seinen Spielern vermisst. Mann des Tages war bei Anker Wismar gestern Daniel Köhn. Er bereitete das frühe 1:0 von Enrico Maaßen in der 10. Minute per Freistoß vor, machte das entscheidende 2:1 vier Minuten nach Wiederanpfiff selbst. Besonders dieser Hammer aus gut und gerne 25 Metern war sehenswert. „Der hat genau gepasst“, freute sich der Blondschopf nach dem Spiel, „wir haben heute als Team sehr gut gespielt, diese Leistung ist zum Glück belohnt worden.“

Besondere Kampfkraft mussten die Wismarer in den letzten 20 Minuten beweisen. Da stürmte TeBe wütend an, die langen Bälle auf die Stürmer Michael Fuß, der in der 26. Minute das 1:1 erzielte, und Kostas Pantios waren aber kein erfolgbringendes Rezept. Anker versalzte den Berlinern mit kompakter Defensive die Suppe und hätte durch Konter sogar noch höher gewinnen müssen. Doch irgendwie klebte Anker-Stürmer Thomas Haese das Pech am Töppen: Zwei Hundertprozentige versemmelte er – Glück nur, dass die zwei Tore der Anker-Elf reichten. „Ich weiß nicht, was da los war, irgendwie sollte es nicht sein“, ärgerte sich Haese, brachte es dann aber auf den Punkt: „Wichtig ist, dass wir die drei Punkte geholt haben und nun auf Platz 10 der Tabelle stehen.“

Nun hat die hanseatische Oberligamannschaft dank eines Freiloses im Pokal zwei Wochen Pause, dann wartet der krisengeschüttelte FC Schönberg zum achten Spieltag. Da hat Thomas Haese bekanntlich zuletzt gespielt. „Ich bin entsprechend heiß“, verriet er schon gestern. Vielleicht platzt dem 31-Jährigen ja ausgerechnet im Jahnstadion der fest gezurrte Tor-Knoten...