Oberliga - 28. Spieltag: FC Anker Wismar - BFC Dynamo 0:1 (0:0)

11.04.2005

Der FC Anker hat die nächste Überraschung verpasst, denn die Hansestädter unterlagen dem BFC Dynamo in den Schlussminuten etwas unglücklich mit 0:1 Toren. Für die Ankerelf bleiben die Hauptstädter damit weiterhin ein Buch mit sieben Siegeln, denn dieses 0:1 war die vierte, aber auch unglücklichste Niederlage im vierten Spiel gegen den zehnfachen Ex-DDR-Meister.

Bittere Heimniederlage für Anker in der Schlussphase

Vor der Rekordkulisse von über 1000 Zuschauern entwickelte sich eine sehr niveauvolle Oberligabegegnung, die BFC-Trainer Christian Backs auf der anschließenden Pressekonferenz veranlasste zu sagen, „dass die Oberliga auf dem richtigen Weg sei, wenn alle Spiele so engagiert und kampfbetont ablaufen wie diese Partie. Dann muss uns um die höchste Amateurspielklasse nicht bange sein“, sagte der Berliner Coach.

Die Berliner hatten vor allem in der ersten Hälfte optische Vorteile und auch nach Torchancen lagen die Gäste vorn. Nachdem Mittelfeldmotor Dennis Kutrieb kurz nach dem Anpfiff den ersten Angriff mit einem Distanzschuss abschloss, blieb ein Schussversuch von Florian Zysk in der Berliner Abwehr hängen (3.). Die nächste gute Möglichkeit für die Hausherren hatte der wieder genesene Thomas Haese, doch Thomaschewski im BFC-Tor konnte parieren. Die größte Schrecksekunde im Ankerstrafraum gab es dann in der 34. Minute, als Rani Al-Kassem nach einem Freistoß von Jacobsen die Kugel an den linken Pfosten schmetterte.

Mit einem Pfostenschuss begann auch die 2. Halbzeit, diesmal aber auf der Seite der Gäste. Thomas Haese hatte sich auf der rechten Seiten schön durchgesetzt, hatte sich fast bis zur Grundlinie durchgedribbelt und aus spitzem Winkel abgezogen. Der Schütze und ein Großteil der Zuschauer jubelten bereits, doch das Leder sprang vom Innenpfosten heraus ins Feld. „Schade, denn wer weiß, wie die Partie geendet hätte, wäre durch diese Aktion die Führung für uns gefallen“, stellte Anker-Trainer Axel Rietentiet in den Raum. Diese Aktion ließ den BFC dann aber wieder wach werden und er hatte in der Folgezeit seine beste Phase. Nach einem schönen Zusammenspiel zwischen Wanski und Al-Kassem zog dieser aus zwanzig Metern ab und zwang Norman Köhlmann im Ankertor zu einer Glanzparade. Doch damit war diese Szene noch nicht abgeschlossen, denn nach dem folgenden Eckstoß verzog Cristian Brutschin nur ganz knapp. Aber diese Überlegenheit dauerte nur eine Viertelstunde, denn die Gastgeber bekamen die Partie wieder in den Griff und konnten selbst einige gute Konter starten. In der 71. Minute prüfte David Rosinki den Berliner Keeper mit einem Flachschuss, in der 80. Minute kam der eingewechselte Marcel Gieseler einen Schritt zu spät, sodass Thomaschewski vor ihm klären konnte.

Die Mannschaft des FC Anker und die Zuschauer, soweit sie Anhänger der Hansestädter waren, freuten sich schon über den einen Punkt, der im Kampf gegen den Abstieg sehr wichtig gewesen wäre, doch dann kam die 88. Minute. Ein langer Ball aus dem Mittelfeld erreichte Dennis Kutrieb auf der rechten Seite. Er setzte sich durch, drang in den Strafraum ein und ließ Köhlmann mit einem Schuss ins lange Eck keine Abwehrchance. Natürlich großer Jubel auf der Berliner Bank, während es auf Seiten der Ankercrew nur enttäuschte Gesichter gab. „So dicht waren wir an dem Unentschieden dran. So ist aber Fußball und wir haben uns kämpferisch nichts vorzuwerfen. Ich denke, das nächste Mal wird uns die Glückgöttin Fortuna auch wieder zulächeln“, sagte Mannschaftskapitän Philipp Aldinger nach der Partie.

„Ich kann und will meiner Elf keinen Vorwurf machen. Unser Minikader (16 Spieler) muss immer auf höchstem Level spielen , da kann auch einmal die Konzentration fehlen“, so der Ankercoach.