Oberliga - 20. Spieltag: FC Anker Wismar - SV Yesilyurt 3:2 (2:2)
27.04.2006
207 Tage musste der FC Anker Wismar auf einen Oberliga-Sieg warten. Entsprechend groß war gestern Abend die Freude bei Fans, Spielern und Vereinsvertretern über den 3:2-Erfolg gegen den SV Yesilyurt. Der gesammelte Frust der letzten Monate schien die Kicker zu ihrer bislang größten Leistung der Rückrunde angestachelt zu haben. Drei Tage, nachdem die sportliche Leitung das Ziel Klassenerhalt offiziell begraben hat, spielte die Mannschaft befreit auf wie noch nie in diesem Jahr.
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Anker holt gegen Yesilyurt 0:2-Rückstand auf
Zum Ärger von Yesilyurts Trainer Volkan Uluc, der vor Wut einen unschuldigen Begrenzungskegel auf das Spielfeld drosch. Schiedsrichter Stolzenburg verwies ihn daraufhin auf die Tribüne. Nach dem Spiel saß der SV-Trainer noch minutenlang auf der Trainerbank und schaute den zufriedenen Wismarer Spielern beim Auslaufen zu. „Ich kann mir nicht erklären, wie man einen 2:0-Vorsprung so verspielen kann“, erklärte Uluc. Ein Grund war „die starke kämpferische Leistung der Wismarer“. Das sah der freudestrahlende Anker-Trainer genauso. „Wir haben so viele gute Jungs, dass wir in die Oberliga zurückkommen“, meint Bego Catic, der sich mit dieser Aussage weit aus dem Fenster lehnt. Seine Spieler haben sich alle ein Bienchen verdient: „Ante Simunac hat mir sehr gut gefallen. Alle anderen auch.“
Etwa David Rosinski, der mit starkem kämpferischen Einsatz seine Berücksichtigung im Kader rechtfertigte. Oder Daniel Schnee, der seine Abwehr über weite Strecken sicher im Griff hatte. Auch Tino Goebel, der stets einen Blick für den freien Mann bewies. Ebenso Florian Zysk, der die Steilpässe in noch so aussichtslosen Situationen erlief. Und natürlich Josko Goreta, der sich mit zwei Toren und einer Vorarbeit selbst zum Matchwinner krönte. In der Pressekonferenz sagte Yesilyurts Trainer Uluc, seine Mannschaft hätte die „Gottesgeschenke zum vorentscheidenden 0:3 nicht angenommen“ und stattdessen Anker ins Spiel gebracht. Einen wirklich glücklichen Eindruck machte Ankers Sportdirektor Enver Alisic auch nicht. Das hat einen finanziellen Hintergrund: „Der Sieg kostet uns 1800 Euro Prämie an die Spieler.“ Dieses wohl verdiente Geschenk werden die siegreichen Hanseaten gerne annehmen – auch wenn es nicht von Gott ist.
Das Yesilyurt-Aufgebot: Baran – Görge (60. Oguz), Turan, Halat, Cinar (40. Ahmetcik) – Bader, Gatti, Gözübüyük (78. Aktürk) – Civa – Karakaya, Türkkan.
SR: Stolzenberg (Neuruppin).
Tore: 0:1 Karakaya (12.), 0:2 Gashi (22./Eigentor), 1:2 Goreta (38.), 2:2 Gashi (40.), 3:2 Goreta (56.).
Zuschauer: 150.
R. Schwarz




