Oberliga - 1. Spieltag: FC Anker Wismar - FC Energie Cottbus (A) 2:4 (0:2)

08.08.2004

Der FC Anker Wismar hat das erste Spiel der neuen Oberligasaison im heimischen Kurt-Bürger-Stadion mit 2:4 verloren. Gegen den letztjährigen Sechsten der Südstaffel lag unsere Mannschaft nach der ersten Hälfte bereits mit 0:2 zurück, konnte aber durch eine kämpferisch starke Leistung zu Beginn der zweiten Halbzeit ausgleichen. Die ersten beiden Oberligatore für den Aufsteiger schossen Thomas Haese und Daniel Köhn. Aufgrund der fehlenden Konzentration in der Abwehrarbeit des FC Anker konnten die Gäste aus Cottbus dann aber den alten 2-Tore-Vorsprung innerhalb von 2 Minuten wiederherstellen.

„Glatzen“ randalierten nach dem Schlusspfiff

Der FC Anker erlebte einen bitteren Saisonstart. Nach der 2:4-Niederlage gegen Energie Cottbus Amateure verletzten Hooligans bei einer Schlägerei vier Fans, die ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Der Zwischenfall ereignete sich um 17.15 Uhr, als die meisten Zuschauer das Kurt-Bürger-Stadion bereits verlassen hatten. Aufgebrachte Rowdies, schon während des Spiels auffällig, ließen ihren Frust an den verbliebenen Gästen mit Fäusten aus.

Dabei hatte der Saisonstart in einer Volksfestatmosphäre begonnen. Mit stürmischem Applaus empfingen 540 Zuschauer im Kurt-Bürger-Stadion den FC Anker. Schiedsrichterin Inka Müller (Stendal) eröffnete bei strahlendem Sonnenschein um 14 Uhr die mit Vorfreude erwartete Oberligasaison. Doch die Weiß-Roten schienen auf dem Rasen eine Eingewöhnungsphase zu brauchen. Der FC Anker spielte verhalten und wirkte nervös. Wismarer „Angsthasenfußball“, so Kapitän Philipp Aldinger, machte es den in Gold-Schwarz spielenden Cottbussern leicht, das Spiel aus einer sicheren Abwehr heraus zu kontrollieren. In der 8. Minute prüften die Lausitzer Gäste dann erstmals Anker-Keeper Trommer mit ihrer gefährlichsten Waffe: Freistöße von Torsten Mattuschka.

In der 16. Minute ließ sich Anker zu einem weiteren Foul in Strafraumnähe hinreißen und wurde prompt bestraft. Den folgenden Freistoß von Mattuschka verwertete Rayk Schröter aus kurzer Distanz zum 0:1. Auf den Rängen wurde es still, denn außer einer Chance durch Kapitän Aldinger (22.) spielte der FC Anker sehr zurückhaltend. Auch das Trommeln des Anker-Fanblocks nach einer halben Stunde änderte nichts an der Tatsache, dass sich die Wismarer bereits im Mittelfeld kaum aus der Cottbusser Umklammerung lösen konnten. Mit dem Halbzeitpfiff fiel nach einem weiteren Freistoß die scheinbare Vorentscheidung, als Silvio Baukert die Vorlage vom überragenden Mattuschka zum 0:2 unter die Latte hämmerte.

Doch von Resignation war nach dem Wiederanpfiff beim FC Anker keine Spur. Wie verwandelt traten die Schützlinge von Trainer Axel Rietentiet auf, der von ihnen in der Kabine „mehr Mut und Aggressivität“ gefordert hatte. Bereits in der 53. Minute stellte Anker-Torjäger Thomas Haese per Kopfball den Anschlusstreffer her. Wenig später sorgte Neuzugang Daniel Köhn nach Zuspiel vom hervorragenden Enrico Maaßen (58.) für Begeisterung auf den Rängen. Nun hatte Wismar sogar mehrmals die Führung auf dem Fuß: sowohl Abwehrhüne Diallo per Kopf (60.) als auch Stürmer Maaßen vergaben das mögliche 3:2. Doch Cottbus antwortete eiskalt durch Kevin Meinhardt und Sebastian Brychey in der 70. und 71. Minute mit dem 2:4. Von diesem Doppelschlag erholten sich die Gastgeber nicht.

Anker-Torhüter Trommer wie Trainer Rietentiet zeigten sich „enttäuscht ob der vielen Gegentore“ gegen den FC Energie, der allerdings „ein anderes Kaliber“ sei. Auch der bundesligaerfahrene Cottbusser Rayk Schröter war „mit Respekt“ nach Wismar gekommen, er hatte „mehr erwartet“.

FC Anker spielte mit: Trommer – Diallo, Goebel, Peter – Aldinger, Köhn, Glaubitz (46. Wietzke), Hildebrandt, Prehn (73. Ratke) – Maaßen (73. Rosinski), Haese