Oberliga - 13. Spieltag: Tennis Borussia Berlin - FC Anker Wismar 9:0 (2:0)

18.11.2005


Der FC Anker Wismar hat am Freitagabend erneut einen herben Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt erlitten. Im Spiel gegen den wiedererstarkten Tabellennachbarn aus Berlin kassierten die Hansestädter eine heftige 9:0-Niederlage und stehen damit nun erstmals in der Saison auf einem Abstiegsplatz.

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Anker erlitt bei Tennis Borussia Debakel

Der FC Anker Wismar kann einfach auswärts nicht gewinnen. Auch im siebten Spiel auf fremden Platz konnten die drei Siegpunkte nicht nach Wismar genommen werden. Denn das Team von Trainer Enver Alisic verlor beim Tabellennachbarn Tennis Borussia Berlin mit 0:9 Toren. Durch diese Niederlage musste die Anker-Mannschaft die Hauptstädter in der Tabelle vorbeiziehen lassen und rutschte zum ersten Mal in dieser Saison auf einen Abstiegsplatz. „Trotzdem ist noch lange nichts verloren. Wir haben in diesem Jahr noch zwei Punktspiele zu bestreiten, aus denen wir immer noch sechs Punkte holen können“, so Alisic. „Wir haben unser Team in Hinblick auf die Hinrunde bereits deutlich verjüngt. So einen Prozess dauert natürlich seine Zeit. Aber unsere Youngster haben sich recht ordentlich geschlagen“, sagte Anker-Präsident Bernd Kryczanowsky. Neun Spieler unter 23 Jahre hatten die Hansestädter aufgeboten, da solch wichtige Aktive wie Tino Goebel (Leistenprobleme), Christian Donner (Fußverletzung) und David Rosinski (fünfte gelbe Karte) fehlten. Zudem verzichtete Alisic auf die formschwachen Laschkowski, Bohnet, Ridder und Andre Hildebrandt.

Die Hausherren begannen gestern Abend wie die Feuerwehr und drängten auf ein schnelles Tor. Nachdem sie durch Christian Kollmorgen und Norbert Lemcke zwei gute Chancen vergaben, fiel in der 14. Minute doch die Führung für die Berliner. Die Situation schien bereits geklärt, als der gedachte Pass vom Hacken eines TB-Spielers zu Vuckovic zurückprallte und dieser sich die Chance zur Führung nicht entgehen ließ. Jetzt drehten die Gastgeber richtig auf. Die Anker-Abwehr hatte in der Folgezeit Schwerstarbeit zu verrichten. Michael Fuß und Nenad Vuckovic erspielten sich Torchancen im Zwei-Minuten-Takt. Aber Fuß (24.,27.,30.) und Vuckovic scheiterten immer wieder am glänzenden Normen Köhlmann im Ankertor. Dies schien sich zu rächen, denn in der 42. Minute kam Josko Goreta nach schönem Zuspiel von Floria Zysk freistehend zum Schuss, aber Timo Hampf konnte den Schuss aus Nahdistanz mit toller Fußparade klären. Doch im Gegenzug erzielte Vukovic das 2:0. Nach dem Seitenwechsel brach dann die Ankermannschaft völlig zusammen. Die restlichen sieben Tore für die Berliner erzielten Vukovic (49., 52.), Lemcke (55.) und Fuß (69., 72., 83., 84.).

A. Kirsch



Noch ein Spielbericht:

FC Anker wurde vom Platz „gekegelt“

Der 13. Spieltag wird dem FC Anker Wismar wohl wieder lange im Gedächtnis bleiben, denn gleich mit 0:9 musste sich die Elf von Trainer Enver Alisic beim Tabellennachbarn Tennis Borussia Berlin geschlagen geben. Nach dem 0:9 im letzten Punktspiel der abgelaufenen Saison gegen den FC Hansa Rostock II war es innerhalb von sechs Monaten das zweite Kegelergebnis, das die Hansestädter kassierten.

„Mit einer Niederlage musste man in der derzeitigen Situation sicher rechnen, aber mit einem solches Desaster hat keiner gerechnet“, sagte Co-Trainer Mathias Tietze nach dem Spiel. „Zum Glück hat Norman Köhlmann im Tor erneut einen starken Tag erwischt, sonst wäre die Partie definitiv zweistellig ausgegangen. Bitter ist, dass sich die Veilchen gerade gegen uns ihren Frust der letzten Wochen von der Seele geschossen haben. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir es ihnen aber auch deutlich zu einfach gemacht“, so Tietze weiter. Im Berliner Mommsenstadion war die Ankercrew bei diesem Flutlichtspiel erneut total umgekrempelt aufgelaufen. Neben Christian Donner (Fußverletzung), Tino Goebel (Leistenprobleme) und David Rosinski (Sperre nach der 5. gelben Karte) fehlten leistungsbedingt auch Maurice Bohnet, Steve Ridder, Andre Hildebrandt und Bastian Laschkowski, wobei letzterem Wechselabsichten zu Dynamo Schwerin nachgesagt werden. In der ersten Viertelstunde hielten die Hansestädter ihr Tor noch sauber, aber nach einem bereits geklärt scheinen den Angriff kam die Kugel doch noch einmal zu Vuckovic und er ließ Köhlmann keine Chance. Danach kam die Ankercrew nur noch selten zu gefährlichen Konterangriffen, die Hausherren bestimmten jetzt eindeutig das Geschehen. Da sie aber immer wieder an Köhlmann bzw., eigenem Unvermögen scheiterten lag urplötzlich der Ausgleich auf dem Fuß von Josko Goreta, aber Anker’s bester Torjäger vergab völlig freistehend (43.). Praktisch im Gegenzug der Treffer zum vorentscheidenden 2:0 für die lilaweißen.

Nach der Pause wurden die Wismarer dann zum Spielball der Borussen, denn durch drei Treffer in den nächsten vierzehn Minuten erhöhten sie nicht nur auf 5:0, sondern ließen damit das Abwehrgefüge der Gäste immer mehr zerbröckeln. Die halfen dann auch beim Toreschießen noch kräftig mit, denn wie beim 7:0 (Zysk) und 8:0 (Weidemann) kamen die Vorklagen aus den Reihen der Gäste. So wurde es am Ende ein bitterer Abend für die Wismarer Elf und ihren neuen Präsidenten Bern Kryczanowsky, der es sich nicht hatte nehmen lassen die an diesem Abend strapaziöse Tour über vereiste und verschneite Landstraßen mit dem Mannschaftsbus auf sich zu nehmen. „Man hat gesehen, dass wir augenblicklich meilenweit von der Oberligaform entfernt sind. Aber wir werden die Hinrunde trotzdem mit Anstand zu Ende spielen und zur Rückrunde eine umformierte Mannschaft mit leistungswilligen Spielern präsentieren, mit den der Klassenerhalt geschafft wird“, so Kryczanowsky.

„Ich will die Leistung meiner Mannschaft nicht schönreden, aber mit dieser völlig umformierten Elf war nicht viel mehr zu holen. Wir haben insgesamt neun Spieler unter 23 aufgeboten, die sich erst an die rauhe Gangart in der Oberliga gewöhnen müssen und es auch werden. Zusammen mit diversen Verstärkungen wird in der Rückrunde eine völlig andere Mannschaft auflaufen“, so Anker-Trainer Alisic auf der anschließenden Pressekonferenz.

Tore: 1:0/2:0/ 3:0 (14./ 44./ 49.) Nenad Vuckovic, 4:0 (55.) Norbert Lemcke, 5:0 (60.) Benjamn Griesert, 6:0/ 7:0/ 8:0/ 9:0 (69./ 72./ 83./ 84.) Michael Fuß.

FC Anker Wismar mit: Köhlmann - Pierstorf, S. Hildebrandt (65. Düsing), Gal, Kählert - Schawaller, Mahnke, Weidemann (85. Wenzel) - Zysk, Goreta, Becker (58. Peters)

Bernhard Knothe