Oberliga - 11. Spieltag: BFC Dynamo - FC Anker Wismar 6:1 (2:1)
30.10.2004
Die Oberligamannschaft des FC Anker hat ihr Auswärtsspiel beim BFC am Samstag mit 1:6 verloren. Dabei kam unsere Mannschaft nach einem 0:2-Rückstand zwar noch vor der Pause zum 1:2-Anschlusstreffer durch Hildebrandt, aber mehr gab es gegen die spielstarken Berliner nicht zu holen. Am Ende geriet der FC Anker völlig unter die Räder, so dass noch vier weitere Tore auf dem Minuskonto zu verbuchen waren.
FC Anker beim BFC 1:6 eingebrochen
Den Sonnabendnachmittag hatte sich der FC Anker Wismar wahrlich anders vorgestellt. Zumindest ein Punkt sollte in Berlin geholt werden. Am Ende gab es für den FC Anker mit dem 1:6 die höchste Niederlage in der Oberliga. „Es klingt sicher reichlich komisch angesichts dieser klaren Niederlage, doch über weite Strecken hat meine Mannschaft ein gutes Spiel gemacht. Erst der Treffer zum 1:3 hat die Relationen deutlich verschoben. Danach war der zehnfache DDR-Meister deutlich besser und hat auch in dieser Höhe verdient gewonnen“, so Anker-Trainer Axel Rietentiet, der nach dem Abpfiff weiter analysierte: „In dieser Schlussphase haben wir auch Harakiri gespielt, denn in der Abwehr ging alles drunter und drüber. Und wenn schon mit einem Spieler weniger, dann muss sich die Mannschaft eindeutig auf die Sicherung des Spielstandes konzentrieren und darf nicht noch auf Teufel komm raus stürmen und die Abwehr vernachlässigen. Zu diesem Zeitpunkt haben wir uns wie eine Schülermannschaft verhalten. Allerdings hat man auch gesehen, dass unsere zweite Reihe Schwierigkeiten hat, in solchen Extremsituationen den Kopf oben zu halten. Der Ausfall von sechs Stammspielern kann mit unserem Kader nicht ausgeglichen werden.“ Immerhin fehlten Torhüter Mathias Trommer (Blockierung eines Halswirbels), Tino Goebel und Andre Priebe (beide berufsbedingt), Kevin Wietzek (Zerrung), Enrico Maaßen (Knöchelverletzung), Rene Ratke (Nasenbeinbruch) und Marcel Prehn (Gelbsperre).
Obwohl die Wismarer Elf durch kapitale Abwehrschnitzer schnell mit 0:2 in Rückstand geraten war, zeigte sie in der Folgezeit eine gute Moral. Nach dem 1:2 durch den wiedergenesenen Andre Hildebrandt hielt die Ankercrew die Partie bis zur 65. Minute offen, dann brachte Kutrieb eine Flanke genau nach innen, wo Manzki aus Nahdistanz verwandelte. Jetzt folgte ein Powerplay der Einheimischen, während die Gäste Mühe hatten, ihr Gehäuse sauber zu halten. In den letzten zwölf Minuten brach die Ankerelf dann aber doch noch ein und kassierte drei weitere Gegentreffer. Damit noch nicht genug, denn in der 82. Minute sah Manndecker Mamadou Diallo völlig unnötig seine zweite gelbe Karte und musste so vorzeitig unter die Dusche. „Anstatt sich jetzt nur auf Abwehraufgaben zu konzentrieren, suchten meine Spieler jetzt immer noch den Angriff. Und das ging dann völlig in die Hose“, ärgerte sich das Wismarer Trainergespann.
Nach der Partie zeigten sich die Hansestädter trotz der herben 1:6-Niederlage noch ein zweites mal als gute Verlierer. Der BFC Dynamo hatte im Vorfeld des Spiels zu einer Blutspendenaktion für Benjamin Bienert, einem leukämiekranken Fußballfan von Hertha BSC Berlin, aufgerufen. Über 200 Fußballfreunde waren am Sonnabend im Berliner Sportforum diesem Aufruf gefolgt, darunter auch fast die komplette Mannschaft des FC Anker Wismar. Mannschaftskapitän Philipp Aldinger, als Doktor der Veterinärmedizin selbst im medizinischen Bereich tätig, hatte seine Mannschaftskollegen bereits im Vorfeld jegliche Angst vor dem „kleinen Piecks“ genommen. „Wenn wir helfen können, und ist die Chance auch noch so klein, dann helfen wir natürlich“, so der Mittelfeldspieler des Oberligisten.




