Neustrelitz kommt mit drei Ex-Hansa-Profis

04.02.2005


Der Oberligist FC Anker Wismar bestreitet am Sonntag um 14 Uhr sein erstes Heimspiel der Rückrunde. Gegner ist die TSG Neustrelitz. Anker-Trainer Axel Rietentiet hatte es „die Sprache verschlagen.“ 0:5 in Cottbus bei den Amateuren des FC Energie. Der Oberliga-Alltag hatte den FC Anker zum Rückrundenstart am vergangenen Sonnabend schneller eingeholt, als es Rietentiet lieb sein konnte.

Mit solch einem Rückschlag im neuen Jahr hatte wohl keiner aus dem Umfeld des FC Anker gerechnet. Da kommt dem vorausschauenden Anker-Fan der Blick in die Tabelle gerade recht. Denn der nächste Gast im Kurt-Bürger-Stadion (bei schlechtem Wetter auf dem nahen Kunstrasenplatz) ist die TSG Neustrelitz, die mit dem vorletzten Tabellenplatz und nur einem Sieg in der Hinrunde nicht den besten Eindruck macht. Doch der Schein könnte trügen; die TSG hat sich in der Winterpause gut verstärkt. Nach dem Ausfall des Heimspiels gegen Motor Eberswalde haben die Neustrelitzer noch keine Visitenkarte mit dem neuen Kader abgeben können.

So beginnt die Rückrunde für die Neustrelitzer in Wismar. Die Partie in der Hansestadt wird auch die erste Bewährungsprobe für den vom Nord-Oberligisten Wilhelmshaven gekommenen Jens Dowe werden. Der ehemalige Bundesligaprofi von Hansa Rostock soll die Fäden im Neustrelitzer Mittelfeld in der Hand halten. Vollstrecken soll in vorderster Front ein weiterer alter Bekannter aus dem Oberhaus des deutschen Fußballs: Henri Fuchs. Unter Trainer Jürgen Decker finden nun die beiden Rostocker Urgewächse wieder zusammen und treffen dabei auf einen weiteren Ex-Hansa-Profi: Marco Zallmann spielt bereits seit Beginn der Saison 2004/2005 für die Neustrelitzer. Mit den drei ehemaligen Bundesligaspielern im Aufgebot wird die TSG am Sonntag vermutlich viele Zuschauer anziehen.

In Wismar finden derweil die Aufräumarbeiten nach der herben Niederlage in der Lausitz statt, bei der es laut Trainer Rietentiet „nichts zu holen gab“. Umso größer lastet nun der Druck auf den Weiß-Roten, gegen die Neustrelitzer zu punkten. Nachdem letzte Woche ein Rumpfkader die Hansestadt auswärts vertreten musste, kann Rietentiet diesmal wieder auf die meisten Spieler zurückgreifen. Allerdings muss das Wismarer Publikum noch auf Neuzugang Sebastian Mahnke warten, der an einer Fußverletzung laboriert. Mit Daniel Köhn ist jedoch ein wichtiger Mittelfeldspieler nach seiner Gelb-Sperre wieder mit dabei, und auch Tino Goebel rutscht nach seiner Magen-Darm-Erkrankung wieder ins Aufgebot. Außerdem wird Manndecker Mario Peter wieder zum Einsatz kommen, während hinter Andre' Hildebrandt noch ein Fragezeichen steht.

Anker-Trainer Axel Rietentiet sieht dem Heimspiel mit gemischten Gefühlen entgegen: „Neustrelitz ist eine kampfstarke Mannschaft, die mit dem Rücken zur Wand steht. Sie werden auf Biegen und Brechen siegen wollen.“ Der Trainer hofft, dass „der FC Anker die Neustrelitzer überraschen kann. Denn schließlich müssen wir die TSG auf Abstand halten.“ Nicht zu vergessen, dass ein Sieg Balsam auf die geschundene Seele der Anker-Fans wäre.

Eckart Glende