Neuer Präsident will Verein umkrempeln
18.11.2005
Der FC Anker Wismar kämpft um den Klassenerhalt in der Oberliga. Die Ostseezeitung sprach mit dem neuen Vereinspräsidenten Bernd Kryczanowsky.
OZ: Wie beurteilen Sie die sportliche Situation der Oberliga-Mannschaft nach der 1:2-Pokalniederlage in Bad Kleinen?
Kryczanowsky: Wir sind natürlich enttäuscht, dass wir am vergangenen Sonntag aus dem Landespokal ausgeschieden sind. Es hat teilweise heftige Reaktionen der Fans gegeben. Wir sind nun bemüht, die Leute über die Hintergründe der sportlichen Lage zu informieren.
OZ: Woran machen Sie denn die Misere fest?
Kryczanowsky: Wir sind vor einigen Monaten mit einer Mannschaft angetreten, die eine hohe Erwartungshaltung geweckt hat. Durch interne Querelen - wir mussten eine Reihe von Spielern mitten im Spielbetrieb abgeben - konnten wir die Erwartungen nicht mehr erfüllen.
OZ: Das neue Ziel heißt Klassenerhalt. Wie kann der Verein das erreichen?
Kryczanowsky: Wir setzen zunächst auf die Spieler, die wir haben. Darüber hinaus führen wir junge Talente an die erste Mannschaft heran, die mit dem Herzen dabei sind und nicht nur für das Geld hier spielen.
OZ: Der Einbau von Talenten ist doch aber nicht von heute auf morgen zu schaffen.
Kryczanowsky: Stimmt. Wir wissen, dass einige talentierte Leute noch nicht Oberliga-Niveau haben. Trotzdem beginnen wir bereits jetzt, sie zu integrieren. Unser Trainer hat angeregt, dass wir künftig die erste und zweite Mannschaft sowie die A- und B-Junioren gemeinsam trainieren lassen. Das wird alle Beteiligten voran bringen. Zur Rückrunde wollen wir uns verstärken und mit einer schlagkräftigen Truppe voll durchstarten.
OZ: Trainer Enver Alisic genießt großes Vertrauen im Vorstand. Wie läuft die Zusammenarbeit mit ihm?
Kryczanowsky: Der Trainer leistet gute Arbeit. Wir wären dumm, wenn wir auf seine Erfahrung verzichten würden. Er kann wenig für die missliche Lage. Auch im Auswärtsspiel bei TeBe werden wir keine Bäume ausreißen können, weil wir noch kein Oberliga-Niveau haben. Von den Zuschauern und Sponsoren wünsche ich mir, dass sie uns Zeit geben und weiter zu uns stehen.
Interview: Robert Schwarz




