Nachwuchs des FC Anker gehört zur Spitze im Land
20.06.2011
Im OZ-Interview sprach unser Jugendobmann Christiano Dinalo Adigo über die abgelaufene Saison und die Zukunft der Nachwuchsabteilung.
Die Saison 2010/2011 ist auch im Nachwuchsbereich Geschichte. Zu den erfolgreichsten Vereinen in Mecklenburg-Vorpommern gehört der FC Anker Wismar. OZ sprach mit Christiano Dinalo Adigo, Jugendobmann des FC Anker, über Erreichtes, aber auch darüber, welche Ziele nun angesteuert werden sollen.
OSTSEE-ZEITUNG: Sind Sie mit den Ergebnissen zufrieden?
Adigo: Wir sind mit den erreichten Ergebnissen sehr zufrieden, weil wir die Erwartungen übertroffen haben. Wir spielen mit den A-, B-, C-, und D-Junioren in der Verbandsliga. Das ist die höchste Liga im Land. Alle vier Mannschaften haben hervorragend abgeschnitten. Die A-Junioren wurden Dritter, die B-Junioren Zweiter, die C-Junioren sogar Landesmeister und die D-Junioren belegten einen guten fünften Platz. Das kann sich sehen lassen, denn so erfolgreich war der Verein seit der Gründung 1997 noch nie.
OZ: Die B-Junioren wollten doch in die Regionalliga aufsteigen. Dieses Ziel wurde nicht erreicht. Woran lag es?
Adigo: Die Mannschaft von Trainer Jörg Broberg hat eine ausgezeichnete Saison gespielt und ist punktgleich mit dem 1. FC Neubrandenburg Zweiter geworden, weil die Neubrandenburger ein besseres Torverhältnis hatten. Insofern können wir weder den Jungs noch dem Trainer sowie den Betreuern Hans Nechels und Stefan Paus einen Vorwurf machen. Auch wenn es am Ende nicht ganz gereicht hat, so hat sich die Mannschaft sehr gut weiterentwickelt.
OZ: Neben diesen vier Mannschaften in der Verbandsliga gibt es aber noch weitere Teams. Wie zufrieden sind Sie mit deren Abschneiden?
Adigo: Auch unsere jüngeren Jahrgänge haben sich prächtig geschlagen. Die E-Junioren haben sich für die Landesmeisterschaft qualifiziert, die F-Junioren wurden Kreismeister. Damit sind sie auch bei der Landesmeisterschaft vertreten. Uns kommt es bei diesen Jahrgängen vor allem darauf an, die fußballerischen Grundlagen zu schulen. Das heißt, die Technikausbildung steht hier im Mittelpunkt. Das ist den Trainern zum größten Teil auch gelungen, auch wenn wir hier und da uns noch weiterentwickeln müssen.
OZ: Wie viele Talente hat der FC Anker?
Adigo: Etwa 280 Kinder und Jugendliche spielen in insgesamt 14 Mannschaften. Darunter sind auch einige Mädchen, die viel Freude am Fußballspielen haben und sehr ehrgeizig sind.
OZ: 14 Mannschaften benötigen mindestens einen Trainer und Betreuer. Haben Sie genug Helfer oder können sich Fußballinteressierte bei Ihnen noch melden, die im Nachwuchs tätig werden möchten?
Adigo: Für jeden Übungsleiter, der zu uns kommen will, sind wir dankbar. Denn neben unseren sportlichen Zielen ist es unsere Selbstverpflichtung, Kinder und Jugendliche von der Straße zu holen, ihnen eine sinnvolle Freizeit anzubieten. Dafür kann man gar nicht genug Helfer haben.
OZ: Wie ist die Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen in der Hansestadt Wismar und Umgebung?
Adigo: Die Zusammenarbeit hat sich in der vergangenen Saison weiter gefestigt. Wir haben mit dem PSV Wismar, aber auch mit dem FC Hansa Rostock einen Kooperationsvertrag geschlossen. Denn die besten Talente sollen auch in den besten Mannschaften spielen, weil sie dort eine bessere Ausbildung erhalten.
OZ: Was hat der FC Anker davon, wenn die besten Spieler nach Rostock wechseln?
Adigo: Sehr viel! Wir verbauen keinem Spieler seine fußballerische Laufbahn, wenn er das Zeug hat, ganz oben anzukommen. Ein Beispiel: Torwart Johannes Brinkies ist vom FC Anker zu Hansa Rostock gewechselt und gehört jetzt schon zum Profikader des Zweitligaaufsteigers. Darauf sind wir stolz. Es gibt weitere Nachwuchsspieler unseres Vereins, die demnächst in Rostock auf der Nachwuchsakademie ausgebildet werden.
OZ: Der FC Anker peilt doch im Männerbereich selber höhere Ziele an. Fehlen diese Talente später nicht?
Adigo: Natürlich fehlen diese zunächst, aber durch den Kooperationsvertrag mit dem FC Hansa profitiert der FC Anker wieder davon. So wird in den kommenden Jahren der eine oder andere Spieler den umgekehrten Weg machen, weil er den Sprung in den Profikader nicht geschafft hat. Uns wird dieser Spieler jedoch weiterhelfen.
OZ: Was hat sich der Verein für die nächste Saison im Nachwuchsbereich vorgenommen?
Adigo: Durch die gewonnenen Erkenntnisse haben wir uns ein neues Konzept im Nachwuchsbereich erarbeitet, um auf Dauer ein eigenes Talentebecken zu haben und konkurrenzfähig zu bleiben. Natürlich wollen wir in den Ligen wieder vorne mitspielen und werden erneut versuchen, dass eine Nachwuchsmannschaft den Sprung in die Regionalliga schafft. Auch wenn das abgedroschen klingt, der Mensch erntet nur das, was er vorher gesät hat. Mein Dank gehört den Sponsoren, Eltern, Trainern, Betreuern, Funktionären des Vereins sowie den Fans, die uns tatkräftig in der Nachwuchsarbeit unterstützen.
von Peter Preuß (Ostsee-Zeitung)




