Mit einem Geschenk zum Auswärtsspiel
11.02.2005
Der unverhoffte Punktgewinn aus dem Spiel in Cottbus könnte dem FC Anker als Ansporn für das Auswärtsspiel beim Berliner AK 07 dienen. Der Start in die Rückrunde schien nach dem 0:1 gegen die TSG Neustrelitz im Kurt-Bürger-Stadion endgültig misslungen. „Die Elf, die aufläuft, muss sich zerreißen, das war heute aber kaum zu erkennen“, machte Anker-Trainer Axel Rietentiet nach Spielende den Tiefpunkt des mannschaftlichen Engagements deutlich.
Doch das Urteil des Sportgerichts vom Nordostdeutschen Fußballverband vom 8. Februar bringt unverhofft einen Motivationsschub für die angeschlagenen Anker-Spieler. Der Einsatz eines gesperrten Cottbuser Fußballers am 18. Spieltag gegen die Weiß-Roten befördert den FC Anker von Platz 13 auf Rang 12 und entschärft zugleich den Abstiegskampf für die Hansestädter. Die drei Punkte aus der 2:0-Wertung vergrößern den Abstand des FC Anker zur Abstiegszone auf acht Punkte.
Doch die letzten Auftritte des FC Anker gaben Anlass zu Sorge. „Wir haben seit vier Spielen kein Tor mehr geschossen“, weiß Axel Rietentiet. „Beim Spiel gegen Neustrelitz hat uns ein Fehler die Niederlage beschert. Das ist eben der Unterschied zwischen Verbands- und Oberliga. Jeder Aussetzer wird hier bestraft“, analysiert der Trainer der Weiß-Roten. Das Drei-Punkte-Geschenk aus Cottbus nimmt Rietentiet gern an, doch er mahnt: „Wir müssen endlich wieder selber punkten!“
Der Berliner Athletik Klub 1907 wird den Weiß-Roten diese Aufgabe schwer machen. „Wir fahren nicht nach Berlin, um zu verlieren. Ein Unentschieden würde uns helfen.“ Der BAK wartet mit einigen Neuverpflichtungen, unter anderem einem neuen Torwart, in der Hauptstadt auf die Wismarer. Zudem verfügt Trainer Volkan Uluc mit Okatan und Parlatan über zwei hervorragende Mittelfeldregisseure, die auch über Standards gegnerischen Torhüter das Fürchten lehren. „Im Sturm sorgt Kadow für Gefahr; ein bulliger Spieler“, beschreibt Axel Rietentiet die Offensivstärke des Gegners.
Einige Schwachstellen sind dem Anker-Trainer jedoch nicht verborgen geblieben: „In der Abwehr sind die Berliner anfällig. Und manchmal ist Übereifer und zu viel Emotion im Spiel.“ Doch zuletzt fand der BAK genau das richtige Mittelmaß zwischen Abgeklärtheit und Engagement, als die Berliner in Ludwigsfelde mit Leidenschaft und Kampfkraft 1:0 gewannen und einen starken Eindruck hinterließen. Der FC Anker wappnet sich deshalb mit konzentrierter Trainingsarbeit und akribischer Fehleranalyse gegen die Auswärtshürde. Beim Spiel in Berlin werden jedoch höchstwahrscheinlich Kapitän Philipp Aldinger, Stefan Mahnke und Enrico Maaßen fehlen; auch der Einsatz von Andrè Hildebrandt ist ungewiß. Ebenso werden die Wismarer auf den am Knie verletzten Marcel Prehn verzichten müssen, während der Langzeitverletzte Stephan Müller zu seinem zweiten Kurzeinsatz kommen wird.
Trotz der langen Verletzungsliste geht Rietentiet optimistisch in die Partie. „Die sind zu packen!“, strahlt der Trainer Zuversicht aus. Jetzt muss sich diese Einstellung nur noch die Elf auf den Rasen zu eigen machen.




