Mannschaft will um Spitze mitspielen
02.08.2008
Heute beginnt für den FC Anker Wismar der Start in die neue Verbandsligasaison. Die Wismarer gastieren beim Pasewalker FV. Über die Ziele des FC Anker sprach OZ mit dem Präsidenten Reinhart Kny sowie dem Spieler und sportlichen Leiter René Rydlewicz.
OZ: Der FC Anker Wismar hat sich für die neue Saison in der Fußball-Verbandsliga kräftig verstärkt. Wohin soll die Reise gehen?
Kny: Aus der alten Saison haben wir unsere Erfahrungen gezogen. Wir sind bei unseren Zuschauern und unseren Fans in der Pflicht, sportlich mit besseren Spielen und Ergebnissen aufzuwarten.
OZ: Will die Verbandsligamannschaft aufsteigen?
Rydlewicz: Unser Ziel ist es, auf dem Platz guten Fußball zu bieten. Unsere Fans müssen erkennen, dass unsere Zielstellung, an der Spitze mitzuspielen, auf dem Platz umgesetzt wird. Wir reden heute noch nicht vom Aufstieg, sondern von der schrittweisen Verbesserung unserer Leistungen.
OZ: Die Erwartungshaltung der Fans ist aber groß. . .
Kny: Unsere Ausgangssituation ist der elfte Platz, den wir in der vergangenen Saison in der Tabelle erreichten. Mit der Neuverpflichtung von sieben Spielern, die schrittweise in die Mannschaft integriert werden, und vier Perspektivspielern aus den Junioren, die an den Männerbereich herangeführt werden müssen, haben wir den Wettbewerb in der Mannschaft entfacht. Die Rahmenbedingungen wurden schrittweise verbessert im letzten Jahr, sodass wir verstehen, dass unsere Fans berechtigterweise diese Erwartungen haben.
OZ: Welche Rolle soll René Rydlewicz im Verein und in der Mannschaft spielen?
Kny: Als sportlicher Leiter des FC Anker und als Spieler ist seine Aufgabe schwerpunktmäßig im Management des Vereins zu sehen. Wir haben uns vorgenommen, den Kinder- und Jugendbereich weiter voranzubringen und unsere Imagewerbung nach außen zu verbessern. Die Strukturen innerhalb des Vereins zu verbessern, Verantwortung für den Spielbetrieb zu tragen, das Marketing und die Arbeit mit den Sponsoren sind seine Hauptaufgaben.
OZ: Hat er dann noch Zeit zum Spielen?
Rydlewicz: Ja! Zurzeit bin ich aber noch verletzt. Für meine Einarbeitung ist das ja nicht schlecht. Aber ich freue mich natürlich darauf, bald auch wieder Fußball zu spielen.
Kny: Dass er innerhalb der Mannschaft als Spieler eine echte Verstärkung darstellt, braucht man nicht weiter erklären. Aber die Arbeit mit den zwölf Jugend-, drei Männer- und der einen Frauenmannschaft ist für uns für die Perspektive des Vereins die entscheidende Aufgabe. Bei 372 Mitgliedern müssen wir das Produkt Fußball in der Stadt Wismar gemeinsam wieder mehr in den Mittelpunkt stellen. Hier braucht der Verein die volle Unterstützung der Fans, der Sponsoren, der ehrenamtlich arbeitenden Trainer und Betreuer sowie der Hansestadt Wismar.
OZ: Herr Rydlewicz, welchen Unterschied haben Sie zwischen dem Profiklub und dem Amateurverein festgestellt?
Rydlewicz: Ich habe allerhöchsten Respekt vor jedem einzelnen Spieler unserer Mannschaft. Wenn man die ganze Woche von morgens bis abends arbeitet und zusätzlich viermal die Woche nach Feierabend trainiert, plus das Spiel am Wochenende, ist das schon ein großer Unterschied zu den Profis.
OZ: Herr Rydlewicz, als Ihr Wechsel von Hansa Rostock nach Wismar bekannt wurde, dachten viele an einen Aprilscherz. Sind Sie inzwischen beim FC Anker angekommen?
Rydlewicz: Ja! Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und habe das Gefühl, dass ich hier meine Erfahrungen einbringen kann und mir die Chance gegeben wird, in vielen Bereichen dazuzulernen.
OZ: Wohin will der Verein steuern?
Kny: Unsere Aufgabe besteht darin, die ehrenamtliche Tätigkeit unserer Trainer und Betreuer, aber auch die aktive Teilnahme im Eltern- und Jugendbereich in den Mittelpunkt unserer Arbeit zu stellen, weil wir hier die Zukunft gestalten. Schrittweise werden wir mit der Unterstützung unserer vielen Sponsoren und der Hansestadt Wismar Voraussetzungen schaffen, den FC Anker über diese Basiarbeit auch im Männerbereich weiter zu stärken.
OZ: Viele Wismarer rätseln, wie der Verein einen Rydlewicz oder Fabian Bröcker bezahlen kann. Hat der FC Anker im Lotto gewonnen?
Kny: Unser Anspruch ist es, nicht nur bei den bereits genannten, sondern schon bei den A-Jugendspielern und den Spielern der ersten Männermannschaft Perspektiven aufzuzeigen, wie sie sich beruflich in unserem Umfeld der Hansestadt Wismar entwickeln können. Unser Angebot an alle heißt also, berufliche Entwicklung, die durch unsere Sponsoren abgesichert wird.
von Peter Preuß




