Macht der FC Anker morgen Oberliga-Aufstieg perfekt?

28.05.2010

Das Team von Ankertrainer Timo Lange muss morgen auf Reisen gehen. Um 15 Uhr erfolgt gegen den Pasewalker FV der Anstoß. Nach dem klaren 5:0-Sieg am letzten Wochenende gegen den SV Waren 09 brauchen die Hansestädter für die Landesmeisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Amateur-Oberliga nur noch einen Sieg. „Und den wollen wir bereits in Pasewalk erkämpfen, um am letzten Spieltag gegen Drögeheide nicht unter Zugzwang zu stehen. Allerdings wird die Partie alles andere als ein Spaziergang, denn die Gastgeber stehen noch mit dem Rücken zur Wand und sind noch lange nicht aller Abstiegssorgen ledig", so Ankertrainer Timo Lange.

„Bei einem Sieg würde die lange Heimfahrt auch deutlich entspannter werden. Zudem wollen wir unserer Physiotherapeutin Iris Wisnewski den Aufstieg schenken. Wenn bei ihr alles gut läuft, will sie beim Spiel gegen Drögeheide dabei sein. Diese Partie soll dann ein lockerer Spieljahresabschluss mit einer großen Aufstiegsfeier werden", ergänzt Lange.

Vor der großen Feier hat der Fußballgott aber noch 90 Minuten vollste Konzentration und Kampf gestellt. Denn eins ist sicher, die Pasewalker Elf wird bis zum Umfallen kämpfen und versuchen, mit einer sehr defensiven Einstellung im Abstiegskampf zu punkten. Und mit sehr defensiv eingestellten Teams hatte die Ankerelf des Öfteren Schwierigkeiten.

Nachdem die Vorpommern auswärts beim TSV Graal-Müritz sogar einen 0:2-Rückstand aufholten und am Ende mit einem 3:3 einen Punkt vom Ostseestrand mitnehmen konnten, haben die Pasewalker am letzten Wochenende das wichtige Nachholspiel bei der ebenfalls stark abstiegsgefährdeten Friedländer Elf mit 0:2 verloren und sich so selbst wieder in Zugzwang gebracht.

Friedlands Trainer Ingo Latzkow bescheinigte seiner Mannschaft dabei eine große Leistung. „Heute hat man gesehen, dass wir uns noch lange nicht aufgegeben haben", so die Aussage von Latzkow. Bittere Miene dagegen bei seinem Pasewalker „Amtsbruder" Miruslaw Murawski. „Ich bin einfach nur enttäuscht. Den Punkt, den wir wollten, haben wir nicht geholt. Der Gegner hat gekämpft, was bei uns nicht der Fall war", ärgerte sich der PFV-Coach. „Vom Spiel über die Außen war bei uns nichts zu merken", monierte Murawski nach dem Abpfiff.

Ganz anders dagegen die Aussage von Ankertrainer Timo Lange zur Partie gegen den SV Waren, denn da dominierten die Hansestädter eindeutig und boten eine spielerisch sehr starke Partie. „Das Team will sich auf kein Rechenexempel einlassen und bereits morgen den Oberliga-Aufstieg perfekt machen. Die Mannschaft hat in der Woche hervorragend trainiert und tritt voller Selbstbewusstsein die lange Fahrt nach Pasewalk an", so der Ankercoach.

Die Gesamtstatistik zwischen beiden Mannschaften spricht zwar mit sechs Siegen und einem Remis deutlich für die Hansestädter, aber in den beiden letzten Jahren musste sich das Ankerteam in Vorpommern geschlagen geben. Während es in der Saison 2007/ 2008 eine 0:1-Niederlage gab, kassierte die Ankercrew in der vergangenen Spielzeit sogar eine 0:2-Pleite. „Ich weiß zwar, wie schwer die morgige Partie sein wird, aber ich bin mir sicher, dass wir an das gute Spiel der Vorwoche anknüpfen können und am Ende so wie im Hinspiel siegreich vom Platz gehen werden", gibt sich Mannschaftskapitän Fabian Bröcker optimistisch.

Das Ankerteam wird mit dem kompletten Kader nach Pasewalk reisen, auch mit den Spielern, die hauptsächlich in der zweiten Mannschaft gespielt haben. Fehlen werden nur Björn Gierahn und Lars Kanter.

Zudem müssen beide Teams an diesem Spieltag jeweils auf einen gesperrten Spieler verzichten. Beim FC Anker Wismar fällt Abwehrspieler Niels Laumann nach seiner fünften Gelben Karte aus, bei der Pasewalker Elf wird Krzysztof Koncak aus dem gleichen Grund fehlen.

Während an diesem Wochenende an der Verbandsliga-Tabellenspitze eine endgültige Entscheidung um den Aufstieg in die Amateuroberliga fallen kann, ist im Tabellenkeller noch alles offen. Der Pasewalker FV, der TSV 1814 Friedland und die Blau-Weißen aus Polz machen nach dem Greifswalder SV II (die Mannschaft hat zur Winterpause zurückgezogen) den zweiten Absteiger unter sich aus.

von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)