die Neustrelitzer Elf (in blau) hatte vor allem in der 1. Halbzeit deutliche Vorteile; Jens Gagzow (Nr. 5) klärt in dieser Szene
Lob von Trainer und Fans
13.05.2008
Am Ende blieb nur der Trost für eine gute Leistung. Trotz der 1:3-Niederlage im Pokalfinale gegen TSG Neustrelitz gab es Anerkennung für den FC Anker Wismar. Es war alles hervorragend vorbereitet für das Ankerteam, um am Ende den großen Erfolg, den Sieg beim Landespokalfinale in Waren, zu feiern: Die vorzeitige Anreise am Freitag, die abendliche Trainingseinheit auf dem Platz des MSV Beinhart Klink, die Übernachtung im Müritzhotel in Klink, der morgendliche Spaziergang vor dem Spiel, die sportliche Vorbereitung durch das Trainerteam und die physiotherapeutische durch Ines Wisnewski. Am Ende der Partie gegen die TSG Neustrelitz blieben aber nur der Stolz über das Erreichen dieses Finales und Tränen, dass trotz allen kämpferischen Einsatzes der große Wurf nicht gelungen ist.
Doch in dieser Phase machten die über 200 mitgereisten Wismarer Fans der Mannschaft Mut, klopften den Spielern nach der engagiert geführten Partie auf die Schultern. „Die Jungs haben zwar nicht wie wir das Finale gewonnen, aber sie waren trotzdem Klasse", so Jessica Oldenburg von der A-Juniorenmannschaft der Handballmädchen der TSG Wismar, die am letzten Wochenende NOFV-Meister geworden war. Ein Teil des Teams, genauso wie einige Spielerinnen der Frauenfussballmannschaft des FC Anker hatten es sich nicht nehmen lassen, ihre „Kollegen" in Waren zu unterstützen. „Wir werden wiederkommen und einen neuen Anlauf auf diesen Pokal nehmen und ihn dann auch nach Wismar holen", zeigte sich Ankerpräsident Reinhardt Kny optimistisch für die Zukunft des Ankerteams. So optimal das Drumherum durch den Landesverband und den FC Anker auch vorbereitet war, im Spiel zeigte sich der Oberligist aus Neustrelitz dann cleverer. Die Hansestädter, die mit einer defensiven Einstellung ins Spiel gegangen waren, um nicht frühzeitig in Rückstand zu geraten, hatten trotzdem alle Hände voll zu tun, um das eigene Tor sauber zu halten. Doch das gelang sehr gut, auch weil Keeper Krzysztof Kawczynski bereits in der 11. Minute einen eigentlich unhaltbaren Kopfball von Salvatore Rogoli mit einem Reflex parierte. „So ein Spiel bringt schon Gänsehaut. Davor war mir ganz schön mulmig, aber auf dem Platz war alles gleich verflogen", so Angreifer Maik Kerinn, der zusammen mit seinem Sturmpartner Daniel Brunsch vor der Pause keinen Ball im Neustrelitzer Tor unterbringen konnte. Anders die Gegner, die innerhalb von zwei Minuten vor der Pause die Weichen auf Sieg stellten. Allerdings hatten sie beim Führungstreffer das Wohlwollen der Unparteiischen auf ihrer Seite, denn Torschütze Özgür Özvatan foulte vor seinem Treffer Patrick Oldendorf. Aber das sollte nicht die letzte Schrecksekunde für die Wismarer sein, denn unmittelbar vor dem Pausenpfiff landete ein weiterer Knaller von Özvatan im Tor von Kawczynski, dem die Sicht genommen war, so dass er nicht eingreifen konnte.
Sofort nach Wiederanpfiff legte das Ankerteam die Nervosität endgültig ab und erzielte Gleichwertigkeit, doch die Hintermannschaft der Neustrelitzer ließ sich nicht überwinden. Zuerst scheiterte Dirk Taflo mit zwei Schussversuchen, ein Rückpass von Florian Zysk kam nicht an und auch die größte Chance des Verbandsligisten durch Zysk nach Flanke von Daniel Brunsch brachte nicht den erhofften Anschlusstreffer. Als Kevin Nethe im TSG-Tor dann auch noch einen Freistoßknaller von Marcel Heine parieren konnte war der Traum vom Pokalsieg endgültig ausgeträumt. Im Gegenteil, bei einem Konter in der 87. Minute erzielte der Oberligist sogar das 3:0. Doch das Ankerteam zeigte bis zum Schlusspfiff Herzblut und Einsatzwillen und wurde durch den Ehrentreffer von Mathias Schnöckel in der Schlussminute belohnt.
„Ich spreche meiner Mannschaft trotz der Niederlage ein Kompliment aus. Sie hat alles versucht, am Ende haben wir einige Fehler zu viel gemacht. Doch Chancen waren da, um das Spiel vielleicht sogar noch zu kippen", so Ankertrainer Bego Catic, der auf vier Stammspieler verzichten und drei A-Junioren einsetzen musste.
von Ostsee-Zeitung




