LFC-Trainer rechnet mit starkem FC Anker

10.03.2006


Wer in diesen Tagen beim FC Anker Wismar arbeitet, hat es nicht leicht. Besonders schlimm muss es dem Wismarer Trainer ergehen. Der muss als sportlich Verantwortlicher immerhin den Kopf für die Mannschaft hinhalten. Bego Catic, seit mehr als einer Woche offiziell im Amt, macht einen ganz anderen Eindruck. Angesprochen auf die Gefühlslage vor dem schwierigen Auswärtsspiel beim Ludwigsfelder FC (Sonntag, 14 Uhr, Kunstrasenplatz Ludwigsfelde), sagt der Oberliga-Kenner: „Ich sehe nicht alles schwarz. Wir haben immer ein gutes Gefühl.“

Nach den Spielen muss das Gefühl oftmals umso schlechter gewesen sein. Das ging der neuen Mannschaft nicht anders, die nun schon zwei direkte Duelle gegen Abstiegskandidaten verloren hat und dabei so ziemlich alles schuldig blieb, was die Führungsriege des Vereins in der Winterpause versprochen hat. Elf Punkte stehen erst auf dem Konto des Tabellenletzten. Der Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen beträgt sechs Punkte. Bego Catic betont, diese Mannschaft brauche „einfach noch ein bisschen Zeit“. Doch den Haken an der Sache schiebt Catic gleich hinterher: „Viel Zeit bleibt nicht mehr.“ Mit jeder Niederlage wächst der Druck auf das junge Team. Die an direkte Konkurrenten verschenkten Punkte kann man auch gegen Union Berlin nicht zurück holen. Das weiß auch Ludwigsfeldes Trainer Volker Löbenberg, der deshalb starke Wismarer erwartet.

Seine Mannschaft sieht er trotz eines siebten Tabellenplatzes und 23 Zählern noch im Abstiegskampf. „Erst mit 33 oder 34 Punkten sind wir sicher“, sagt er. Anker Wismar wolle man „auf keinen Fall unterschätzen, denn für sie ist dieses Spiel fast schon der letzte Strohhalm“. Löbenbergs Zielvorgabe für diese Begegnung ist ein Sieg. Bego Catic würde angesichts der aktuellen Verfassung des FC Anker auch mit einem Zähler leben können: „Jeder Punkt zählt. Und mit dem ersten Punkt können wir eine gute Serie starten.“ Die wird Anker auch brauchen, um überhaupt noch einmal Anschluss zu den anderen Klubs zu bekommen. Eines spricht vor dem dritten Rückrundenspiel für die Hansestädter: Alle Spieler, auch die zuletzt angeschlagenen Ante Simunac und Minja Radovic, sind gegen Ludwigsfelde einsatzbereit. Die Gastgeber müssen dagegen ohne ihren verletzten Stammtorwart Petereit und den gelb-gesperrten Klatt auskommen.

Das Hinspiel im September hat der FC Anker übrigens mit 3:0 gewonnen. Josko Goreta hatte ein Doppelpack zum höchsten Saisonsieg beigesteuert. Auch am Sonntag ist Goreta wieder dabei.

Robert Schwarz