Kann der FC Anker morgen jubeln?

09.05.2008

Der FC Anker Wismar steht morgen gegen den Oberligisten TSG Neustrelitz im Finale um den Landesfußballpokal von Mecklenburg-Vorpommern. Der Sieger könnte in der ersten DFB-Pokalrunde auf einen Bundesligisten treffen. Für den FC Anker Wismar steht nach den beiden Aufstiegen in die Amateuroberliga morgen das dritte große Highlight bevor, denn ab 14 Uhr trifft die Mannschaft in Landespokalfinale in Waren auf den Oberligisten TSG Neustrelitz. Die Müritzstädter gehen dabei nicht nur als klarer Favorit, sondern auch als Pokalverteidiger in dieses Finale. Im Vorjahr hatte die TSG-Elf das Finale in Neubrandenburg gegen den FSV Bentwisch mit 2:0-Toren gewonnen.

Und so kamen beide Mannschaften in das Finale: FSV Malchin - TSG Neustrelitz 0:3, Sievershäger SV - TSG Neustrelitz 0:3, FC Eintracht Schwerin - TSG Neustrelitz 0:2, Torgelower SV Greif - TSG Neustrelitz 0:1. SV Pastow - FC Anker Wismar 0:3, FC Anker Wismar - VSG Weitenhagen 1:0, FC Anker Wismar - VfL Bergen 4:1, FC Anker Wismar - 1. FC Neubrandenburg 2:0.

Für die Hansestädter ist es der erste Einzug in ein Landesfinale, bisher war zweimal im Semifinale Endstation. Einmal scheiterte die Mannschaft am FC Hansa Rostock II, das andere Mal am Greifswalder SV 04. „Für uns ist diese Partie der Höhepunkt des Jahres. Ein Endspiel erreicht man nicht so oft, sieht man einmal vom FC Schönberg 95 ab, der zwischen 1997 und 2004 siebenmal das Pokalendspiel des Landes erreicht hat und den Platz sechsmal als Sieger verließ. Wir haben und werden alles tun, um jetzt auch die letzte Hürde auf den Weg zu einer Partie gegen einen Bundesligisten zu überspringen. So wie das TSG-Trainerteam uns in Neubrandenburg beobachtet, haben wir die Neustrelitzer gegen die Amateure von Hertha BSC und am letzten Wochenende im Spiel gegen Türkieymspor Berlin unter die Lupe genommen. In dieser Partie sind die Neustrelitzer „durch Himmel und Hölle" gegangen, denn trotz einer dreimaligen Führung lagen sie plötzlich mit 4:5 im Hintertreffen, sicherten sich gegen den Tabellendritten der Oberliga aber trotzdem noch ein Remis. Wir haben einen ganz schweren Brocken aus dem Wege zu räumen und nur wenn bei uns alles stimmt, können wir die Überraschung schaffen", meint Ankertrainer Bego Catic. Dass die Elf von Trainer Lothar Hamann aber nicht immer „offene Scheunentore" anbieten wird, zeigt auch die Tatsache, dass die Mannschaft in allen vier Pokalbegegnungen ohne Gegentor blieb. Die Wismarer Elf überlässt aber auch nichts dem Zufall, denn das Team reist bereits heute Nachmittag nach Klink, wird am Abend noch eine Trainingseinheit absolvieren, um dann am Sonnabend das große Ziel zu erreichen. Personell haben die Hansestädter in den letzten Wochen große Probleme gehabt. Beim letzten Punktspiel fehlten immer noch U21-Landesauswahlspieler Mathias Schnöckel, Abwehrspieler Tom Körner und Angreifer Daniel Brunsch.

„Ich gehe aber davon aus, dass alle drei am Sonnabend wieder mit von der Partie sein werden. Da auch Mittelfeldspieler Martin Thom wieder im Trainingsprozess steht, haben wir doch einige Variationsmöglichkeiten. Allerdings fallen mit Mittelfeldmotor David Rosinski (Sperre nach der zweiten gelben Karte) und Göran Skripskausky (Sperre nach einer roten Karte im Punktspiel in Malchin) zwei Spieler aus", ergänzt Co-Trainer Jürgen Rohloff. Bei der TSG-Elf fehlt mit Rene Zelm aber ebenfalls ein wichtiger Spieler.

Rohloff selbst und Torwarttrainer Manfred „Theo" Körner haben den letzten Pokalsieg einer Wismarer Elf als Spieler miterlebt. Im Mai 1986 besiegte damals die TSG Wismar im Pokalfinale in Neukloster die II. Mannschaft des FC Hansa Rostock, u. a. mit dem späteren Bundesligaprofi Jens Kunath im Tor mit 2:0 Toren. „Dieses tolle Gefühl nach über zwanzig Jahren erneut zu erleben, wäre toll", so Rohloff weiter. Geht man von den nackten Zahlen der letzten Jahre aus, liegen die Vorteile beim Oberligisten. Zum letzten Mal standen sich beide Teams in der Oberligasaison 2005/06 gegenüber. Während es in Neustrelitz ein 1:1 gab (Torschützen Florian Zysk und Rafat Andruszko), siegte die Neustrelitzer Elf durch Treffer von Rene Zelm und Dennis Kambs mit 2:0-Toren in Wismar. Aber jede schlechte Serie reißt ja bekanntlich auch einmal. Ein Bus mit Wismarer Fans und Anker-Vorstandsmitgliedern an Bord wird die Mannschaft in Waren morgen unterstützen. Etliche fußballbegeisterte Anhänger des FC Anker wollen mit dem Auto anreisen.

von Ostsee-Zeitung