Heimserie des FC Anker im 24. Punktspiel gerissen

04.10.2010

Nun ist die Heimserie des FC Anker gerissen, denn das Team von Timo Lange musste sich im Landesderby der TSG Neustrelitz mit 0:1 geschlagen geben. Zuvor waren die Wismarer in 23 Partien zu Hause ungeschlagen geblieben. Die letzte Heimniederlage gab es am 7. März 2009 gegen den Malchower SV.

Allerdings tat diese Niederlage nicht Not, denn bereits in der 1. Minute hatte das Ankerteam die erste Möglichkeit, doch nach Sissoko Moussas Grundliniendurchbruch fand sich vorm TSG-Tor kein Vollstrecker. In der 18. Minute eine Chance für den diesmal sehr agilen Marcel Wulff, aber seinen Schuss parierte der sehr starke Sven Roggentin im TSG-Gehäuse. Danach gab es zwei gute Möglichkeiten der Gäste. In der 26. Minute kam Özvatan zum Abschluss, aber sein Schuss strich am Tor vorbei. Dann die überraschende Führung der Vorpommern in der 33. Minute. Nachdem Ben-Hatira eine Eingabe am Fünfmeterraum nicht richtig traf, rollte die Kugel zur Grundlinie und schien ins Aus zu gehen. Doch Richter setzte noch einmal nach und zirkelte den Ball aus unmöglichem Winkel unter Ankerkeeper Johannes Höcker ins Tor.

In der Pause hatte Timo Lange seiner Elf noch einmal Mut für die zweite Hälfte gemacht. Sein Team stemmte sich nun mit aller Macht gegen Rückstand. Pausenlos liefen Angriffe Richtung Neustrelitzer Tor. Doch das Glück war dem Neuling an diesem Nachmittag nicht hold. So parierte der Gästekeeper in der 46. Minute einen Schuss von Mathias Schnöckel, in der 48. Minute rettete er bei einem Kopfball von Steffen Seering glänzend. Und diese Überlegenheit setzte sich bis zum Schlusspfiff fort. So hatte z. B. Wulff zwei gute Einschusschancen. In der 70. Minute landete sein Schuss auf der Latte, 60 Sekunden später hatte er sich im Zweikampf gegen Wahl schön durchgesetzt, aber sein Knaller strich übers Tor. Selbst in der knapp fünfminütigen Nachspielzeit versuchten die Hansestädter alles.

Doch ein Freistoß von Schnöckel fand im TSG-Strafraum keinen Abnehmer und auch Abwehrspieler Erik Schameitke hatte in der 94. Minute mit seinem Schuss kein Glück. Als der Unparteiische Kuhardt dann die Partie abpfiff, musste die Ankerelf zusehen, wie die Gäste, die ab der 73. Minute nach einer Ampelkarte für Rehausen (wiederholtes Foulspiel) in Unterzahl spielten, jubelten. Den Chancen nach zwar unverdient, aber wer fragt am Ende danach.

In der 79. Minute sah David Rosinski die Gelbe Karte. Es war seine fünfte, sodass der Ankerakteur in zwei Wochen beim Flutlichtspiel bei Tennis Borussia Berlin auf der Zuschauertribüne Platz nehmen muss.

„Wir brauchten eine gewisse Zeit, um ins Spiel zu finden. Aber die Niederlage tut am Ende doch sehr weh, denn diesmal hat nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen. Wir haben uns vor allem nach dem Wechsel hervorragende Chancen erarbeitet. Schade, dass nicht zumindest eine Möglichkeit von Marcel Wulff ins Tor gegangen ist. Wir hätten einen Treffer auf alle Fälle verdient“, so Timo Lange.

FC Anker mit: Höcker — Schameitke, Laumann, Seering, Schnöckel, Niemeyer (80. A. Hildebrandt), Bröcker, Martens (73. Bernwald), Rosinski, Moussa, Wulff (80. Schiewe)

von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)