Härtetest beim Berliner Tabellenführer

24.08.2004

„Ich hatte mehr Aggressivität und Torgefahr von Wismar erwartet,“ blickte Gäste-Trainer Volkan Uluc etwas fragend nach dem Spielende am Sonntag ins leere Kurt-Bürger-Stadion. Nach der Heimniederlage gegen den Berliner Athletik Klub (0:1) (OZ berichtete) herrscht auch beim Gastgeber selbst Ratlosigkeit und Enttäuschung über die eigene Leistung. „Wir stehen nun mächtig unter Druck.“ bekannte der sichtlich mitgenommene Abwehrspieler Mario Peter vom FC Anker bereits kurz nach Spielende in Hinblick auf das Auswärtsspiel morgen um 18 Uhr gegen Türkyemspor Berlin im Katzbachstadion.

Es ist wenig Zeit, die den Wismarern verbleibt, um ihren schwachen Auftritt im Kurt-Bürger-Stadion zu verdauen. Die verlorenen Punkte gegen den Berliner Athletik Klub erweisen sich nun als schwere Hypothek, denn die Aufgabe in Berlin-Kreuzberg verspricht besonders anspruchsvoll zu werden.

Die Blau-Weißen aus der Hauptstadt sind souveräner Tabellenführer: Sieben Tore auf der Haben-Seite künden von Torgefährlichkeit. Mit Deniz (drei Tore) und Levent (zwei Treffer) verfügt Türkyemspor über zwei technisch beschlagene Stürmer. Auch die Abwehr vor dem starken Torwart Thomas Dame hinterließ mit bisher nur einem Gegentor einen starken Eindruck, obwohl sie beim letzten Auswärtssieg gegen den Ludwigsfelder FC (1:0) in den Schlussminuten mehrere Unsicherheiten zeigte. Im Zentrum vieler Berliner Aktionen steht Defensivmann Ergün, der mit langen, präzisen Bällen das Spiel von hinten heraus lenken kann. Abzuwarten bleibt, wie sehr das Publikum Türkyemspors die Weiß-Roten aus der Hansestadt zu beeindrucken vermag. Die etwa 100 Zuschauer aus dem letzten Heimspiel der Kreuzberger liegen deutlich unter Wismarer Verhältnissen; die derzeitige Spitzenposition der Berliner könnte jedoch mehr Zuschauer ins Katzbachstadion locken.

Den FC Anker dürfte dies im Vorfeld nur wenig interessieren. Zu indisponiert präsentierte sich das Team um Trainer Axel Rietentiet: An die engere Manndeckung und die erhöhte Spielschnelligkeit in der Oberliga scheinen sich die Spieler noch gewöhnen zu müssen. Offensichtlich wurde auch, dass die nachlassenden Kräfte ab der 70. Minute die defensive Taktik des FC Anker regelmäßig durchkreuzen und dem Gegner in der Endphase entscheidende Freiräume zum Torerfolg gewährt werden. Dennoch: Bereits morgen hat der FC Anker die Möglichkeit, es sich selbst besser zu beweisen.