Fußball-Oberliga: Erstes Auswärtsspiel

20.08.2010

Noch ist der Oberliga-Aufsteiger FC Anker Wismar ungeschlagen. Bleibt die Weste auch nach dem ersten Auswärtsspiel weiß? Nach dem knappen 2:1-Heimsieg am 1. Spieltag gegen den SV Altlüdersdorf muss das Ankerteam diesmal auswärts Farbe bekennen. Die Mannschaft von Trainer Timo Lange gastiert am Sonntag beim Aufstiegsaspiranten Berliner AK 07. Anstoß: 14 Uhr.

Der Berliner AK wurde am 15. Dezember 1907 in Berlin-Wedding als „Berliner Athletik-Klub 07" gegründet. Schon ab 1908 verfügte der Berliner AK 07 über eine Fußballabteilung. Aber erst zwischen 1991 und 1999 machte der Verein fußballerisch auf sich aufmerksam und schaffte den Durchmarsch aus der Kreisliga A bis in die Nordstaffel der Oberliga Nordost, der man bis heute angehört. Im 99. Jahr des Bestehens des BAK wurde am 6. Juli 2006 auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Umbenennung des Vereins in Berlin Ankaraspor Kulübü 07 e. V. beschlossen. In der Saison 2009/10 belegte der BAK in der Oberliga den 10. Tabellenplatz.

Saisonhöhepunkt war jedoch der Gewinn des Berliner Landespokals, den man mit einem 1:0-Finalsieg über den BFC Dynamo sicherstellte. Damit qualifizierte sich der Verein erstmals für den nationalen DFB-Pokal. Dort traf der BAK in der 1. Hauptrunde auf den Bundesligisten FSV Mainz 05. Der Berliner AK hat dabei zwar die Pokal-Sensation verpasst, doch der Oberligist bot eine starke und mutige Vorstellung und verlor denkbar knapp mit 1:2.

Trainer der Berliner ist der gebürtige Teheraner Foroutan (63). Er hatte in der Schlussphase der vergangenen Saison Berlins Regionalligisten Türkiyemspor als Coach übernommen. Und mit neun Punkten aus den letzten drei Spielen rettete der Iraner die Kreuzberger vor dem sicheren Abstieg. Fast ebenso überraschend beendete der A-Lizenzinhaber sein Last-Minute-Engagement wieder und heuerte stattdessen gemeinsam mit Ex-Türkiyemspor-Manager Fikret Ceylan eine Etage tiefer bei Oberligist BAK an. Mit Patrick Häntschke, Murat Doymus, Rocco Teichmann und Henning Lichte wechselte mit ihm die komplette Abwehr des Regionalligateams von Türkiyemspor zum Kiezclub. Zudem steht mit Marc Stillenmunkes, er kam von Tennis Borussia zum BAK 07, ein starker Keeper zwischen den Pfosten. Die Elf aus dem Berliner Poststadion in Nähe des Hauptbahnhofes gehört zu einem Quintett, dass den Regionalligaaufstieg anstrebt.

Doch das Team von Trainer Timo Lange lässt sich trotzdem nicht verunsichern und geht mit viel Selbstvertrauen an diese Aufgabe. „Obwohl die Berliner für mich neben dem Brandenburger SC Süd, dem BFC Dynamo und dem Torgelower SV einer der Topfavoriten für den Regionalligaaufstieg sind, sehe ich mein Team nicht chancenlos", so Timo Lange. Für die Partie im Poststadion steht Lange praktisch fast das gleiche Aufgebot wie in der Vorwoche beim 10:0-Sieg im Pokalspiel gegen die SG Groß Stieten zur Verfügung. Marcel Heine laboriert weiter an der Knieverletzung und wird natürlich schmerzlich vermisst. Und auch Angreifer Sissoko Moussa wird in Berlin nicht auflaufen können, denn er ist nach seiner Ampelkarte im Auftaktspiel gegen Altlüdersdorf am Sonntag gesperrt. Dagegen steht Abwehrspieler Mathias Schnöckel an diesem Wochenende wieder zur Verfügung.

von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)