Friedland nach der Pause abgeschossen
03.05.2010
Vor dem Knaller am nächsten Wochenende beim FC Schönberg 95 feierten die Gastgeber ihren achten Heimsieg und bauten das Heimtorkonto auf 35:2 Treffer aus. Bis zur Pause hatten die Vorpommern noch ein 0:0 halten können. Trainer Ingo Latzkow forderte von seinem Team in der zweiten Hälfte das gleiche. Nach der 0:5-Niederlage am Ende zeigte er sich sportlich aber sehr unfair, denn er weigerte sich, an der obligatorischen Pressekonferenz teilzunehmen. Hatte er wirklich mit einem Punktgewinn oder sogar einem Sieg seines Teams in Wismar gerechnet?
Nach dem haushohen 9:1-Erfolg am letzten Wochenende gegen den TSV Graal-Müritz war das Ankerteam auch gegen den Tabellenletzten auf ein schnelles Tor aus. Die erste Chance dazu bot sich Mannschaftskapitän Fabian Bröcker bereits in der 5. Minute, doch sein gefährlicher Freistoß wurde ebenso toll vom TSV-Keeper Marcin Lencewski pariert. In der 18. Minute dann der erste - am Ende aber auch einzige - gefährliche Konter der Friedländer Elf. Marciej Bednarek hatte sich über die rechte Seite sehr schön durchgespielt. Seine gefährliche Flanke nach innen landete am langen Pfosten des Ankertores. Mit dieser Möglichkeit hatten die Gäste aber bereits ihr Pulver verschossen. Lencewski war es dann, der sein Team so lange das 0:0 rettete, denn in der 31. Minute kratzte er mit einem Reflex einen Kopfball von Steffen Seering von der Linie. In den letzten fünf Minuten vor dem Seitenwechsel noch zwei Aufreger vor dem Friedländer Tor, aber Schiedsrichter Steffen Ludwig musste beide Treffer auf Grund einer Abseitsposition und eines Foulspiels zurückpfeifen. Auch wenn es den Hausherren wehtat, beide Szenen wurden durch den Unparteiischen hervorragend erkannt!
Nach dem Seitenwechsel hielt das Friedländer Bollwerk dann nur noch acht Minuten, bevor Marcel Bernier mit seinem ersten Treffer für die Hansestädter die Führung besorgte. Wieder hatte der polnische TSV-Keeper bei einem Freistoß von Bröcker glänzend reagiert, aber gegen den Nachschuss von Bernier war er dann machtlos. Zehn Minuten später war Marcel Heine erfolgreich, als er einen Freistoß von Mathias Schnöckel per Kopf in die Maschen wuchtete. Mit diesem Treffer liegt „Marcello" jetzt in der ewigen Torschützenliste des FC Anker zusammen mit Florian Zysk bereits auf Platz vier. Bis zum Platz Drei, auf diesem Platz liegt der jetzige Anker-Co-Trainer Dirk Taflo mit 39 Toren, fehlen ihm jetzt nur noch drei Treffer.
Jetzt lief das Angriffsspiel der Platzherren wie am Schnürchen und in der 74. Minute trug sich Björn Gierahn in die Scorerliste ein, als Fabian Bröcker seine gefühlvolle Eingabe zum zwischenzeitlichen 3:0 nutzen konnte. Nur vier Minuten später das „Tor des Tages" - und wieder war Bröcker daran beteiligt. Bröcker schlug eine Ecke sehr lang auf Steffen „Eiche" Seering. Der schmetterte die Kugel volley ins lange Eck. Ein tolles Tor! Den Schlusspunkt gegen eine nun völlig zum Spielball des Ankerteams gewordene Friedländer Elf setzte der kurz zuvor eingewechselte Steffen Hildebrandt, der aus dem Gewühl heraus abzog. Sein Schuss wurde noch abgefälscht und schlug letztlich unhaltbar für den sehr guten TSV-Keeper im langen Eck ein. Bei Lencewski konnte sich der TSV am Ende bedanken, dass es nur bei diesen fünf Gegentoren blieb. Hätte er in der ersten Halbzeit nicht mehrfach glänzend reagiert, wäre die Niederlage sicher höher ausgefallen.
So war Ankertrainer Timo Lange auch nicht mit der Vorpausenleistung seines Teams zufrieden. „In der ersten Hälfte haben wir zu wenig aus unseren Möglichkeiten gemacht und das eigene Spiel auch durch zu viele Fehlabspiele zu oft unterbrochen. Außerdem fehlte die Kommunikation untereinander. Am Ende sprang dann aber doch noch ein klarer und auch in der Höhe verdienter Erfolg heraus. Gegen Schönberg müssen wir aber unbedingt an die Leistung aus der 2. Halbzeit anknüpfen", kommentierte Lange das Spiel.
Statistik: 1:0 (54.) Marcel Bernier, 2:0 (64.) Marcel Heine, 3:0 (74.) Fabian Bröcker, 4:0 (78.) Steffen Seering, 5:0 (18.) Steffen Hildebrandt.
FC Anker Wismar mit: Höcker - Martens, Laumann, Seering, Schnöckel - Gierahn, A. Hildebrandt (80. S. Hildebrandt), Bröcker, Rosinski - Bernier (60. Wulff), Heine.
TSV 1814 Friedland: Lenczewski - Störr - Pfalzgraf, Hasenjäger, Stiller (77. Marecki), Achterberg - Hamm, Rüh, Voigt, Rodewald - Bednarek (77. Requette).
von Andreas Kirsch




