FC Anker Wismar wie Phönix aus der Asche
01.01.2006
Der FC Anker Wismar hat seinen Fans ein tolles nachträgliches Weihnachtsgeschenk gemacht, denn die Mannschaft gewann am Freitag Abend den 9. Wittinger-Cup im Hallenfußball. Vor über 600 Zuschauern in der rappelvollen Mehrzweckhalle von Dorf Mecklenburg wurde den Zuschauern sehr gute Fußballkost geboten. „Das Niveau war deutlich höher als bei der letzten Auflage. Die beiden Finalisten sowie die blau weißen aus Neukloster haben dazu einen sehr großen Beitrag geleistet.“, freute sich MSV-Abteilungsleiter Wolfgang Nehls. Was schon nach der Gruppenauslosung auf den ersten Blick erkennbar war, auf dem Spielfeld wurde es deutlich sichtbar: Die Gruppe A war an diesem Abend deutlich stärker.
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Nicht nur dass die beiden Finalisten aus dieser Gruppe kamen, auch die Partie um den fünften Platz gewann mit dem SV Bad Kleinen ein Team dieser Gruppe. Nur der Polizei SV Wismar konnte durch den Sieg im Neunmeterschießen diese Serie widerlegen. Bereits in den jeweils ersten Gruppenspielen hatten die SG Groß Stieten und der FC Anker Wismar den Grundstein für ihr Weiterkommen gelegt. Während die Fünf von Trainer Ulli Meierfeldt im torreichsten Turniertreffen gegen die Insulaner mit 8:3 erfolgreich blieb, siegte die junge Ankermannschaft gegen Bad Kleinen klar mit 5:0. Im umkämpften Gruppenfinale trennten sich beide Teams dann leistungsgerecht 1:1 unentschieden, wodurch der Oberligist auf Grund des besseren Tordifferenz zum Gruppensieger avancierte. Insgesamt 33 Treffer in der Gruppenphase ließen das Herz der Fans höher schlagen.
In der zweiten Staffel fielen insgesamt nur 20 Treffer und die Frage nach den beiden Halbfinalteilnehmern wurde erst in der letzten Begegnung der Gruppenspiele beantwortet. Durch einen im Schlussspurt erkämpften 4:3-Sieg gegen den Polizei SV Wismar hatten sogar die Gastgeber plötzlich noch Chancen auf das Halbfinale. Doch die blau weißen aus Neukloster zerstörten mit einem klaren 3:0-Erfolg gegen Pokalverteidiger Grevesmühlener FC diese leisen Hoffnungen. Nachdem die Tanzgruppe „Hot feeds“ aus Bobitz um die Choreographinnen Frau Rein und Frau Schlaak die Fußballfans mit flotten Rhythmen begeistert hatten, ging das Turnier in die zweite, und noch heißere, Phase. Nachdem der Polizei SV das Spiel um Platz Sieben per Neunmeterschießen gegen den Poeler SV für sich entschieden hatte, folgten die beiden Halbfinalspiele. Während die von ihren begeisterten Fans pausenlos angefeuerte Fünf aus Groß Stieten gegen Neukloster beim klaren 4:0-Sieg keine Mühe hatte, musste sich der FC Anker gegen Pokalverteidiger Grevesmühlen etwas mehr mühen, bevor der verdiente Endspieleinzug perfekt war.
Im kleinen Finale fegten die blau weißen aus Neukloster die Grevesmühlener Elf um das Trainerduo Oschetzki/ Jatzek dann mit 6:3 Toren vom Feld, wiederholten den Vorrundenerfolg und bestätigten damit ihre gute Turnierleistung. „Ich freue mich über das Abschneiden meiner Elf, denn sie hat deutlich bewiesen, dass sie spielerisch gereift ist. Zudem haben wir uns damit deutlich für die letztjährige Halbfinalniederlage gegen die Kreisstädter revanchiert“, so VfL-Coch Rene Cebulla. Fast hätte diese Gegentrefferflut GFC-Keeper Hannes Sykora noch den Titel als bester Torwart gekostet, denn damit kassierte er einschließlich den Gruppenspielen elf Gegentore. Stietens Keeper Steffen Woitkowitz mit acht und die beiden Ankerkeeper Norman Köhlmann und Perry Rodewald mit insgesamt nur fünf Gegetreffern hatten hier eine deutlich bessere Bilanz.
Danach kam es dann zum mit Spannung erwarteten Finale zwischen der SG Groß Stieten und dem FC Anker Wismar. Obwohl Fanmäßig deutlich in der Unterzahl, die Ankerfans hatten in diesem Finale zuerst Grund zum Jubeln. Nach nur 14 Sekunden besorgte Sebastian Peters die Führung des Oberligisten und als Florian Zysk in Überzahl kurze Zeit später diese Führung ausbauen konnte, schien bereits eine Vorentscheidung gefallen. Doch immer wieder durch einen überragenden Denny Jeske angetrieben, schlugen die Stietener durch Felix Ahlert sogar in Unterzahl zurück. Aber ein hervorragend aufgelegter Norman Köhlmann hielt seinen Kasten trotz Unterzahl in den letzten neunzig Sekunden sauber und war damit Garant des dritten Ankertriumphes beim Wittinger-Cup in den letzten vier Jahren.
„Endlich wieder einmal ein Ankerteam bei dem der Siegeswille zu erkennen war und das bis zum Schlusspfiff hervorragend gekämpft hat“, war dann auch der Tenor der Ankeranhänger nach diesem überraschenden Sieg ihrer Lieblinge. Auch Trainer Mathias Tietze war die Freunde über diesen Sieg anzumerken. „Wir wollten auf keinen Fall an die schlechte Platzierung aus dem Vorjahr anknüpfen. Das jetzt sogar gleich ein Sieg mit dieser sehr jungen Truppe erkämpft werden konnte ist natürlich besonders erfreulich“, so Tietze. Aber auch die gut 100 Fans der Stietener Elf waren mit dem Abschneiden ihrer Mannschaft mehr als zufrieden. „In einem Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften ist auch ein bißchen Glück dabei. Das Spiel hätte auch anders enden können. Für uns war das superschnelle Gegentor ein kleiner Knackpunkt. Aber insgesamt hat das Turnier mit dem FC Anker Wismar einen verdienten Sieger gefunden“, so Heinz Skanska, Stietens Vereinsvorsitzender.
Andreas Kirsch
STATISTIK:
Gruppe A:
SG Groß Stieten – Poeler SV 8:3, SV Bad Kleinen – FC Anker Wismar 0:5, SG Groß Stieten – SV Bad Kleinen 3:2, Poeler SV – FC Anker Wismar 1:5, FC Anker Wismar – SG Groß Stieten 1:1. Tore: 0:1 Jeske, 1:1 Rosinski, SV Bad Kleinen – Poeler SV 3:1.
Endstand:
1. FC Anker Wismar 11:2 7
2. SG Groß Stieten 12:6 7
3. SV Bad Kleinen 5:9 3
4. Poeler SV 5:16 0
Gruppe B: Mecklenburger SV – Grevesmühlener FC 0:1, VfL Blau Weiß Neukloster – Polizei SV Wismar 1:0, Mecklenburger SV – VfL Blau Weiß Neukloster 1:1, Grevesmühlener FC – Polizei SV Wismar 4:2, Polizei SV Wismar – Mecklenburger SV 3:4, VfL Blau Weiß Neukloster– Grevesmühlener FC 3:0. Tore: 1:0 Wirkus, 2:0 Chr. Schmidt, 3:0 Wirkus.
Endstand:
1. VfL Blau Weiß Neukloster 5:1 7
2. Grevesmühlener FC 5:5 6
3. Mecklenburger SV 5:5 4
4. Polizei SV Wismar 5:9 0
Platz 7:
Poeler SV – Polizei SV 2:4 (1:1) nach Neunmeterschießen
Tore: 1:0 Mirow, 1:1 Martiensen
Platz 5:
SV Bad Kleinen – Mecklenburger SV 4:3 (2:2) nach Neunmeterschießen
Tore: 1:0 Markus Niemann, 1:1 Henning, 1:2 Behning, 2:2 Klinke.
1. Halbfinale:
FC Anker Wismar – Grevesmühlener FC 4:2
Tore: 1:0 Peters, 1:1 Thiede, 1:2 Thiede, 2:2 Donner, 3:2 Zysk, 4:2 Zysk.
2. Halbfinale: VfL Blau Weiß Neukloster – SG Groß Stieten 0:4
Tore: 0:1 Funk, 0:2 Eigentor, 0:3 Funk, 0:4 Müller.
Platz 3:
Grevesmühlener FC – VfL Blau Weiß Neukloster 3:6
Tore: 0:1 A. Schmidt, 1:1 Schröder, 2:1Braun, 2:2/ 2:3 A. Schmidt, 2:4 Mertins, 2:5 Wirkus, 2:6 Lützow, 3:6 Eigentor.
Platz 1:
FC Anker Wismar – SG Groß Stieten 2:1
Tore: 1:0 Peters (nach 14 Sekunden), 2:0 Zysk, 2:1 Ahlert.
Schiedsrichter: Dietmar Voß (Schwerin), Michael Lübke (Bützow).
Zeitstrafen: R. Schäfer (Bad Kleinen), Schliefka, Möller, Peters (alle Mecklenburg), Martiensen (Polizei SV), Rohde (Groß Stieten), T. Kählert (FC Anker).
Bester Spieler: Denny Jeske (SG Groß Stieten)
Bester Torwart: Hannes Sykora (Grevesmühlener FC)
Bester Torschütze: Sebastian Peters (FC Anker Wismar) mit 5 Toren, ebenso wie Florian Zysk (FC Anker Wismar).
AUFGEBOTE:
FC Anker Wismar: Köhlmann, Rodewald – Schnöckel, Klann (1), T. Kählert (1), Zysk (5), Brunsch (3), Rosinski (1), Peters (5), Donner (1). Trainer: M. Tietze
SG Groß Stieten: Woitkowitz – Funk (3), Mario Koch, Müller (1), Michael Koch, Rohde (3), Ziethmann (2), Ahlert (2), Schmidt, Jeske (4), Hornung (1). Trainer: U. Meierfeldt/ H. Stark.
VfL Blau Weiß Neukloster: S. Becker – Lützow (3), Chr. Schmidt (1), M. Schmidt, Wirkus (2), Pinthal, Mertins (1), Schriefer, A. Schmidt (4). Trainer: R. Cebulla.
Grevesmühlener FC: Sykora, Oschetzki – Thiede (2), Strefner, Iserhot (1), Braun, Schnurr, Hackert (2), Schröder (1), Trettin (2). Trainer: D. Oschetzki/ M. Jatzek.
SV Bad Kleinen: Maik Niemann – Gehde, Kuß, Gauer, Rene Schäfer, Klinke, Niemann, Terragnolo, Namyslack. Trainer: N. Niemann/ H. Böhnke.
Mecklenburger SV: Pieth – Peters, Oldendorf (3), Möller (1), Behning (1), Stutz, Rohde, Schliefka (1), Henning (1), Pundt. Trainer: R. Kollmorger/ B. Stellmacher.
Polizei SV Wismar: Lewerenz – Kaja (2), Junker, Ventsch, Kloke, Moslehner (2), Langbehn, Frank (2), Martiensen, Bieschke. Trainer: R. Michels/ M. Martiensen.
Poeler SV: Stimming – Mirow (3), Schott (2), Neubauer, Struck, Groth (1), Rehmann, Schunowski.




