FC Anker Wismar siegt beim Flutlichtspiel in Malchow

11.09.2010

Der FC Anker Wismar mischt die Oberliga weiterhin auf, denn im fünften Spiel gelang der Elf von Trainer Timo Lange der vierte Erfolg.

Weit über 700 Zuschauer wollten sich diese Flutlichtbegegnung nicht entgehen lassen, auch der Vater des späteren Torschützen Sebastian Schiewe nicht, der extra aus Zehdenick nach Malchow gekommen war. Beide Teams kennen sich schon seit vielen Jahren und daher war der Respekt voreinander jederzeit zu merken. Nachdem die Ankerelf die letzten fünf Begegnungen teilweise doch ziemlich klar verloren hatte, sollte bei diesem Flutlichtspiel zumindest ein Punkt mit nach Wismar genommen werden. Die Gäste agierten daher aus einer sehr sicheren Abwehr heraus. Gegenüber dem Spiel der Vorwoche rückte Andrè Hildebrandt wieder ins Mittelfeld, da David Rosinski auf Grund der Verletzung von Marcel Wulff zusammen mit Sissoko Moussa das Angriffsduo bildete. Am Tor des FC Anker stand an diesem Abend zudem wieder der etatmäßige Stammkeeper Johannes Höcker, der seine Verletzung auskuriert hatte.

Die Hausherren hatten in der ersten Hälfte zwar optische Vorteile, aber nur eine gefährliche Chance, als Dariusz Kostyk nach einem Eckball von Dan Röpcke nur knapp verzog. Nach einer halben Stunde legte auch der FC Anker seine Zurückhaltung im Angriffsspiel etwas ab und hatte nach einem Freistoß von der Mittellinie seine erste gute Möglichkeit. Die beste Ankerchance der ersten Halbzeit hatte dann Sissoko Moussa auf den Füßen, als er von der rechten Seite in den Strafraum eingedrungen war, aber Paul-Friedrich Kornfeld im Malchower Gehäuse die Kugel an den Pfosten lenken konnte. So war Ankertrainer Timo Lange genau wie in der Vorwoche mit der Leistung seiner Elf zur Pause nicht zufrieden.

Und wie in der Vorwoche änderte sich das nun im zweiten Durchgang. Die erste gute Einschussmöglichkeit nach dem Seitenwechsel hatten aber die Hausherren nach einem schönen Angriff von Lars Rother über die linke Seite, doch Johannes Höcker im Ankertor konnte parieren. Danach lief das Angriffsspiel der Hansestädter immer besser. So strich ein Kopfball von Andrè Hildebrandt nach einer Ecke nur knapp über das Tor der Gastgeber (58.) und eine sehenswerte Direktannahme von Fabian Bröcker nach Flanke von David Rosinski zischte nur um Zentimeter am langen Pfosten des MSV-Tores vorbei (68.) und auch ein Distanzschuss von Mathias Schnöckel brachte noch einmal Gefahr für das Tor des Tabellenfünfzehnten.

In der 79. Minute dann die Einwechslung von Sebastian Schiewe und dass sollte der totale Glücksgriff von Ankercoach Timo Lange werden. In der 85. Minute wurde im Mittelfeld ein Angriffsversuch der Hausherren gestoppt, Fabian Bröcker bediente Sissoko Moussa, der legte Schiewe den Ball in den Lauf, Schiewe lief noch einige Schritte um den Malchower Keeper dann mit einem halbhohen Schuss ins lange Eck zu überlisten. Natürlich löste dieser Treffer Jubelstürme auf der Ankerbank und den vielen mitgereisten Fans aus und der Torschütze ließ es sich auch nicht nehmen sich an der Bande von seinem Vater umarmen zu lassen. Die letzten Minuten verfolgte die gesamte Wechselbank der Hansestädter dann im Stehen und nachdem die letzte Chance der Gastgeber verpufft war und Schiedsrichter Peter Plaue (Stendal) die Partie abpfiff, kannte der Jubel auf der Ankerbank natürlich keine Grenzen mehr.

Ankercoach Timo Lange zeigte sich auf der anschließenden Pressekonferenz dann natürlich mit dem Ergebnis und der Leistungssteigerung seines Teams in der zweiten Halbzeit zufrieden. „Natürlich hatten wir auch in einigen Szenen Glück, aber durch die größere Anzahl von Chancen in der zweiten Hälfte geht unser Sieg in Ordnung", so Lange der zudem den Hausherren viel Glück für die kommenden Spiele wünschte um noch viele solche Derbies austragen zu können. Denn über 700 Zuschauer sind bei den meisten Partien in Berlin Traumzahlen.

Auch MSV-Trainer Sven Lange war trotz der Niederlage nicht unzufrieden mit der kämpferischen Leistung seines Teams: „Meine Elf ist zwar enttäuscht über diese vierte Pleite in Folge, aber sie hat trotzdem hervorragend gekämpft. Allerdings fehlt uns im Augenblick ein Spieler, der die Möglichkeiten in Tore ummünzt"

FC Anker mit: Höcker - Martens (88. Gierahn), Schameitke, Seering, Laumann - Niemeyer, Hildebrandt (79. Schiewe), Bröcker, Schnöckel - Rosinski,  Moussa (90. Bernwald).

von Bernhard Knothe