FC Anker will Torgelow aus dem Rennen kicken

19.11.2010

Nach der 0:2-Niederlage am letzten Wochenende im Punktspiel gegen den Torgelower SV Greif erwarten die Hansestädter den Oberligadritten morgen um 13 Uhr zum Pokalachtelfinale. „Ich habe noch nie gegen eine Mannschaft zweimal in Folge verloren und ich denke, das bleibt auch so. Ich bin mir sicher, dass wir unseren Heimvorteil nutzen können und wenn ich im Elfmeterschießen eben zwei Bälle parieren muss“, gibt sich Anker-Keeper Johannes Höcker optimistisch. Wismars Chefcoach Timo Lange hat eine Woche Zeit gehabt, sich eine Marschroute zurechtzulegen: „Auf alle Fälle müssen wir in der Durchschlagskraft deutlich zulegen, denn in Torgelow konnte nur Sissoko Moussa einige Akzente setzen.“ Lange wünscht sich ein volles Stadion. „Es wäre schön, wenn diesmal zu diesem wichtigen Spiel mehr als 500 Zuschauer kommen würden. Wir brauchen die Unterstützung unserer Fans, damit der Funke von den Rängen auf unsere Mannschaft überspringt“, so der Anker-Trainer. Bis auf den erkrankten Marcel Wulff hat er für diese Partie sein bestes Aufgebot zur Stelle.

Nach den augenblicklichen Voraussetzungen geht Torgelow als Favorit in diese Begegnung. Die Gäste wollen in die Regionalliga aufsteigen und gehen mit dem Rückenwind des 2:0-Heimsieges vom letzten Wochenende ins Spiel. Prunkstück ist neben einer soliden Abwehrarbeit aber der Angriff mit dem alteingesessenen Torgelower Daniel Pankau und Neuzugang Clemens Lange. Zusammen konnte dieses Duo bereits 15 Tore erzielen. Pankau führt zudem die Torjägerwertung der Oberliga mit elf Treffern an. Auch am letzten Wochenende war der beruflich als Koch in der Kantine der Eisengießerei Angestellte erfolgreich, allerdings hängt diesem Treffer der Makel einer Abseitsstellung an.

Hinter dem Einsatz von Clemens Lange steht eventuell noch ein Fragezeichen, denn der Angreifer zog sich in diesem Spiel eine Hüftverletzung zu und musste ausgewechselt werden. Über seinen Einsatz wird kurzfristig entschieden.

Wie optimistisch die Torgelower in die Achtelfinalpartie gehen, zeigt das Statement von Fußball-Chef Dietrich Lehmann nach dem Punktspiel: „Wenn Wismar im Pokalduell zu Hause ein Tor gegen uns machen will, dann wird die Mannschaft erheblich mehr nach vorn tun müssen als heute. Ich bin gespannt, wie ihnen das gelingt.“ Aber auch für den Fall sei ihm nicht bange, „denn wir können, glaube ich, doch das insgesamt stärkere und besser besetzte Team aufbieten“. Etwas ruhiger war dagegen Trainer Lothar Hamann. „Es war nicht leicht, den Anker-Beton zu brechen. Kompliment an meine Mannschaft, dass sie an diesem Tag nie aufgehört hat, dies zu versuchen. Letztlich ist es dann doch gelungen.“

von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)