FC Anker will mit Sieg in Oberliga-Saison starten
06.08.2010
Morgen um 14 Uhr beginnt im Kurt-Bürger-Stadion die insgesamt vierte Oberliga-Saison für den FC Anker Wismar. Gegner ist der SV Altlüdersdorf. Die Altlüdersdorfer, die aus einem Stadtteil von Gransee kommen, sind ein absolut neuer Gegner für die Ankerelf. Zudem spielen die Brandenburger das erste Mal in der Oberliga.
In der Brandenburg-Liga lag der SV Altlüdersdorf nach dem 21. Spieltag noch auf dem sechsten Platz, bevor dann ein rasanter Aufstieg gelang. Am 27. Spieltag stand die Mannschaft zum ersten Mal auf dem Platz an der Sonne und baute die Führung in der Tabelle vor dem hartnäckigsten Rivalen EFC Stahl Eisenhüttenstadt am Ende noch auf neun Punkte aus. Die Elf aus dem Landkreis Oberhavel sicherte sich den Sieg in der Brandenburg-Liga mit 19 Siegen, neun Unentschieden und nur zwei Niederlagen. Letztere musste das Team von Trainer Hans Oertwig (57) in auswärtigen Gefilden einstecken.
„Wir haben im Dorf ein Wunder vollbracht", jubelte Hans Oertwig ausgelassen nach dem Staffelsieg. „Wir sind 252 Tage unbesiegt gewesen, das waren 23 Pflichtspiele in Folge. Dabei gelangen uns elf Siege am Stück. Und 13 Mal haben wir in der vergangenen Saison zu null gespielt. Das war überragend", so der Altlüdersdorfer Coach. Danach begann der 57-Jährige ebenso akribisch daran zu arbeiten, um das Wunder nach dem Wunder zu verwirklichen. Das wäre für die 400-Seelen-Gemeinde der Klassenerhalt in der Oberliga.
In den Testspielen gegen durchweg unterklassige Gegner blieben die morgigen Gäste ausnahmslos siegreich. Sie gewannen gegen den Burgwaller SV 17:0, den FSV Forst Borgsdorf 9:2, gegen Blau-Weiß Hohen Neuendorf 6:1 sowie gegen den MSV Rüdersdorf und Blau-Weiß Leegebruch jeweils mit 1:0. Am Dienstagabend testeten die Brandenburger noch gegen den SV Fürstenberg (4:0).
Etwas nachdenklicher wird Hans Oertwig, wenn er über die Herangehensweise an die neue Liga spricht. „Uns hat in der Vergangenheit immer eine sehr offensive Spielweise ausgezeichnet. Das werden wir in der Form nicht mehr machen können", trauert er seiner Philosophie nach. „Aber wir werden definitiv nicht unvorbereitet in die Saison gehen", stellt er fest.
Die Altlüdersdorfer Elf bereitet sich sehr akribisch auf ihr erstes Oberliga-Punktspiel beim FC Anker vor. Geplant war, die Reise nach Wismar morgen ab 7.30 Uhr mit der Bahn anzutreten.
Um eine noch optimalere Vorbereitung abzusichern, reist das Team nun bereits am heutigen Freitag an die Ostsee.
Aber auch die Hansestädter gehen sehr gut vorbereitet in die vierte Oberligasaison. Die Hansestädter haben starteten am 6. Juli mit einem Kader von 25 Spielern ins Training. Sie bestritten seitdem sechs Testspiele und ein Turnier. Gegen die Hochkaräter FC Hansa Rostock I und den Hamburger SV II gab es zwar jeweils eine 2:3-Niederlage, doch zumindest gegen die Hamburger war das Ankerteam ebenbürtig. Gegen den schleswig-holsteinischen Verbandsligisten Sereetzer SV gab es auswärts ein 1:1, während beim Aufsteiger zur Schleswig-Holstein-Liga, dem NTSV Strand, ein 1:0-Sieg gefeiert werden konnte. Gegen Verbandsliga-Aufsteiger MSV Pampow gab es auf eigenem Platz einen hochverdienten 3:1-Sieg, der aber die klare Überlegenheit der Hansestädter nicht annähernd ausdrückte.
Der FC Anker ist in diesem Jahr zum dritten Mal in die höchste Amateurklasse des NOFV aufgestiegen. In der Saison 2000/2001 musste der Club sofort wieder zurück in die Verbandsliga. Nach dem erneuten Aufstieg im Sommer 2004 spielten die Wismarer zwei Spielzeiten in der Oberliga. Nachdem es diesmal vier Jahre bis zur Rückkehr in die Amateuroberliga gedauert hat, will sich das Team von Trainer Timo Lange diesmal länger in dieser Spielklasse etablieren. „Die Mannschaft hat das Potenzial dazu, in der Oberliga eine gute Rolle zu spielen", ist Lange optimistisch.
Für das erste Punktspiel steht dem Anker-Cheftrainer fast sein bestes Aufgebot zur Stelle. Mit Marcel Heine wird ein wichtiger Spieler fehlen, denn der Mittelfeldakteur hat sich im letzten Testspiel gegen die Amateure des Hamburger SV eine Knieverletzung zugezogen und wird aller Voraussicht mindestens zwei Wochen pausieren müssen.
Timo Lange freut sich besonders, dass der FC Anker die meisten Spiele in der Oberliga am Sonnabend bestreitet, da der offizielle Spieltag eigentlich der Sonntag ist. Als zusätzliche Höhepunkte bezeichnete der Coach die beiden Flutlichtspiele jeweils am Freitagabend beim Malchower SV und vor allem im Mommsenstadion bei Regionalliga-Absteiger Tennis Borussia Berlin. Neben den Berlinern kehrte auch der FC Hansa Rostock II aus der Regionalliga in die NOFV-Oberliga Nord zurück. Dritter Neuling neben dem FC Anker und dem SV Altlüdersdorf ist der 1. FC Union Berlin II.
Verändert haben sich zum Vorjahr übrigens die Eintrittspreise zu den Heimspielen des FC Anker Wismar. In der neuen Saison kosten die Tickets statt bisher vier nun fünf Euro, der Tribünenplatz statt fünf nun sechs Euro. Jahreskarten werden morgen an den Stadionkassen verkauft. Zwei Spiele sind darin gratis enthalten.
Der komplette 1. Oberliga-Spieltag
Malchower SV 90-1.FC Union Berlin II, Germania Schöneiche-Ludwigsfelder FC, Tennis Borussia Berlin-Brandenburger SC Süd 05 (alle heute), FSV Optik Rathenow-Berlin Ankaraspor Kulübü 07, FC Anker Wismar-SV Altlüdersdorf, Reinickendorfer Füchse-FC Hansa Rostock II (alle Sonnabend), TSG Neustrelitz-LFC Berlin 1892, BFC Dynamo-Torgelower SV Greif (beide Sonntag)
von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)




