FC Anker vor heißem Pokalfight gegen 1. FC Neubrandenburg

25.03.2011

Für die Wismarer Oberliga-Fußballer sind es nur noch zwei Schritte bis zum Landesfinale. Das morgige Viertelfinalspiel wird um 14 Uhr im Kurt-Bürger-Stadion angepfiffen. Die beiden Mannschaften, die sich morgen in der Hansestadt gegenüberstehen, kennen sich aus der Vergangenheit sehr gut, waren sie es doch, die sich in der letzten Verbandsligasaison lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Landesmeisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga lieferten. Am Ende hatte bekanntlich das Anker-Team von Timo Lange das bessere Ende für sich und beendete das Spieljahr mit fünf Punkten Vorsprung vor den Vier-Tore-Städtern. Maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen haben die beiden Partien gegeneinander, denn der FC Anker konnte beide mit 3:0 für sich entscheiden.

Die Neubrandenburger Elf hat sich durch den verpassten Aufstieg aber nicht beunruhigen lassen und Trainer Jürgen „Fluppi“ Decker — er hat seinen Vertrag Anfang März um zwei Jahre verlängert — hat in der Sommerpause sein Team gezielt verstärkt. Mit Tom Buschke (Hansa Rostock II), Dirk Rochow (TSG Neustrelitz), Michael Holz (Malchower SV) und Robert Kleßny (SV Altlüdersdorf) kamen leistungsstarke Spieler zum 1. FCN 04.

In der laufenden Saison sind die Neubrandenburger auch das Nonplusultra der Verbandsliga, denn nach dem 22. Spieltag hat die Elf bereits zehn Punkt Vorsprung auf Verfolger SV Waren 09. Bisher musste die Elf von Trainer Decker erst eine Niederlage einstecken. Die kassierte sie mit 1:3 beim FC Schönberg. Seit dem letzten Wochenende hat die Mannschaft schon mehr als ein Bein in der Tür zur Amateuroberliga, denn beim Verfolger in Waren kamen die Neubrandenburger vor über 1000 Zuschauern zu einem 1:1. Den jetzigen Vorsprung wird sich die Mannschaft in den verbleibenden acht Spielen nicht mehr nehmen lassen.

Eine Stärke der Elf von „Fluppi“ Decker ist der Angriff, denn die morgigen Gäste trafen in den 22 bisherigen Partien bereits 69-mal. Das entspricht einer Trefferquote von über drei Toren pro Spiel.

Aber bekanntlich ist die Abwehr das Prunkstück der Hansestädter. Bleibt also abzuwarten, ob sich am Ende der starke Angriff der Vier-Tore-Städter oder die starke Abwehr der Hansestädter durchsetzen kann.

„Wir fahren nicht nach Wismar, um Geschenke zu verteilen, obwohl Anker ein echter Qualitätsprüfstein ist“, macht FCN-Trainer Jürgen Decker gleich Ansprüche seines Teams deutlich. „Wir werden sehen, wo wir schon stehen und wir werden sehen, wie sich Wismar in dem einen Jahr Oberliga weiterentwickelt hat. Wenn wir unsere Fehler abstellen, dann ist dort unbedingt etwas drin“, meint Decker. Und das hoffen auch die Fans, die wohl zahlreich den Weg an die Küste mit antreten werden.

Mit dem Einzug in das Pokalhalbfinale rechnet natürlich auch Anker-Trainer Timo Lange. „Wir wollen unbedingt in die nächste Runde und hoffen dann natürlich auf das Losglück, damit wir in der Vorschlussrunde nicht auf den FC Hansa Rostock treffen. Denn wenn, und davon muss man ja ausgehen, der FC Hansa Rostock in der 3. Bundesliga unter die besten vier Teams kommt, ist die Mannschaft automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert. Und dann würde sich auch der Pokalfinalist für die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal qualifizieren. Und das wäre natürlich eine große Sache“, so Lange.

Allerdings muss er weiter auf einige Stammspieler verzichten. Stefan Schwandt, Björn Gierahn und Marcel Wulff fallen weiterhin aus. „Aber die Verletzung von David Rosinski hat sich zum Glück nicht als so schwerwiegend herausgestellt wie befürchtet. Die Hand war zum Glück nicht gebrochen, sodass ,Rosi‘ morgen wieder im Aufgebot steht“, freut sich Wismars Coach. Er setzt diesmal auch wieder voll auf die Fans. „An diesem Wochenende ist kein Handball und kein Boxen, sodass ich hoffe, dass mindestens 500 Fans im Stadion sind, um uns anzufeuern“, so Timo Lange.

Wir fahren nicht nach Wismar, um Geschenke zu verteilen.“
Jürgen Decker, Trainer des FC Neubrandenburg

von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)