FC Anker ungeschlagen Landesmeister
07.06.2010
Etwa 400 Fans feierten am Sonnabend den FC Anker Wismar vor dem Brauhaus am Lohberg. Das letzte Punktspiel der Verbandsligasaison lockte 1520 Zuschauer ins Kurt-Bürger-Stadion. Einen begeisterten Empfang bereiteten am Sonnabendabend etwa 400 Fans des FC Anker Wismar ihrer Mannschaft vor dem Brauhaus am Lohberg. Mit einem donnernden Applaus und Jubelgesang wurde das Team von Ankertrainer Timo Lange samt Betreuerstab kurz nach 18.30 Uhr begrüßt.
Etwas erschrocken reagierten einige Spieler, nachdem der Schützenverein Hanse zu Ehren des neuen Fußball-Landesmeisters und Oberliga-Aufsteigers eine Salve aus den Gewehren abfeuerte. Dann begab sich die Mannschaft auf die Brauhaus-Eingangstreppe und ließ sich feiern.
Riesenjubel machte sich breit, als Mannschaftskapitän Fabian Bröcker den Siegerpokal mit seinen Händen in die Luft stemmte. „Wir haben den Pott!", rief er den Fans zu. Unterstützt wurde er dabei von seinen Mannschaftskameraden. Nach mehreren Gesangseinlagen und Treueschwüren, stellte dann die OSTSEE-ZEITUNG, die den Empfang am Lohberg präsentierte, die Spieler, Trainer und Betreuer vor. Immer wieder brandete Beifall auf. Jeder Spieler genoss das Bad in der Menge. „Ihr seid großartig", rief Johannes Höcker den Fans zu. Der Ankertorwart, der in der gesamten Saison nur zehn Treffer, davon zwei Selbsttore, kassierte, wurde frenetisch gefeiert. Dem 25-Jährigen, der in Bayern geboren wurde und über die Stationen FC Bayern München, Hamburger SV zum FC Anker Wismar kam, standen die Tränen in den Augen. „Ich habe alles richtig gemacht und bleibe in Wismar", rief er ins Mikrofon. Wieder klatschten die Fans. Auch Timo Lange versicherte, dass er noch viele Jahre in Wismar als Trainer arbeiten möchte. Das hörten vor allem der Vorstand und Aufsichtsrat des FC Anker Wismar gerne, denn in den vergangenen Wochen wurde über Langes Zukunft und auch über die des Torwarts viel spekuliert.
„Meine Mannschaft hat eine überragende Saison geboten, ist in 28 Punktspielen bei einem Torverhältnis von 83:10 ungeschlagen geblieben. Nun wollen wir auch in der Oberliga unsere gewachsene Stärke zeigen", sagte Timo Lange. Hierfür erntete er wieder den Beifall der Wismarer Fußballfans.
Anker-Präsident Reinhart Kny war ebenfalls des Lobes voll. Er erinnerte aber auch daran, dass der Verein nicht nur aus der ersten Mannschaft besteht, sondern auch vom Nachwuchs, von den Alten Herren, den Frauen und vom Reserveteam getragen wird. „Danken möchte ich allen Sponsoren und auch der Stadt, die uns tatkräftig unterstützt haben. Ohne sie wären diese Erfolge nicht möglich", sagte Kny.
Nach gut einer Stunde war dann die Präsentation vor dem Eingang des Brauhauses vorbei. Spieler, Trainer, Vorstand und Aufsichtsrat mischten sich anschließend unter die Fans, tranken mit ihnen gemeinsam einige Biere, ehe im kleinen Mannschaftskreis im Brauhaus bis in die Nacht hinein ausgelassen bei Disco-Musik der Oberliga-Aufstieg und die Landesmeisterschaft gefeiert wurden. Eingeladen zur Aufstiegsfeier hatte Herbert Wenzel, der Eigentümer des Brauhauses am Lohberg.
Zuvor am Nachmittag waren 1520 Zuschauer ins Kurt-Bürger-Stadion gekommen, um gemeinsam mit dem Aufsteiger zu feiern. Viele von ihnen ließen sich in der Halbzeitpause Freibier schmecken. Sechs Sponsoren hatten je ein 50-Liter-Fass zur Verfügung gestellt.
Auch wenn für die Fußballer vom FC Anker Wismar im letzten Spiel der Verbandsligasaison gegen Vorwärts Drögeheide nur ein 2:2-Unentschieden heraussprang, hatten sie dennoch allen Grund zum Feiern.
Übrigens erhielt das Team im Kurt-Bürger-Stadion nicht nur den Pokal, sondern auch eine Einladung zu einem Essen und zur Besichtigung des Reichstages in Berlin. Ausgesprochen wurde sie von CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Strenz, die zudem im Sportausschuss des Deutschen Bundestages sitzt. Spontan erklärte sie ihre Bereitschaft, Mitglied des FC Anker Wismar zu werden. Den Mitgliedsantrag schrieb sie noch im Stadion.
von Peter Preuß (Ostsee-Zeitung)




