FC Anker strebt ersten Sieg in Oberliga an

03.09.2004


Nach den Niederlagen gegen Top-Teams der Oberliga gastiert nun Lichtenberg 47 am Sonntag um 14 Uhr im Kurt-Bürger-Stadion. Der 12. Tabellenplatz des Gegners liegt in Wismarer Reichweite – der erste Sieg auch? „Aller guten Dinge sind drei“, weiß der Volksmund. Zu gerne möchte der FC Anker dieser alten Formel Glauben schenken, denn nun steht das dritte Heimspiel an. Sowieso dreht sich alles um die Drei: Gegen den dritten Gegner aus Berlin sollen endlich die ersten drei Punkte errungen werden – nach drei Niederlagen der Hansestädter.

Alle punktlosen Spiele der Weiß-Roten resultierten bisher aus Begegnungen mit einstellig platzierten Teams: Türkiyemspor (0:1) hat derzeit den Platz an der Sonne inne, der Berliner AK (0:1) rangiert auf Platz 6, eine Position darüber haben sich die Amateure des FC Energie Cottbus (2:4) eingerichtet. Der nächste Gast stammt da schon eher aus Ankers Tabellenregion.

Die Lichtenberger befinden sich zwei Platzierungen über dem FC Anker, der mit einem Punkt den 14. Rang ziert. Die Mannschaft aus Ost-Berlin hat eine schwere Schlappe zu verarbeiten: Nach ansteigender Formkurve setzte es zuletzt im eigenen Stadion eine 0:4-Niederlage gegen den Ludwigsfelder FC. Der Lichtenberger Trainer Dieter Timme betrachtet die Heimpleite allerdings nur als Ausrutscher: „An diesem Tag kamen alle unglücklichen Umstände zusammen. Besser alles auf einmal als über die gesamte Saison.“ Obwohl sein Schlussmann Konrad Javell bereits siebenmal hinter sich greifen musste, spricht Übungsleiter Timme von einer „kompakten“ Viererkette, die durch vier Neueinkäufe und zwei zurückgekehrte Langzeitverletzte bereits „fünf Halbzeiten zu Null gespielt“ hat. „Wir befinden uns in einer ähnlichen Situation wie Wismar: Hinten stehen wir sicher, nur vorne ist der Knoten noch nicht geplatzt“, beschreibt der Berliner Trainer seine Eindrücke vor der Partie. Für das anstehende Spiel hat sich Lichtenberg 47 trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Mittelfeldmann Konstantinos Flindris viel vorgenommen: „Wir streben einen Sieg an, denn wir wollen Anker auf Abstand halten. Gegen Mannschaften unterhalb unserer Platzierung müssen wir gewinnen.“ Als taktische Marschrichtung gibt Trainer Timme dafür die „kontrollierte Offensive“ vor. Nichts möchte der Trainer dem Zufall überlassen: „Wir werden bereits einen Tag vor dem Spiel nach Wismar fahren. Ich nehme die Partie sehr ernst.“

Die von Axel Rietentiet trainierte Anker-Mannschaft will gegen Lichtenberg 47 nun endlich das Gefühl eines Sieges kennen lernen. Probates Mittel: frühes Stören und Zweikampfhärte. Bereits im letzten Spiel gegen Türkiyemspor zeigte sich die Mannschaft im Abwehrverhalten verbessert und engagierte sich auch mehr nach vorn. Nun will der FC Anker seine Ambitionen mit einem Sieg belohnen. Nach dem Ende der Transferperiode ist nun auch klar, dass der Verein weiter auf seine bewährten Kräfte setzt. Vielleicht eine zusätzliche Motivation für die Anker-Stürmer, ihre Zurückhaltung abzulegen.

Eckart Glende