FC Anker steht vor hoher Hürde in Cottbus

28.01.2005


Morgen beginnt für den Oberligisten FC Anker Wismar wieder der Punktspielalltag. Die Wismarer müssen nach Cottbus zu den Amateuren reisen.Nach den mäßigen Ergebnissen in den Vorbereitungsspielen steht der FC Anker Wismar morgen bei den Amateuren vom FC Energie Cottbus vor einer sehr hohen Hürde.

Die Mannschaft vom Trainerduo Axel Rietentiet und Manfred Körner konnte in den vier Vorbereitungsspielen nur einen Sieg erzielen, der allerdings gegen den NTSV Strand 08 mit 7:1 sehr hoch ausfiel. Danach folgten drei Niederlagen gegen die Hansa-A-Junioren (0:2), VfB Lübeck II (1:3) und FSV Bentwisch (1:5). Doch das ist alles Schnee von gestern. Morgen müssen die Wismarer in Cottbus ihr wahres Gesicht zeigen.

„Für uns wird die Partie im Stadion an der Lipezker Straße eine hammerharte Angelegenheit. Mit dem verletzten Andre Hildebrandt, der im Spiel gegen Bentwisch einen Muskelfaserriss erlitt, und Daniel Köhn, der nach seiner fünften gelben Karte für das erste Spiel in der Rückrunde gesperrt ist, fallen mir gleich zwei wichtige Mittelfeldspieler aus. Dies gilt es zu kompensieren, aber auch auf unsere Abwehr wird ein hartes Stück Arbeit zukommen. Wir haben beim Hallenturnier in Graal-Müritz unangenehme Erfahrungen mit den schnellen Energiespielern gemacht. Das soll uns morgen nicht wieder passieren. Wir müssen aus einer kompakten Deckung heraus so lange wie möglich das zu Null halten. Dann wäre der angestrebte Punkt durchaus möglich“, blickte Rietentiet voraus.

Ansonsten hielt sich der Anker-Trainer sehr bedeckt. Er wollte vor dem Spiel den Cottbussern keine taktische Steilvorlage liefern. „Ich weiß, dass meine Aussagen auch dort gelesen werden. Deshalb möchte ich mir nicht in die Karten schauen lassen“, so Rietentiet. Auf jeden Fall will er morgen eine starke Mannschaft aufbieten. Ganz andere Schlagzeilen, als jahrelang gewohnt, hörte man zuletzt aus der Lausitz. Neben Trainer-Legende Eduard Geyer wurde letzte Woche auch Manager Klaus Stabach recht unsanft vom Sockel gestoßen. Einzig verblieben ist mit Präsident Dieter Krein somit nur noch der letzte der „Heiligen drei Könige“ aus Cottbus. Doch hat der momentan ganz andere Dinge im Kopf, als über Personalfragen der Amateur-Abteilung zu befinden. Längst nicht so brisant wie im Profikader sind diese Personalien, doch immerhin scheinen auch hier klare Worte der Entscheidung notwendig. Amateur-Trainer Detlef Ullrich besucht derzeit wochentags die Sporthochschule Köln, um „Fußball-Lehrer“ zu werden. Sein Assistent Thomas Köhler sieht sich deshalb momentan in der Rolle des ersten Mannes.

„Ich gehe mit der Truppe ins erste Spiel gegen Wismar, etwas anderes wurde nicht vereinbart“, meinte Detlef Ullrich am Sonntagabend nach dem Zweitligaspiel der Profis gegen 1. FC Köln. Bei dem er einen seiner ehemaligen Leistungsträger einen bravourösen Einstand abliefern sah. Björn Brunnemann hatte es ja nach seinem Wechsel von den Hansa-Amateuren zum FC Energie nicht unbedingt leicht, in der Lausitz Fuß zu fassen. Ein Eduard Geyer war offenbar längst nicht so überzeugt vom Außenbahnspieler, wie es dessen Nachfolger Petrik Sander ist. Der hatte „Brunne“ schon vor dem Köln-Spiel als Sieger im Kampf um die Reghecampf-Nachfolge verkündet. Gut für den 24-Jährigen – schlecht für Amateur-Coach Ullrich, der aus dem gleichen Grund den wiedererstarkten Rayk Schröder (2000-2002 FC Hansa) „los wurde“. Zu Ullrichs Leid wanderte auch noch Stammkeeper Andre Thoms als Reservetorhüter der Profis nach oben ab, als sich Keeper Berndtsen einen Kreuzbandriss zuzog. Da hofft man im Amateurlager umso mehr, dass die beiden Probetrainierer Damir Suljanovic und der Brasilianer Fabian Amaro wenigstens zeitweilig für qualitativen Ausgleich sorgen. Viel Bewegung also im Kader vor dem Start. Fast schon trotzig beharrt Ullrich aber an seinem Ziel für die Rückrunde: „22 Punkte haben wir, 50 sollen es werden!“

Die ersten drei davon möchte man am Sonnabend gegen die Hansestädter holen. Obwohl man in Cottbus den FC Anker Wismar ob dessen Konterqualitäten keinesfalls unterschätzt. Schließlich hat man sehr wohl Wismars Auswärtssiege in Schönberg und bei den Füchsen registriert, dennoch soll es ein Start nach Maß werden. Was im Klartext heißt: Zum Sieg ohne Sorgen. Davon hat man in Cottbus nämlich derzeit viel mehr, als genug.

Andreas Kirsch und Georg Zielonkowski