FC Anker legte Warnemünder Torfabrik lahm

03.11.2008

Der FC Anker Wismar feierte mit dem 5:0 gegen den SV Warnemünde den fünften Heimsieg der Saison und kletterte auf Platz drei der Tabelle. „Eigentlich war ich mit meinem Team nach Wismar gekommen, um die drei Pluspunkte mitzunehmen. Doch was meine Mannschaft dann in der Anfangsphase geboten hat, war haarsträubend. Damit haben wir Anker in Vorhand gebracht. Bei ihnen klappte dann alles, während wir selbst die besten Möglichkeiten vergeben haben. Aber so ist der Erfolg der Wismarer Elf hochverdient, auch in dieser Höhe", so der 43-jährige Spielertrainer des SV Warnemünde, Heiko März auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. März spielte dabei auf die furiose Anfangsphase des Spiels an, in der das Ankerteam gleich die beiden ersten Chancen zu Treffern nutzte. Beim 1:0 nahm El Mouadan Charaffe einen abgewehrten Ball volley an, schoss ihn flach ins Warnemünder Tor, nachdem nur eine Minute später Marcel Heine den Abpraller nach einem Schuss von André Hildebrandt nur noch über die Linie drücken musste. Zwar hatte die Ankerelf noch weitere gute Möglichkeiten, so durch Kopfbälle von Marcel Heine (22./ 26.), doch weitere Treffer gelangen der Mannschaft nicht.

Aber auch der Neuling hatte zwei gute Möglichkeiten. Klären konnte zum einen der Anker-Keeper Johannes Höcker in der 32. Minute einen Freistoß von Christian Wilkens im Nachfassen, und zum anderen der gut spielende Niels Laumann gegen den Torjäger der Gäste, Patrick Telemann. Der FC Anker Wismar kam dann auch wieder frisch und spielfreudig aus der Kabine und konnte mit dem 3:0 in der 54. Minute bereits die Vorentscheidung erzielen. Charaffe kam nach einer Flanke von René Rydlewicz vor dem Gästekeeper an den Ball und netzte zum 3:0 ein. Und auch diesmal gleich ein Doppelpack, denn nur zwei Minuten später fasste sich Ankerkapitän Fabian Bröcker ein Herz, zog aus 25 Metern ab und traf mit einem Aufsetzer zum 4:0. Es war für den Ex-Profi die letzte Aktion, denn man hatte bereits in der ersten Hälfte gemerkt, dass er einfach nicht ins Spiel gefunden hat. „Kurz vor dem Frühstück bekam ich bereits Magenschmerzen, danach wurde es wieder besser, aber beim Spiel wurde es wieder schlimmer. Ich hatte zwar gehofft, dass es besser wird, aber es ist eher noch schlechter geworden. Ich musste einfach raus. Prima war natürlich, dass ich auch noch meinen Treffer zum klaren Sieg beitragen konnte", so Bröcker unmittelbar nach seiner Auswechslung.

Doch damit noch nicht genug, denn kurze Zeit später musste auch René Rydlewicz nach einem Zweikampf verletzt vom Platz und wurde durch Maik Kerinn ersetzt. „Ich habe mich einfach zu schnell gedreht, das sollte man als ,alter Mann' nicht machen. Ich denke aber, dass ich bereits am nächsten Wochenende in Rostock wieder fit bin", scherzte er bereits auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Durch die klare Führung bestärkt blieben die Hausherren offensiv. Aber auch die Gäste um Heiko März spielten munter mit und zeigten dabei einige Schwächen in der Hintermannschaft der Hansestädter auf. So konnte sich Lars Döscher zweimal über die linke Angriffseite durchsetzen. In der 58. Minute spielte er den zwölfmaligen Torschützen Patrick Telemann im Strafraum an, doch der setzte die Kugel an den rechten Pfosten. In der 82. Minuten war es Döscher erneut, der eine gute Möglichkeit hatte. Diesmal zeigte sich Anker-Keeper Höcker auf der Höhe des Geschehens. Den Schlusspunkt unter die Partie setzte der gerade eingewechselte Jens Gagzow, der nach schönem Zuspiel von Maik Kerinn die Kugel zum 5:0-Endstand ins lange Eck schlenzte, ebenfalls sein erster Treffer in dieser Saison.

„Wir hatten Warnemünde im Vorfeld zweimal beobachtet und die Mannschaft vor den schnellen Stürmern gewarnt. Deshalb habe ich von meinem Team vollste Konzentration gefordert. Und so ging es entsprechend motiviert in diese Begegnung. Die beiden schnellen Tore haben uns zusätzliche Sicherheit gegeben. Am nächsten Wochenende müssen wir jetzt an diese Leistung anknüpfen, um beim Rostocker FC keine unliebsame Überraschung zu erleben", meinte Ankertrainer Bego Catic nach dem Spiel.

Tore: 1:0 (8.) El Mouadan Charaffe, 2:0 (9.) Marcel Heine, 3:0 (54.) El Mouadan Charaffe, 4:0 (56.) Fabian Bröcker, 5:0 (78.) Jens Gagzow.  

Schiedsrichter.: Michael Lübke (Bützow)

Zuschauer: 325

FC Anker mit: Höcker - Gierahn, Kanter, S. Hildebrandt, Laumann - Rosinski, A. Hildebrandt, Heine, Bröcker (57. Schnöckel) - Charaffe (76. Gagzow), Rydlewicz (68. Kerinn). Trainer: Bego Catic

von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)