FC Anker gewinnt im Mommsenstadion
17.10.2010
Tennis Borussia Berlin gegen FC Anker Wismar. Ein Spiel, das schon vor dem Anpfiff gestern Abend um 20 Uhr viel Brisanz versprach. Die letzte Begegnung im bekannten Mommsenstadion endete vor fünf Jahren für die Gäste von der Küste mit einem Debakel. Damals ging der FC Anker im Scheinwerferlicht mit 0:9 förmlich unter. Allerdings stand gestern kein Spieler vom damaligen Aufgebot auf dem Platz.
Auch waren die Vorzeichen diesmal völlig anders. Während die Platzherren aus Charlottenburg einen schlechten Saisonstart in der Oberliga erwischten, kamen die Schützlinge von Ankertrainer Timo Lange sehr gut aus den Startlöchern und rangierten vor dem Spiel auf dem fünften Platz. Die Berliner waren Tabellenvorletzter. Doch die beiden letzten Partien verloren sie nicht und holten vier Punkte.
Überraschend war vor allem das 0:0 beim bisher ungeschlagenen Spitzenreiter Berliner AK.
Diesen Aufwärtstrend wollten die Berliner gegen die Wismarer fortsetzen. Doch daraus wurde nichts. Sie verloren die Partie mit 0:2.
Die entscheidenden Treffer fielen bereits in der Anfangsphase. So köpfte Abwehrchef Steffen Seering nach einer Ecke von Fabian Bröcker den Ball in der 3. Minute zum 1:0 für die Wismarer ins gegnerische Netz. Nur acht Minuten später erhöhten die Gäste auf 2:0. Sissoko Moussa wurde von Torwart Johannes Höcker mit einem langen Ball bedient, den der kleine Stürmer aus etwa 20 Metern unhaltbar für den Keeper versenkte.
Es dauerte bis zur 22. Minute, ehe die Platzherren Anker-Torwart Höcker das erste Mal prüften. Doch den Schuss von Kim Jae-Sung aus etwa 15 Metern parierte er in Meistermanier. Eine weitere Torchance für Tennis Borussia vereitelte der Anker-Keeper in der 42. Minute. Kalkan Fuat schoss den Freistoß nach einem Handspiel von Marcel Wulf direkt auf das Ankertor, aber Höcker lenkte die Kugel ins Aus.
Nach der Halbzeitpause machten die Platzherren mächtig Druck, ohne jedoch daraus Kapital zu schlagen. Die meisten TB-Angriffe versandeten in der Wismarer Abwehr, sodass der Sieg der Gäste völlig verdient war.
Dabei waren die Vorzeichen alles andere als erfolgversprechend. So musste Trainer Timo Lange seinen Torwarttrainer Frank Habermann (34) auf die Bank setzen. Der etatmäßige Ersatzkeeper Kevin Suppa hatte sich beim Länderturnier in Duisburg am vergangenen Wochenende eine Verletzung an der Hand zugezogen. Er wird noch mindestens zehn Tage ausfallen.
Auch David Rosinski kam nicht zum Einsatz. Der Mittelfeldspieler erhielt im letzten Oberliga-Punktspiel gegen die TSG Neustrelitz seine fünfte gelbe Karte und musste deshalb eine Zwangspause einlegen.
Weiterhin stehen dem Wismarer Trainer die Langzeitverletzten Stefan Schwandt und Marcel Heine nicht zur Verfügung. Dennoch gibt es bei Schwandt einen Lichtblick. Er hat nach seiner Knieoperation inzwischen wieder mit leichtem Training begonnen. Timo Lange rechnet damit, dass er seinen Mittelfeldspieler nach wochenlanger Pause Ende Oktober wieder einsetzen kann.
„Ich bin mit der heutigen Leistung meines Teams sehr zufrieden. Wir sind nach Berlin gefahren, um hier zu siegen. Das ist uns auch gelungen, weil wir unsere Chancen in der ersten Halbzeit resolut genutzt haben“, freute sich Timo Lange. Er hob in der anschließenden Pressekonferenz besonders die Leistung von Torwart Johannes Höcker hervor.
Ein Nachspiel wird die gestrige Partie noch für einige Wismarer Fans haben, die im Gästeblock Feuerwerkskörper gezündet haben. Die Polizei nahm die Personalien auf und verwies sie des Platzes. Ein Fan kann mit einem Stadionverbot rechnen.
FC Anker mit: Höcker; Martens, Schameitke, Seering, Laumann, Niemeyer (87. Gierahn), Hildebrandt, Bröcker, Schnökel, Wulf (78. Bernwald), Moussa.
Statistik: Tore: 0:1 Seering (3.), 0:2 Moussa (11.); Zuschauer: 420.
von Peter Preuß (Ostsee-Zeitung)




