FC Anker erwartet in Neustrelitz heißer Tanz

13.08.2004


Nach der 2:4-Heimniederlage treten die Wismarer am Sonntag zum ersten Auswärtsspiel in der Oberligasaison an. Gastgeber TSG Neustrelitz steht nach seinem verlorenen Auftaktspiel bereits unter starkem Druck. Für den Zehntplazierten der letztjährigen Oberliga-Saison ist die Partie gegen den FC Anker Wismar vor Heimpublikum von besonderer Bedeutung. Denn nach der Niederlage im ersten Saisonspiel gegen Ludwigsfelde (0:1) wartet mit den Wismarern nun am Sonntag um 14 Uhr ein weiterer Aufsteiger auf die Neustrelitzer.

Sollte auch das zweite Saisonspiel der TSG gegen einen Liganeuling ohne Punkte enden, wäre die Unruhe im Verein groß. An der Mecklenburger Seenplatte treffen die Wismarer also auf einen unangenehmen Gegner. Anker-Trainer Axel Rietentiet weiß um die Stärke des Gegners, denn für Neustrelitz gehe es bereits „ums blanke Überleben“. Für Sonntag erwartet er einen Gastgeber, der dem FC Anker „mit überhart geführten Zweikämpfen den Schneid abkaufen möchte“. Es werde „brutal zur Sache gehen“, beschreibt Rietentiet seine Erwartungen.

Wie gerufen, kündigt sein Neustrelitzer Kollege Jürgen Decker eine offensive Spielweise seiner Mannschaft an. „Bei Spielen gegen Aufsteiger, die naturgemäß nicht zum Favoritenkreis gehören, zählen Punktgewinne doppelt“, erklärt der TSG-Trainer das Spiel zum Pflichtsieg. Derweil laborieren die Hansestädter noch an ihren Verletzungen vom Saisonstart. Mittelfeldspieler Stephan Müller wurde am Donnerstag am Knie operiert und fällt für längere Zeit aus. Trainer Rietentiet spricht von einem herben Verlust: „Ein wichtiger Mann, der uns bereits zur Heimpremiere gefehlt hat.“ Gerade in der überraschenden Spieleröffnung aus dem Mittelfeld wird die Nummer 9 fehlen. Immer wahrscheinlicher wird auch der Ausfall vom zuletzt so agilen Stürmer Kevin Wietzke, der die gesamte Woche nicht trainieren konnte.

In den letzten Tagen hatte der FC Anker Zeit, das Geschehene aufzuarbeiten. Um die Konzentrationsschwächen aus der 2. Halbzeit gegen die Amateure von Energie Cottbus abzustellen, bat Rietentiet seine Schützlinge zu ernsthaften Gesprächen. Auch an den Schwächen bei gegnerischen Standards wurde im Training intensiv gearbeitet. Neustrelitz wird den Gästen hohe Aufmerksamkeit und Aggressivität abverlangen. „Wir leben von unserer Athletik“, bekennt TSG-Trainer Decker. Unterschätzt werde der FC Anker, den ein gut besuchtes Parkstadion erwartet, aber keinesfalls: „Gerade Aufsteiger sind zu Saisonbeginn besonders motiviert, das wird für uns als etablierter Verein kein Selbstläufer.“ Der FC Anker würde sich freuen, wenn der Neustrelitzer Trainer damit Recht behält und mindestens ein Punkt entführt wird.

Eckart Glende