FC Anker erleidet Rückschlag
15.12.2008
Beim abstiegsgefährdeten FSV Malchin musste der ehrgeizige FC Anker Wismar eine völlig unnötige 1:2-Niederlage einstecken. Der FC Anker kassierte in Malchin die vierte Auswärtsniederlage im sechsten Spiel und läuft damit seinen Ansprüchen hinterher. Beide Mannschaften boten nur Kampf und Krampf. Je ein Spieler musste ins Krankenhaus, auf jeder Seite flog ein Aktiver nach einer Ampelkarte vom Platz. Auch ein „Verdienst" des Schiedsrichtergespanns, das eine große Zahl sehr fragwürdiger Entscheidungen traf. Gleich beim ersten Angriff wurde Sissoko Moussa sehr unsanft von den Beinen geholt. Diese Unfairnis, keine sportliche Härte, setzte sich auf Seiten der Gastgeber fort. Die Gäste, die trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von René Rydlewicz engagiert begonnen hatten, ließen sich davon immer mehr beeindrucken und einschüchtern. Allerdings blieb Anker optisch überlegen, doch Chancen waren Mangelware. Einzig Mannschaftskapitän Fabian Bröcker, ansonsten tauchte auch er an diesem Nachmittag völlig ab, hatte zwei gute Möglichkeiten. Mehr passierte in der ersten Halbzeit nicht, Johannes Höcker im Ankertor hatte eine sehr geruhsame erste Halbzeit.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Geschehen schlagartig. Auf dem ungeliebten Kunstrasenplatz staubte Maik Kerinn (drittes Saisontor) einen Abpraller des Malchiner Torhüters zur Führung (51.) ab. Als dann der Unparteiische endlich einmal bei den Gastgebern durchgriff und Felix Rümker innerhalb von zwei Minuten zwei gelbe Karten und damit die Ampelkarte zeigte, schienen die Hansestädter auf dem richtigen Weg.
Doch die Gäste bauten mit ihren Fehlern die Hausherren wieder auf. Der erste passierte in der 58. Minute, als Andre Hildebrandt zu forsch in einen Zweikampf mit Gogo Godfrey ging und der Unparteiische auf den Strafstoßpunkt zeigte. Der zweite Fehler folgte unmittelbar danach, denn Johannes Höcker parierte nach dem Strafstoß in Polz zwar auch diesen von Tom Rzeszutek, doch dann kam kein Ankerspieler zuerst an den Ball, sondern der zur Pause eingewechselte FSV-Spieler und markierte den Ausgleich. Kurz danach hatten die Hausherren bereits die nächste gute Möglichkeit, aber ein Kopfball strich am Ankerkasten vorbei ins Aus. Der dritte Fehler der Hansestädter war dann der spielentscheidende. Und wenn ein Torhüter diesen macht, führt er fast unweigerlich zu Gegentoren. So auch diesmal, als der in den letzten Wochen sehr souverän spielende Höcker bei einer weiten Flanke zu spät aus seinem Kasten herauslief und von Rzeszutek überlupft wurde und die Kugel zur umjubelten Führung der Hausherren ins Ankertor trudelte. Zwar bemühte sich der Tabellendritte gegen die in der Abstiegszone befindlichen Malchiner noch um den Ausgleichstreffer und El Mouadan Charaffe hatte auch noch die Chance dazu, doch nachdem er den Malchiner Keeper bereits ausgespielt hatte, kam er nicht mehr ans Leder, sodass die letzte Chance auch nichts einbrachte. Kurz vor dem Ende musste auf Wismarer Seite sogar noch Björn Gierahn nach gelb-roter Karte vom Platz, da er einen Malchiner Spieler bei einem Zweikampf gefoult haben soll. Bei dieser Aktion verletzte sich Gierahn so schwer, dass er mit dem Krankenwagen in die nahe gelegene Ambulanz gebracht werden musste. Aber er scheint Glück im Unglück gehabt zu haben, denn die ersten Röntgenbilder waren bezüglich einer ernsthaften Verletzung negativ. Somit bleibt Malchin weiterhin kein gutes Pflaster für den FC Anker, denn im sechsten Auswärtsspiel setzte es die vierte Niederlage bei der Elf vom Kummerower See. „Ich verstehe nicht, warum wir es auswärts nicht schaffen, den Gegner in die eigene Hälfte zu drücken und das Spiel so zu machen, wie wir es zu Hause können", meinte Ankercoach Bego Catic nach dem Spiel sichtlich verärgert und fügte hinzu: „Zwar hat sich das komplette Schiedsrichterteam den schlechten Leistungen beider Mannschaften angepasst, aber als Spitzenteam muss man auch so etwas wegstecken können und seinen eigenen Rhythmus finden, denn die Niederlage den Unparteiischen alleine zuzuschreiben, trifft auch nicht den Kern. Wir haben nach dem Führungstor und dann in Überzahl alle Trümpfe selbst in der Hand gehabt, aber an diesem Nachmittag fand kaum ein Spieler zur Normalform."
FC Anker Wismar: Höcker - Gierahn (gelb-rot 89.),S. Hildebrandt. A. Hildebrandt, Laumann - Bröcker, Rosinski, Moussa (60. Gagzow), Heine - Charaffe, Kerinn (79. Taflo).
Statistik: FSV Malchin - FC Anker Wismar 2:1 (0:0). Tore: 0:1 (51.) Kerinn, 1:1 (58./82.) Rzeszutek. SR.: Block (Krebsow).
von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)




