FC Anker drehte diesmal Spieß um in Drögeheide
20.04.2009
Durch einen Freistoßtreffer von der Strafraumlinie sicherte Philipp Ohl dem FC Anker Wismar bei Vorwärts Drögeheide den 2:1-Auswärtssieg. In der vergangenen Saison ging der FC Anker Wismar bei Vorwärts Drögeheide förmlich unter. Die Wismarer verloren damals ihr Auswärtsspiel mit 0:5 Toren. Diesmal konnten die Schützlinge von Anker-Cheftrainer Timo Lange den Spieß umdrehen. Seine Mannschaft gewann verdient mit 2:1 Toren. „Ich bin mit der festen Absicht nach Vorpommern gefahren, die drei Siegpunkte mitzunehmen. Wir haben weit über sechs Stunden im Bus gesessen und haben 550 Kilometer zurückgelegt. Da wäre es besonders bitter, wenn man mit einer Niederlage auf die Heimreise geht", freute sich Timo Lange nach dem zweiten Auswärtssieg in Folge.
Die Anfangsphase gehörte allerdings den Hausherren, die in den beiden letzten Heimspielen gegen den FC Schönberg mit 2:1 erfolgreich waren und auch dem Malchower SV ein 2:2 abtrotzten. Bereits in der 13. Minute gingen sie dann auch in Führung, als Robert Wölk trotz energischen Störens von Björn Gierahn im Nachschuss zum 1:0 erfolgreich war. In dieser Szene konnte Johannes Höcker, sein Einsatz war auf Grund eines Magen-Darm-Infekts stark gefährdet, zwar den ersten Schuss von Wölk parieren, dem sprang die Kugel aber noch einmal vor die Füße, und dann hatte „Höcki" keine Abwehrchance mehr. Das war dann aber der endgültige Weckruf für das Ankerteam, das nun immer besser ins Spiel und in der 22. Minute zum Ausgleichstreffer kam. Phillip Ohl spielte den Ball von der linken Seite quer über das Feld auf David Rosinski, der zog fast bis zur Grundlinie durch, und seine scharfe Eingabe verwandelte der mitgelaufene Sissoko Moussa mit seinem ersten Punktspieltor zum verdienten Ausgleich. Nur zwei Minuten später zog Marcel Heine nach Zuspiel von Dirk Taflo aus sechzehn Metern ab, doch der Keeper der Drögeheider Hausherren parierte.
Nach dem Seitenwechsel bekamen die Ostseestädter noch mehr Spielanteile und tauchten immer wieder gefährlich im Drögeheider Strafraum auf. Doch die Hintermannschaft und Priem im Kasten der Platzherren standen bei Schüssen von Philipp Ohl und Marcel Heyne sicher.
Dann die 70. Minute. David Rosinski startete an der Mittellinie ein tolles Solo, wurde immer wieder erfolglos von Spielern der Hausherren attackiert und wurde dann im Strafraum von den Beinen geholt. Doch was geschah jetzt: Der Unparteiische aus Polen legte trotz des Hinweises seines Landsmannes an der Seitenlinie, dass das Foul im Strafraum geschehen ist, den Tatort an die Strafraumgrenze. Aber dann gab es doch so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit, denn Philipp Ohl lief an und schoss die Kugel flach zur 2:1-Führung in die Maschen des Drögeheider Tores. Dieser Treffer war nicht nur das erste Punktspieltor des Angreifers nach seinem Wechsel aus Crivitz im Winter, sondern gleichzeitig das 50. Saisontor des FC Anker.
Fünf Minuten später hatte Ohl nach einem Grundlinienrückspiel von Marcel Heine eine weitere gute Möglichkeit. Doch diesmal zeigte sich Christopher Priem im Vorwärtskasten auf dem Posten. Die beste und einzige Chance der Gastgeber in der zweiten Halbzeit war dann in der 83. Minute, als sich Jeffrey Latza auf der linken Angriffsseite durchsetzen konnte, frei vor Johannes Höcker stand, die Kugel aber auch am langen Pfosten vorbei setzte. „Der Ausgleich wäre aber auch nicht verdient gewesen, denn wir haben die zweite Hälfte bestimmt, im Abschluss aber Schwächen gezeigt. Viele Schussversuche kamen überhastet, sodass die Abwehr der Hausherren immer wieder klären konnte. Aber auch einige Laufwege stimmten nicht", zeigte Timo Lange aber auch Schwächen seines Teams nach dem Schlusspfiff auf.
FC Anker mit: Höcker - Gierahn, A. Hildebrandt, S. Hildebrandt, Laumann - Rosinski (88. Martens), Taflo, Bröcker, Ohl (86. Wulff) - Heine, Moussa (80. Charaffe).
von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)




