Ein Eigentor und drei Foulelfmeter
29.11.2010
Im Duell der Aufsteiger haben sich der FC Anker Wismar und die Zweitligareserve des 1. FC Union Berlin 2:2 getrennt. Für die Hansestädter war es das letzte Heimspiel des Jahres. Da es in Wismar am Freitag kräftig geschneit und es auch in der Nacht zum Sonntag noch leichten Schneefall gegeben hatte, wurde die Partie auf dem Kunstrasenplatz ausgetragen. Union-Trainer Theo Gries, der das Anker-Team bereits am zurückliegenden Wochenende im Pokalspiel gegen Torgelow beobachtete, hatte sich schon im Vorfeld zur Bespielbarkeit des Wismarer Kunstrasens geäußert: „Bei diesen Witterungsbedingungen wird die Partie auch ein Stück weit ein Glücksspiel werden. Aber auf Glück allein möchte ich mich nicht verlassen: Wenn man nach außerhalb fährt, will man zumindest nicht verlieren. Wir haben vor, uns in Wismar mindestens einen Punkt zu krallen“, so der ehemalige Bundesligaspieler. Und am Ende gelang das auch.
Anfänglich war die Partie auch ein Lotteriespiel, denn alle 22 Akteure mussten sich erst einmal auf das sehr glatte Geläuf einstellen. Die erste Chance hatten die Gastgeber, doch ein von Stefan Schwandt gefährlich in den Fünfmeterraum geschlagener Freistoß fand vor dem Union-Tor keinen Abnehmer. Dann eine ganz kuriose Szene, aus der die Führung der Hauptstädter entstand (20.). Nach einem Schuss von Murat Turhan lief Anker-Keeper Johannes Höcker zum Ball und wollte ihn aufnehmen. Aber auch Steffen „Eiche“ Seering wollte die Kugel aus der Gefahrenzone schlagen. Seering veränderte die Richtung des Balls aber so unglücklich, dass das Streitobjekt aus knapp 20 Metern ins leere Tor trudelte. Vor dem Seitenwechsel lag die Kugel dann noch einmal im Tor der Hansestädter, doch der Treffer von Turhan wurde nach einer Abseitsposition nicht gegeben.
In der Pause, die die Mannschaften dank Rüdiger Tretow vom EVB in zwei Bussen verbringen konnten, machte Anker-Trainer Timo Lange seiner Elf für die zweite Hälfte noch einmal Mut. „Ihr könnt auch jetzt noch zwei bis drei Tore erzielen“, gab er seinen Jungs mit auf den Weg. Und die Gastgeber machten Druck. Das wurde belohnt. Innerhalb von drei Minuten zweimal die gleiche Szene im Strafraum der Unioner. Nach einer Ecke wurde zuerst David Rosinski gefoult, drei Minuten später holte Marcel Hegert Sissoko Moussa von den Beinen. Die fälligen Strafstöße verwandelte Schwandt sicher (55., 58.).
Auch der letzte Treffer der Partie entstand per Foulelfmeter. Diesmal war Niels Laumann zu energisch dazwischengegangen und Hegert verwandelte zum insgesamt verdienten Ausgleich (76.).
„Trotz der sehr bescheidenen Bodenverhältnisse war es vor allem in der zweiten Halbzeit ein gutes Spiel. Vorm Wechsel hatte Union mehr Spielanteile. So bin ich mit dem Unentschieden zufrieden, obwohl wir in unserem letzten Heimspiel in diesem Jahr lieber drei Siegpunkte eingefahren hätten“, so Timo Lange. Andreas Kirsch
FC Anker mit: Höcker — Laumann, Schameitke, Seering, Schnöckel — Martens, Niemeyer, Heine, Schwandt — Rosinski (80. Schiewe), Moussa
von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)




