E2 lässt in Schlussphase 2 Punkte liegen
27.03.2011
Am Ende hieß es "nur" 4:4 im Spiel zwischem dem Schweriner SC und den ein Jahr jüngeren Spielern der zweiten E-Junioren des FC Anker. Für einen unbeteiligten Zuschauer ein sehr ansehnliches Spiel, denn bei beiden Mannschaften agierten die Angreifer besser als die Verteidiger.
Beim FC Anker standen die Vorzeichen für dieses Spiel sehr schlecht, denn auch aufgrund der Grippe-Misere fehlten zahlreiche Spieler. Falk Mehldau, Malte Noack, Paul Reichelt und Linus Beilke waren vier davon, doch gerade diese vier gehören zu den Leistungsträgern, aber heute galt es, sie zu ersetzen. Zudem musste Max Lauckner das Anker-Tor hüten, obwohl er nach gerade überwundener Krankheit eigentlich noch geschont werden sollte, doch auch Ben Geißler konnte krankheitsbedingt nicht mit nach Schwerin reisen.
Aber man wäre nicht der FC Anker, wenn man nicht auch eine solche Serie von Ausfällen kompensieren könnte. So gab es für andere Spieler die Möglichkeit, sich zu beweisen.
In den ersten Minuten begann die Partie auch mit einem spielerischen Übergewicht der Weiß-Roten. Doch konnten die Schweriner Abwehrspieler dafür sorgen, dass der FC A sich nicht allzu viele Chancen herausarbeiten konnte. Aber in der 13. Minute war der Bann gebrochen, so konnte Mahdi Ghadiri das Spielgerät im Schweriner Gehäuse unterbringen. Das Spiel hätte schon eine klare Tendenz bekommen können, als John Buhse den Ball zu Mahdi Ghadiri passen konnte, dieser leitete den Ball, allerdings sehr scharf und halbhoch, weiter zu Ben "Hugo" Trojan. Nur mit einer technisch außergewöhnlich guten Aktion konnte er die Ballmitnahme so durchführen, dass zum einen der Verteidiger keine Abwehrchance hatte und zum anderen eine Riesen-Torgelegenheit entstand. Der Ball verfehlte nur knapp den rechten Pfosten, nachdem Ben Trojan die Kugel mit seinem eigentlich schwächeren linken Fuß am generischen Keeper vorbeigeschoben hatte.
Die Kicker aus der Hansestadt hatten das Spiel eigentlich bis dahin vollkommen im Griff, doch nach zwei kapitalen Fehlpässen auf der linken Seite konnte sich der Schweriner SC zwei Chancen herausarbeiten, die erste noch vergeben, doch nach dem zweiten Fehlpass sah Anker-Schlussmann Max Lauckner den Schweriner Stürmer frei auf sich zulaufen, und auch die heranstürmenden Verteidiger konnten den Gegentreffer nicht verhindern.
Daraufhin musste auf dieser linken Seite unbedingt etwas verändert werden, so kam Jonas Saschenbrecker auf der linken Mittelfeld-Position ins Spiel, und konnte sofort für etwas mehr Ruhe sorgen. Joshua Scheel, der aufgrund der Krankheiten der möglichen Abwehrspieler heute auf der ungewohnten Verteidiger-Position agieren musste, hatte von nun an, da Jonas viel nach hinten gearbeitet hat, mehr Freiheiten im Offensivspiel. Joshi war es auch, der mit einem seiner Vorstöße die erneute Führung zum 2:1 erzielte. Von hinten kam er durch das Mittelfeld hindurchgesprintet, und kein Schweriner hat sich für ihn zuständig gefühlt. Er erhielt einen Pass von der linken Seite, hatte alle Zeit der Welt um sich das Leder vorzulegen und konnte aus gut 15 Metern frei zum Torabschluss kommen. Dem Torwart blieb keinerei Abwehrchance.
Mit dieser knappen, aber verdienten Führung ging es in die Pause.
Nach der Pause kamen die Jungs aus der Landeshauptstadt besser ins Spiel. Die Angriffsbemühnungen der Wismarer blieben früh in der gegnerischen Hintermannschaft hängen und diese konnten mehrere Gute Angriffe starten. Vor allem die Standart-Situationen sorgten für ein heilloses Durcheinander beim FC A, doch auch dank zweier guten Paraden und viel Glück blieb dies noch ohne zählbare Folgen. Auch eine Kontersituation der Schweriner führte nicht zum Ausgleich. Die Anker-Jungs konnten sich hier bei Mittelfeldspieler John Buhse bedanken, denn dieser rettete mit letztem Einsatz und einer mutigen Grätsche auf der Torlinie für den bereits ausgespielten Schlussmann zur Ecke.
Mit einem der selten gewordenen Angriffe der Weiß-Roten in dieser Phase dann sogar das 3:1. Erneut war Mahdi Ghadiri zur Stelle und brachte den Ball im Schweriner Tor unter. Das Spiel wurde wieder etwas ruhiger, denn nicht mehr viele Schweriner glaubten noch an die Wende. Das plötzliche 3:2 gab ihnen dann wieder Hoffnung. Torwart Maximilian Lauckners zu kurzer Abschlag wurde vom Gegner abgefangen und dem frestehenden Stürmer zugespielt, der den Ball nur noch einschieben brauchte. Jetzt war es ein sehr kampfbetontes Spiel, mit vielen guten Gelegenheiten auf beiden Seiten. Der Schiedsrichter trug seinen Teil zu den vielen Tormöglichkeiten der Schweriner bei, denn sehr kleinlich pfiff er nach fast jedem körperbetonten Zweikampf einen Freistoß, aus denen die Schweriner allerdings mehr zu machen wussten, doch waren eine Vielzahl der Pfiffe sehr bedenklich, denn Zweikämfe und Körpereinsatz sollten bei einem solch engen Fußballspiel selbstverständlich sein.
Wieder einmal war es der FC Anker, der mit dem Toreschießen an der Reihe war, um die Führung erneut auf zwei Tore auszubauen. Den ersten Torschuss von Joshua Scheel konnte der Schlussmann der Gastgeber noch parieren, den Nachschuss von Ben Trojan ebenfalls, doch als Ben Trojan zum erneuten Mal nachsetzte, war er dann Chancenlos. 4:2. Doch der SSC gab diesmal nicht so schnell Kleinbei. Weiterhin blieben sie nach Eckstößen sehr gefährlich, und Anker-Kapitän Aron Reimer war mehrfach gezwungen, mit Befreiungsschlägen den Ball aus der Gefahrenzone zu entfernen. Spielerisch lief jetzt bei beiden Mannschaften nicht mehr viel zusammen, zudem unterbrach der Unparteiische den Spielfluss immer wieder durch kleinliche Pfiffe, so auch vor dem Anschlusstreffer des Schwerner SC. Ein gewöhnlicher Zweikampf brachte dem SSC einen Freistoß aus zentraler Position, dicht an der Strafraumgrenze. Sowohl die Mauer als auch der Torwart ließen eine große Lücke für den Schützen, der diese sah und ohne große Kraft den Ball in die freie Ecke einschob.
Jetzt warf der SSC alles nach vorne, und in der letzten Minute waren sie wieder in einer aussichtsreiche Situation, denn sie bekamen erneut einen fragwürdigen Freistoß zugesprochen. Allerdings hätte dieser für die Defensive der Gäste aufgrund seiner weiten Entfernung zum Tor keine Gefahr darstellen dürfen, doch zeigten sich wieder große Schwächen bei Standartsituationen bei den Wismarern. Der lange Ball wurde von Ben Trojan unglücklich abgefälscht, und erreichte einen SSC-Angreifer, der mutterseelenallein vor Max Lauckner auftauchte und den Ball in Tor wuchtete. 4:4. Der Schiri pfiff direkt nach Wiederanstoß ab und der FC Anker ließ zwei sicher geglaubte Punkte liegen, grenzenlose Freude dagegen auf der anderen Seite.
Gewinner des Spieltages war der ESV Schwerin, der mit einem überraschenden Sieg gegen den Tabellenführer, dem Grevesmühlener FC, das Titelrennen noch einmal spannend macht. Sie sind nunmehr 2 Punkte vom Titelfavoriten entfernt. Doch auch der GFC konnte krankheitsbedingt "nicht zur Normalform" finden, so GFC-Trainer Frank Stolte.
Mit einem Sieg hätte der jüngerer 2001er Jahrgang des FC Anker ebenfalls viel Boden gut machen können, denn sowohl der SV Stralendorf als auch Burgsee Schwerin ließen Punkte liegen.
Das nächste Pflich-Spiel des FC Anker Wismar II lässt noch etwas auf sich warten, doch für den kommenden Freitag haben sich die Trainer mit den Verantwortlichen des FSV Rühn auf ein Testspiel geeinigt. Schon dort sollen Fortschritte im Abwehrverhalten zu sehen sein und weitere gute Angriffe vorgetragen werden.
FC Anker mit: Maximilian Lauckner, Aron Reimer, Joshua Scheel (1 Tor), Paul Röhr, Jan Muhlack, John Buhse, Ben Trojan (1), Mahdi Ghadiri (2), Jonas Saschenbrecker
von René Wolfgramm




