„Drei Punkte für die Zuschauer“

21.04.2006


Mit einer starken Vorstellung am Sonntag (14 Uhr) gegen die TSG Neustrelitz will Oberligist FC Anker seine Fans entschädigen. Bego Catic hatte gestern viel mit seinem Wohnungswechsel zu tun. Der Trainer des FC Anker wohnt künftig in Wendorf. Das lässt den Schluss zu, dass die sportliche Leitung des Vereins auch im Falle des Abstiegs bestehen bleibt. „Ich habe ihm mein Wort gegeben. Ende April setzen wir uns mit dem Vorstand zusammen und klären Details“, sagte Sportdirektor Enver Alisic gestern. Den Abstieg vor Augen, beginnen mehr als einen Monat vor Saisonende bereits die Planungen für die kommende Verbandsliga-Saison.

Zunächst gilt es für die Mannschaft des FC Anker, sich ordentlich aus der Oberliga zu verabschieden. Dazu haben die Wismarer am Sonntag (14 Uhr, Kurt-Bürger-Stadion) gegen die TSG Neustrelitz eine weitere Gelegenheit. „Wir hatten genug Enttäuschungen. Jetzt wollen wir für die Zuschauer drei Punkte einfahren“, beschwört Alisic. Der TSG-Trainer hingegen meint, dass die Wismarer den Klassenerhalt nicht aus den Augen verloren haben. „Sie versuchen sicherlich, ihre theoretische Chance zu nutzen, das ist völlig normal“, sagt Lothar Hamann. Seine Mannschaft steht ebenfalls auf einem Abstiegsplatz, kann die Klasse aber noch aus eigener Kraft halten. Hamann hofft, dass ein Teil seiner verletzten Stammspieler – Richter, Karnatz, Zelm und Kushnir – zum Sonntag wieder fit werden kann. Hinzu kommen die Belastungen zweier aufeinanderfolgender „englischer Wochen“. Die Gastgeber müssen ohne Sebastian Peters (Knieprobleme) und Daniel Schnee auskommen. Schnee soll nach seinem krampfartigen Anfall in Eberswalde heute aus dem Krankenhaus entlassen werden. Enver Alisic könnte sich vorstellen, dass sich das Gesicht der Mannschaft am Sonntag gegen Neustrelitz grundlegend ändern wird. Die dringlichste Aufgabe der Wismarer wird es sein, die destabilisierte Abwehr wieder unter Kontrolle zu bekommen. Denn durch Fehler in der Defensive hatten die Hansestädter ihre letzte realistische Chance am vergangenen Wochenende in Eberswalde verspielt. Inzwischen beträgt der Rückstand zum „rettenden Ufer“ zwölf Punkte bei acht ausstehenden Begegnungen. Im Hinspiel waren die Hoffnungen auf den Klassenerhalt noch groß. Damals gab es ein 1:1-Unentschieden, was beiden Teams nicht weiterhalf. Florian Zysk hatte Anker früh in Führung gebracht, Andrusko erzielte den Ausgleich zu Beginn der zweiten Hälfte. Ein Unentschieden am Sonntag würde beiden Mannschaften wenig helfen.

Robert Schwarz